Glaube Deichgemeinden schreiben „innovative Pfarrstelle“ aus
Die Kirchen haben es immer schwerer, Pastorenstellen zu besetzten. Hinzu kommen schwindende Mitgliedszahlen. In der Krummhörn setzt man daher nun schon länger auf Kooperationen.
Rysum - „Arbeiten dort, wo viele Menschen Urlaub machen“ - so beginnt die Stellenausschreibung der evangelisch-reformierten Kirchengemeinden Rysum, Wybelsum und Logumer Vorwerk. Ausgeschrieben wird eine „innovative Pfarrstelle mit zwei besonderen Schwerpunkten“. Was ist damit gemeint?
Was und warum
Darum geht es: die Kirchengemeinden Rysum, Wybelsum und Logumer Vorwerk suchen eine neue Pastorin oder einen neuen Pastor
Vor allem interessant für: alle, die gläubig sind
Deshalb berichten wir: wir haben die Stellenanzeige entdeckt und sie uns genauer angesehen. Die Autorin erreichen Sie unter: h.weiden@zgo.de
Als sogenannte Deichgemeinden haben sich die fünf Kirchengemeinden Rysum, Wybelsum, Logumer Vorwerk sowie Larrelt und Twixlum zusammengeschlossen. Für die 3600 Gemeindeglieder gibt es zwei Pfarrstellen, die je ihren eigenen Seelsorgebezirk haben. Für Rysum, Wybelsum und Logumer Vorwerk wird nun zum 1. September 2023 eine neue Pastorin oder ein neuer Pastor gesucht.
Laut Stellenausschreibung soll die neue Pfarrkraft sich aber nicht nur um das Gemeindegeschehen, sondern auch um die Kindertagesstättenbetreuung und um die touristische und kulturelle Arbeit kümmern.
Kirche hat Probleme, Stellen zu besetzten
„Die neue Pfarrkraft soll für Wybelsum und Larrelt die Betreuung der Einrichtungen übernehmen“, heißt es in der Ausschreibung. Zu den Aufgaben gehöre dann auch die Verknüpfung der Kindergartenarbeit mit der Arbeit in den Kirchengemeinden. Zum zweiten Punkt heißt es: „Die touristische und kulturelle Betreuung der Rysumer Kirche mit ihrer gotischen Orgel von übereuropäischer Bedeutung und die Entwicklung des Kulturprogramms der Deichgemeinden bilden einen besonderen Schwerpunkt der pfarramtlichen Arbeit.“
Für die reformierte Kirche werde es allgemein immer schwieriger, Pfarrstellen zu besetzen: „Wir haben Fachkräftemangel wie alle anderen auch“, sagt Ulf Preuß, Pressesprecher der Landeskirche in Leer. Aktuell seien fünf Stellen vakant. Kleine Gemeinden - wie Rysum, Wybelsum und Logumer Vorwerk - schließen sich daher bereits zusammen, um sich eine Pastorenstelle „zu teilen“.
Generell vermutet Ulf Preuß, dass sich diese Entwicklung in Zukunft verstärken könnte. „Es ist absehbar, dass die finanzielle und personelle Ausstattung schwieriger wird“, sagt er. Eine Zusammenarbeit kann laut Preuß aber auch bereichernd sein. Das betont auch der Rysumer Kirchenrat in seiner Ausschreibung.
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