Nach Convivo-Pleite Zitterpartie für Altenheim-Bewohner hat ein Ende
Nach der Pleite der Bremer Convivo-Gruppe bangten Bewohner und Mitarbeiter der Senioren-Einrichtungen in Wittmund und Carolinensiel um ihre Zukunft. Nun bahnt sich eine Lösung an.
Wittmund/Carolinensiel - Trotz der Insolvenz der Convivo-Gruppe sieht es sehr gut aus für den Weiterbetrieb der beiden Convivo-Wohnparks für Senioren in Wittmund und Carolinensiel. Für das Haus in Wittmund ist vergangene Woche ein Nachfolgebetreiber gefunden worden. Die weitere Unterbringung der Bewohner ist somit gesichert. Ebenso sind es die Arbeitsplätze der Heim-Mitarbeiter. Auch für das Convivo-Haus in Carolinensiel gibt es mehrere Interessenten, wie Gespräche zwischen der Stadt Wittmund und dem derzeitigen Verwalter der Liegenschaften, der Deutschland.Immobilien AG, ergaben.
Der Convivo-Wohnpark in Wittmund hat erst vor zwei Jahren seinen Betrieb mit 63 Wohneinheiten aufgenommen. Für das fast neue Haus konnte auch deshalb schnell ein Nachfolgebetreiber gefunden werden, weil an dem Standort nicht noch groß investiert werden muss. Um die Vermittlung bemühte sich die Deutschland.Immobilien AG (DI). Sie hat als Gläubigerin aus der Geschäftsbeziehung mit Convivo ein gewichtiges Wort mitzureden im Gläubigerausschuss, der alle weiteren Entscheidungen des Insolvenzverwalters absegnen muss.
Bedarf an Pflegeplätzen steigt
Die DI teilt auf Nachfrage mit, dass der Wohnpark in Wittmund „als Premiumobjekt mit hervorragendem Standort an der ostfriesischen Nordseeküste“ eingestuft werde. Darüber hinaus unterstütze die DI auch weiterhin aus dem eigenen Netzwerk heraus „intensiv die Suche nach neuen Betreibern“.
Bei den Gesprächen mit der Stadt Wittmund zeigte sich die DI sehr zuversichtlich, auch für den Wohnpark Carolinensiel bald einen Nachfolgebetreiber zu finden. Eine Standortanalyse für Wittmund habe zudem ergeben, dass der potenzielle neue Betreiber einen zusätzlichen Bedarf für stationäre Pflegeplätze in der Kreisstadt sieht, die der mögliche Investor durch einen Neubau mit 80 Einzelzimmern abdecken möchte. Ein geeignetes Grundstück hierfür könnte der Standort des früheren Alten- und Pflegeheimes „Johanneshaus“ am Schützenplatz sein. Das Gebäude ist allerdings derzeit noch an den Landkreis Wittmund für die Unterbringung von Flüchtlingen vermietet.
Auch in Friedeburg laufen Gespräche
Ende Januar hatte die Convivo-Gruppe aus Bremen Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 100 Pflegeeinrichtungen, die überwiegend im Nordwesten Deutschlands liegen, darunter Seniorenhäuser in Wittmund/Carolinensiel, Friedeburg und Hesel (Landkreis Leer). Viele der zur Gruppe gehörenden Heime haben mittlerweile neue Eigentümer. In den beiden Wittmunder Häusern war die Verunsicherung lange groß. Der Informationsfluss war gleich null. Auch unsere Zeitung biss mit Nachfragen bei der Convivo-Zentrale auf Granit – keine Reaktion.
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Der Insolvenzverwalter, ein Büro in Hamburg, informierte per Pressemitteilung darüber, dass der Betrieb der Wohn- und Pflegeheime über den Beginn des offiziellen Insolvenzverfahrens am 1. April vorerst gesichert sei. Mit einigen Investoren seien bereits erfolgreiche Gespräche über den Verkauf einzelner oder mehrerer Heime geführt worden. Es habe sich allerdings kein Interessent gefunden, der die gesamte Unternehmensgruppe übernehmen wollte. Stattdessen arbeite man nun an Paket- und Einzellösungen. Das gilt auch für den Convivo-Standort in Friedeburg. Auch hier sei man mit möglichen Nachfolgebetreibern in aussichtsreichen Gesprächen, hieß es.