Gesundheit Nach Personalkrise – Emder Rettungsdienst wieder auf gutem Weg
Weil einfach kein neues Personal zu finden war, wurde der private Emder Rettungsdienst RKSH von der Stadt übernommen. Nun gibt es gute Nachrichten - auch zur geplanten neuen Wache.
Emden - Im Januar kam es ziemlich überraschend, dass der private Emder Rettungsdienst RKSH von der Stadt übernommen wird. Grund war der akute Mitarbeitermangel, der auch durch die Anpassung der Gehälter zu tariflichen Standards nicht behoben werden konnte. Stadtrat Volker Grendel stellte nun am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Emder Rats den aktuellen Stand der Dinge vor.
Demnach wechseln neun der zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des RKSH-Rettungsdienstes zur Stadt. Eine Person habe sich schon im Voraus „Richtung Oldenburg orientiert“ und habe dorthin gewechselt. Parallel liefen die Stellenausschreibungen gut. Fünf Neu-Einstellungen gebe es. „Damit wäre die Sollstärke erreicht“, so Grendel. Für die Stelle des neuen Betriebsleiters sei ein Bewerber kurzfristig wieder abgesprungen. Der vorige Betriebsleiter des städtischen Rettungsdienstes DRK/Stadt Emden, Andree Heinks, wechselt in den Katastrophenschutz. Deswegen braucht es für den neuen größeren Rettungsdienst eine neue Führung. Er gehe aber davon aus, dass in der kommenden Woche der neue Leiter feststehen könnte, so Grendel. Mit neuer Spitze wolle sich der Rettungdienst dann ganz neu aufstellen. Aber schon jetzt sei man auf gutem Weg.
Rettungswache muss vorübergehend umziehen
Weil die Rettungswache an der Wolthuser Straße dem RKSH selbst gehört, sei das Team dort nur noch übergangsweise für etwa einen Monat untergebracht, so Grendel. Danach soll die Wache vorübergehend im GründerInnen-Zentrum am Nordkai im Stadtteil Borssum einziehen. Man habe sich für diesen Standort entschieden, weil man von dort - wie auch zuvor von Wolthusen aus - den Osten der Stadt abdecke und auch den Bereich bis Oldersum, wie es vertraglich mit dem Landkreis Aurich vereinbart sei. Die andere Rettungswache befindet sich beim Krankenhaus.
Schon seit 2016 wollte RKSH-Geschäftsführer Holger Rodiek eine neue Wache an der Petkumer Straße neben der Hauptzentrale von Score errichten. Durch die Übernahme des Rettungsdienst-Zweigs von Rodieks Unternehmen habe sich daran nichts geändert, so Grendel. Das Grundstück wurde schon gekauft, die Finanzierung mit den Krankenkassen als Kostenträger im vergangenen Jahr geklärt und die Bauplanung erledigt. Zuletzt ging es um Bodensondierungen, um Kampfmittel in dem Gelände zu finden und zu bergen. Das Gelände in Hafennähe soll während des Zweiten Weltkriegs von mehr als 20 Bombenfliegern überflogen worden sein.
Im Oktober vergangenen Jahres sprach Rodiek noch davon, sich zwischen zwei Anbietern für Sonderungsarbeiten entscheiden zu wollen. Nun obliegt die weitere Entwicklung des Geländes der Stadt. Über einen genauen Zeitplan sprach Grendel nun nicht. Stadtdessen erklärte er, dass man abwarten wolle, bis die Baukosten, die aufgrund von Lieferengpässen erheblich in die Höhe gestiegen sind, wieder etwas gefallen sind. Das Grundstück an der Petkumer Straße sei aber der „idealste Standort“ für eine neue Wache. „Wir haben weiter Interesse, zu bauen“, so Grendel.