Hamburg  Umfrage: Mehrheit der Deutschen lehnt Vier-Tage-Woche ab

Pia Hinrichs
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Von Pia Hinrichs
| 26.04.2023 16:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Trotz gleichem Gehalt an weniger Arbeitstagen hat die Mehrheit der Befragten noch Bedenken bezüglich der Vier-Tage-Woche. Foto: Imago Images/Westend61
Trotz gleichem Gehalt an weniger Arbeitstagen hat die Mehrheit der Befragten noch Bedenken bezüglich der Vier-Tage-Woche. Foto: Imago Images/Westend61
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Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zur Vier-Tage-Woche überraschen: Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich gegen die Idee aus, bei gleichem Gehalt nur noch an vier Tagen in der Woche zu arbeiten. Wie kommen diese Ergebnisse zustande?

Gesünder, produktiver und vor allem zufriedener sollen Arbeitnehmer sein, die nur noch an vier Tagen in der Woche arbeiten. Das versprechen erste Projekte, die die Vier-Tage-Woche austesten. Dennoch zeigen sich viele in einer Forsa-Umfrage für den „Stern“ skeptisch: 55 Prozent der Befragten sprechen sich demnach gegen die Einführung der Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich aus. Nur 42 Prozent sind dafür.

Ein Grund für dieses Ergebnis könnte sein: Ökonomen befürchten, dass Arbeitnehmer ihr Arbeitspensum in vier statt fünf Tagen nicht mehr bewältigen könnten. Das gibt Arbeitsmarktforscher Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gegenüber der „Tagesschau“ zu Bedenken.

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Vor allem in Ostdeutschland stößt das Konzept der Vier-Tage-Woche laut Umfrageergebnissen kaum auf Begeisterung. Hier sind 62 Prozent der Befragten gegen die Einführung, nur 37 Prozent dafür. Befragt wurden vor wenigen Tagen insgesamt 1001 Personen aus Deutschland.

Welche Erfahrungen machen Angestellte von Unternehmen, die das neue Arbeitskonzept austesten? Erfahren Sie hier: Erste Stadt im Norden setzt auf 4-Tage-Woche – wo das Arbeitsmodell noch gilt

Interessant sind die Ergebnisse der aktuellen Umfrage auch, da sie vor einem Jahr noch ganz anders ausfielen: Im Februar 2022 sprachen sich 71 Prozent der Befragten für das Modell der Vier-Tage-Woche aus, nur 22 Prozent waren dagegen. Das zeigte eine damalige Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv.

Allerdings handelte es sich bei dieser Befragung um ein Modell, dass – anders als bei der Umfrage 2023 – vorsah, an vier Tagen zehn statt acht Stunden zu arbeiten. Besonders 30- bis 44-Jährige mit höherem Bildungsabschluss schienen sich das neue Arbeitszeitmodell gut vorstellen zu können.

Nur noch 59 Prozent stimmten der Vier-Tage-Woche zu, wenn sie die regulären 40 Stunden Arbeitszeit flexibel auf vier oder fünf Tage verteilen konnten.

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