Rostock Dieter Bohlen über seinen Weg zum Popstar, sein Vorbild und warum er seiner Oma dankbar ist
Dieter Bohlen tritt mit „Das größte Comeback aller Zeiten-Tournee“ am 6. Mai in Rostock auf. Im Exklusiv-Interview plaudert der „Pop-Titan“ über Modern Talking und gibt einen Vorgeschmack auf das Konzert.
Trotz mancher Vorab-Unkenrufe gibt es seit dem Start der Live-Tournee von Dieter Bohlen genau jene von den Fans erhoffte Party-Atmosphäre, für die bereits Blue System und Modern Talking vom Publikum gerühmt wurden. Vor seinem Comeback-Konzert in Rostock sprachen wir mit Dieter Bohlen über den Einfluss Paul McCartneys auf seinen Entschluss, Songschreiber zu werden, sein bevorstehendes Comeback-Konzert in Rostock und den wiederveröffentlichten Vinyl-Katalog von Modern Talking.
Frage: Es ist einige Jahre her, als Sie bei einem großen, in Hamburg ansässigen Musikverlag anfingen, eine berufliche Laufbahn zu eröffnen, die zu einer der großen Erfolgsgeschichten in der Geschichte der deutschen Unterhaltungsmusik werden sollte. Hatten Sie damals schon eine Ahnung von der Dimension späterer Erfolge?
Antwort: Dieter Bohlen: Ich komme ja aus einer Generation, die von den Beatles sehr geprägt und beeinflusst wurde. Ich habe schon in der Schule davon geträumt, solche tollen Songs wie Paul McCartney zu schreiben. Ich wollte auf der Bühne stehen und die Leute begeistern. Meine Oma hat in meiner Kindheit immer zu mir gesagt: Steter Tropfen höhlt den Stein. So habe ich mich da richtig reingehängt.
Antwort: Seitdem ich die erste Gitarre in der Hand hatte, war klar, wohin ich wollte. Aber bis zum ersten großen Erfolg war das ein langer Weg. Demzufolge war der Rat meiner Oma Gold wert. Und ich habe auf dem Weg gelernt, dass Unverwechselbarkeit in unserer Branche wichtiger ist als eine schöne Stimme. So war es ein langer Weg vom Songschreiber zum Popstar.
Frage: Wie haben Sie sich nach der langen Pandemie-Pause auf die Tournee vorbereitet?
Antwort: Dieter Bohlen: Wir haben uns eine Halle gemietet und dort mit meiner siebenköpfigen Band geprobt und gearbeitet. Das läuft ja heute ganz anders als früher ab. Damals hat man sich einfach mit einer Gitarre auf die Bühne gestellt. Heute dagegen gibt es jede Menge Computer, die machen das Licht und den Sound. Es gibt Videos, die eingespielt werden. Das ist ja heute ein Multimediaspektakel auf der Bühne. Da braucht man schon eine Menge Zeit, um das gründlich vorzubereiten.
Frage: Wie schwierig war dabei die Songauswahl für das neue Live-Programm?
Antwort: Dieter Bohlen: Das Programm bietet genau die Hits, die meine Fans hören wollen. Angefangen bei Modern Talking über Blue System bis zu den Hits, die ich für Yvonne Catterfeld oder Chris Norman geschrieben habe. Und auch „We Have A Dream“, den ich für die Top 10 der ersten DSDS-Staffel komponiert habe, darf nicht fehlen.
Antwort: Ich werde auch einiges zu den Sachen erzählen. Zum Beispiel, wie das zur Trennung von Thomas Anders gekommen ist. Oder was es mit „Midnight Lady“ auf sich hat. Ich möchte ja, dass die Leute auch lachen können und gut unterhalten werden. Und dass sie, wenn sie wieder nach Hause gehen, sagen, das war ein toller Abend mit dem Bohlen, es hat sich gelohnt. Aber ich kann nicht alle meine Hits auf die Bühne bringen, denn dann müsste ich wohl drei Tage ohne Unterbrechung spielen.
Frage: Und was wird sich an den Arrangements der Songs verändern?
Antwort: Dieter Bohlen: Wir haben ja einen wahnsinnig guten Saxophonisten in der Band. Er spielt tolle Soli und macht auch Percussion. Außerdem reicht es heutzutage nicht, mit einem Keyboarder zu spielen. Deshalb sind zwei auf der Bühne dabei, einer spielt die Klavier-Parts, während der andere mit dem Synthesizer für die Flächen sorgt. Ich möchte gern mit dem Publikum „We Have A Dream“ singen. Da muss die Begleitung sehr intim und emotional sein.
Frage: Derzeitig wird der Vinyl-Katalog von Modern Talking wiederveröffentlicht. So erscheint Ende April „In The Middle Of Nowhere“ in einer limitierten Auflage von 2000 numerierten Exemplaren auf grünem Vinyl. Gibt es eine Platte, die Sie jemandem empfehlen würden, der Modern Talking noch nicht kennt?
Antwort: Dieter Bohlen: Ich denke, das erste Modern Talking-Album war schon etwas Besonderes. Es erreichte ja nicht nur den Spitzenplatz in Deutschland. Es verkaufte weltweit über acht Millionen. Und die Single „You‘re My Heart, You‘re My Soul“ ging in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien auf die Nummer 1, landete auch in Frankreich, Schweden und Norwegen unter den ersten fünf. Das war echt super! Und der Song läuft bis heute, ist auch auf YouTube ein großer Hit geworden.
Frage: Die laufende Comeback-Tour soll laut Veranstalter die letzte große Dieter-Bohlen-Tournee werden. Ist das ernst gemeint? Ihr Vorbild Paul McCartney tourt ja auch noch mit über 80 Jahren durch die Welt.
Antwort: Dieter Bohlen: McCartney ist zwar nach wie vor ein Vorbild. Aber was große Tourneen angeht, werde ich ihm nicht nacheifern. Meine Fans müssen aber keine Panik haben, auch zukünftig wird es den einen oder anderen Bohlen-Auftritt geben. Aber keine große Tournee wie diese hier. Damit ist endgültig Schluss.