Kolumne „Digital total“  Augen auf beim Einkauf im Internet

Fabian Scherschel
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Eine Kolumne von Fabian Scherschel
| 25.04.2023 08:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fabian Scherschel
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Einkaufen im Internet ist bequem. Doch es lauern dort Gefahren. Über eine in letzter Zeit häufiger auftretende Abzockmethode ärgert sich unser Kolumnist.

Ich schreibe regelmäßig über IT- und Verbraucherthemen. Deswegen kontaktieren mich viele Menschen, die im Internet auf Betrüger hereingefallen sind. Ich habe so ziemlich alle Arten der Internetabzocke schon einmal gesehen. Jetzt häuft sich aber eine neue Art von Beschwerde, die ich nicht direkt als Betrug einordnen würde, die aber trotzdem sehr ärgerlich ist.

Zur Person

Fabian Scherschel, geboren in Duisburg und nun in Düsseldorf lebend, arbeitete bis 2019 als Redakteur für das Tech-Portal Heise-Online und für die Tech-Newsseite „The H“ in London. Als Freiberufler schreibt er unter anderem für das Magazin „c’t“. Mittlerweile hat der begeisterte Podcaster sein eigenes Projekt: fab.industries. Fernseh- und Radiosender schätzen ihn als Experten.

Dabei geht es um die verschiedensten Produkte, die Menschen im Internet gekauft haben – und die zwar geliefert werden, die aber dann nicht dem entsprechen, was versprochen wurde. Trotz der unterschiedlichsten Produkte haben alle Fälle folgendes gemeinsam: Die Käufer haben eine Werbung für das Produkt auf Instagram, Facebook, Tiktok oder Youtube gesehen. Die Webseite des Verkäufers war auf Deutsch und die Firma gab indirekt vor, aus Deutschland zu sein. Am Ende kam das bestellte Produkt dann aber direkt aus China, war meist von sehr schlechter Qualität und entsprach nur oberflächlich den glamourösen Versprechen. Der Kundendienst der Firma entpuppte sich als sehr schlecht beziehungsweise nicht vorhanden – und die Kunden bleiben auf ihrem Produkt sitzen.

Man kann nicht wirklich von Betrug reden, da Produkte verschickt werden. Es handelt sich eher um Etikettenschwindel. Eine deutsche Firma, die so agiert, könnte man wahrscheinlich rechtlich belangen, aber bei Firmen in China scheint das aussichtslos. Die Kunden durch Presseberichte über spezifische Marken aufzuklären, ist sinnlos, da diese in der Regel nur für ein paar Monate existieren, bevor die Hintermänner ihre Marke umbenennen und eine neue Webseite bauen.

Diese Leute verdienen wahrscheinlich sehr gut – und Tiktok, Instagram und Co. verdienen an der Werbung kräftig mit. Ich kann jedem nur empfehlen, vor einem Kauf im Netz die Berichte anderer Kunden auf externen Webseiten zu recherchieren. Der Werbung unbekannter Firmen im Internet zu vertrauen, ist mittlerweile sehr gefährlich geworden.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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