Hamburg Airbus gönnt sich eine neue Visitenkarte: Zentrum für Besucher und für die Anwohner
Airbus bleibt auf Wachstumskurs. Und das nicht nur bei der Zahl der Arbeitsplätze. Auch Gäste und die Menschen in Finkenwerder dürfen sich freuen.
„Wir bekommen ein neues Tor zum Luftfahrtstandort Hamburg“: Was Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) symbolisch als Tor bezeichnet, ist der neue Gebäudekomplex „ElbAir“, der den Airbus-Standort in Finkenwerder nachhaltig verändern soll. Mehr Service, mehr Nachbarschaft und vor allem mehr Besucher sollen im nächsten Jahr von dem Großprojekt profitieren.
Direkt neben der derzeitigen Haupteinfahrt zum Airbuswerk in Finkenwerder mit seinen fast 16.000 Beschäftigten entsteht das neue Dienstleistungszentrum, das im Sommer 2024 fertig sein soll. Die 1,4 Hektar große Fläche wurde von der Hansestadt an die Projektgesellschaft Propertyteam AG verkauft, die das Gebäude mit rund 14.500 Quadratmetern Nutzfläche baut.
Hauptmieter wird Airbus sein, das unter anderem ein neues Besucherzentrum schaffen wird, in dem künftig 120.000 Menschen jährlich auf einen Besuch des Airbus-Standortes vorbereitet werden – bisher sind es rund 60.000 Besucher jährlich. „Wir freuen uns über jeden Besucher“, sagte Airbus-Arbeitsdirektor Marcus Wagner.
Vertreter der beteiligten Baufirmen und die künftigen Mieter feierten am Montag das Richtfest für das „ElbAir“, das fast im Rohbau fertig aus. Aus der Luft betrachtet sieht der Gebäudekomplex wie eine Flugzeugturbine aus.
Für Wirtschaftssenatorin Leonhard hat das „ElbAir“ eine „große Bedeutung für Hamburg“, denn es werde besonders die Verbindung zwischen Airbus und dem Stadtteil Finkenwerder stärken. Ganz praktisch gibt es für die Bewohner einen Lebensmittel-Nahversorger im „ElbAir“-Zentrum, der in dieser Form in Finkenwerder fehlt. Auch das Drei-Sterne-Hotel „Moxy by Marriott“ mit 135 Zimmern und Restauration soll dem Stadtteil und Airbus gleichermaßen zugutekommen. „,ElbAir‘ ist ein wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung des Luftfahrtstandortes Hamburg“, sagte Leonhard. Nach Seattle und Toulouse liegt Hamburg weltweit in diesem Ranking auf dem dritten Platz.
Auch Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, sieht in dem neuen Groß-Gebäude ein Bindeglied zwischen den Airbus-Beschäftigten und den Menschen in Finkenwerder, die von den Kultur-Angeboten, Luftfahrt-Ausstellungen und nicht zuletzt durch den neuen Einkaufsmarkt profitieren sollen. Eine zentrale öffentliche Plaza soll sich zu einem neuen Anziehungspunkt im Stadtteil entwickeln.
Senatorin Melanie Leonhard sprach zudem von einem „Klimaprojekt“, denn zur Heizung und Kühlung des Gebäudes mit mehr als 20.000 Quadratmetern soll nach Angaben des Architekturbüros Prasch, Buken und Partner keine fossile Energie eingesetzt werden. Stattdessen sollen Wärmepumpen das Erdreich und die Umgebungsluft nutzen. Das Erdreich werde als Energiespeicher dienen, in den im Sommer Abwärme aus der Kühlung sowie Wärme aus der Umgebung eingebracht und im Winter zur Beheizung entzogen werde. Die Wärmepumpen könnten mit regenerativem Strom aus einer Photovoltaik-Anlage betrieben werden. Für das Warmwasser werde es eine eigene Solaranlage geben. Die Fassade soll aus Aluminiumverbundplatten bestehen.