Langes Rumkurven  Wo der Kampf um den Parkplatz in Emden am heftigsten ist

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 25.04.2023 13:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auch in der Kranstraße in Klein-Faldern parken viele Leute, die nicht unbedingt immer Anlieger sein müssen. Foto: Hanssen
Auch in der Kranstraße in Klein-Faldern parken viele Leute, die nicht unbedingt immer Anlieger sein müssen. Foto: Hanssen
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Wann sollte ich wo in Emden bloß nicht versuchen, einen Parkplatz zu finden? Wo könnte ich Glück haben? Das lässt sich einem Gutachten entnehmen, das nun vorgestellt wurde.

Emden - Wo in der Emder Innenstadt Parkplätze am begehrtesten sind, dazu hat wohl jeder eine Meinung. Nun wurden die Zahlen eines Gutachters von Stadtplaner David Malzahn im Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag vorgestellt. Im Oktober habe sich das Gutachterbüro die Situation in Emden für eine Woche angeschaut und daraus Schlüsse für die Bereiche innerhalb des Wallrings gezogen.

Was und warum

Darum geht es: die Suche nach Parkplätzen in Emden

Vor allem interessant für: Leute, die mit dem Auto in die Emder Innenstadt kommen

Deshalb berichten wir: Im Stadtentwicklungsausschuss wurde am Donnerstag ein Vorentwurf eines Gutachtens zum Parkraumkonzept vorgestellt. Wir haben daraus Schlüsse gezogen, wo man wann keinen Parkplatz suchen sollte.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Bis sich etwas an der dort beschriebenen Situation etwas ändert, kann es noch dauern, weil politische Beschlüsse dafür nötig sind. Deswegen lässt sich die Beobachtung jetzt verwenden, um daraus abzuleiten, wann man wo keinen Parkplatz in Emden suchen sollte.

10 Uhr im Behördenviertel: Ganz schlecht

Wer in der Woche gegen 10 Uhr etwas in der Stadt erledigen will, sollte sich vielleicht für Rad oder Bus als Transportmittel entscheiden. Dann nämlich ist der Kampf um Parkplätze am größten. Fast 80 Prozent der rund 3500 Parkplätze in der Innenstadt sind dann laut Gutachten ausgelastet. Unbedingt umfahren sollte man vormittags in der Woche das Behördenviertel und auch die südliche Altstadt.

Gegen 10 Uhr ist in der Emsstraße, der Klunderburgstraße und der Ringstraße fast alles belegt. Die Auslastung liegt bei 99 Prozent - allerdings nur bei den kostenlosen Parkbuchten. Auch zwischen 10 und 14 Uhr findet man meist noch bequem etwas, wenn man gewillt ist, die 90 Cent pro Stunde zu zahlen.

Parkhaus soll helfen - aber wann?

Die Erklärung für die Auslastung in dem Bereich ist klar: Viele der etwa 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behördenstandorte wollen gerne so nah wie möglich am Arbeitsplatz parken - und das natürlich auch kostenlos. Bis zu 235 Fahrzeuge können auf diese gerechnet werden. Es gibt aber nur etwa 177 Parkplätze an der Ringstraße und der Medmannstraße. Hat man selbst einen Termin bei einer Behörde, wird es also eng.

Viele Autofahrer weichen dann in die angrenzenden Wohnstraßen aus. Das aber sei keine Lösung, so Malzahn. Er ärgert sich darüber, dass die Leute so lange herumkurven, auch noch durch die engste Straße, um einen kostenlosen Parkplatz zu finden. Der Gutachter empfiehlt, alle Parkplätze kostenpflichtig zu machen und in den Wohnvierteln das Parken nur noch für Anlieger zu erlauben. Auf langer Sicht soll außerdem ein Parkhaus an die Medmannstraße. Details dazu will die Stadt bald nennen. Kritiker bezweifeln, dass ein Investor für das Parkhaus gefunden wird. Die Stadt will langfristig sogar bis zu vier Parkhäuser an den Zufahrtsstraßen ins Zentrum, um die Autos aus der City fernzuhalten.

22 Uhr in Klein-Faldern: Ganz schlecht

Um 22 Uhr ist in Klein-Faldern die Auslastung bei den Parkplätzen wie fast nirgends sonst in Emden zu keiner Zeit. Insbesondere in der Rosenstraße und der Mühlenstraße sollte man dann keinen Stellplatz suchen. Auch tagsüber sollte man das Gebiet, wenn möglich, nicht zum Parken ansteuern. Im Schnitt liegt die Auslastung bei 85 Prozent. „Es sind nicht alles Anlieger, sondern auch Fremdparker“, sagt David Malzahn.

In der Mühlenstraße, die sich im Stadtteil Klein-Faldern befindet, sollte man abends gegen 22 Uhr keine Parkplatz suchen wollen. Foto: Hanssen
In der Mühlenstraße, die sich im Stadtteil Klein-Faldern befindet, sollte man abends gegen 22 Uhr keine Parkplatz suchen wollen. Foto: Hanssen

Es gibt dort etwa 340 Parkplätze, aber viele der mehr als 2000 Einwohner haben keinen eigenen Stellplatz. Sie greifen - wie im benachbarten Stadtteil Groß-Faldern - auf die öffentlichen Plätze zurück. Hinzukommt, dass beispielsweise in der Friedrich-Ebert-Straße Geschäfte und Gewerbebetriebe angesteuert werden. Auch hier soll laut Gutachten überlegt werden, wie man für Anlieger das Parken erleichtern kann.

Hier ist meist ein Platz frei

Fast rund um die Uhr entspannt ist die Parkplatz-Suche indes im Bereich rund um den Bahnhofsplatz und Boltentor bis zum Hinter Tief. Auch vom Emder Wall bis zur Abdenastraße, Jungfernbrückstraße und zum Agterum ist kein Parkdruck vorhanden. Ein Hotspot wird höchstens in der Friesenstraße beobachtet.

Auch in der Altstadt sowie der Abdenastraße bis westlich zur Neutorstraße und südlich zum Agterum bis zur Großen Straße ist der Bereich grün laut Gutachten. Minimal kritisch werden die Straßen An der Münze und Mühlenwarf gesehen. In den Stadtteilen Bentinkshof, Groß-Faldern und in der südlichen Altstadt gibt es einen mittleren Parkdruck. Da kann man also unter Umständen Glück haben.

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