Projekt in der Innenstadt  Neue Kunstpromenade in Emden soll erst 2024 kommen

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 22.04.2023 15:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Vor der Kunsthalle auf der Seite der Hahn‘schen Insel stehen schon jetzt einige Skulpturen. Die Promenade bis zum Chinesentempel soll aber noch mehr gestaltet werden. Foto: Oltmanns
Vor der Kunsthalle auf der Seite der Hahn‘schen Insel stehen schon jetzt einige Skulpturen. Die Promenade bis zum Chinesentempel soll aber noch mehr gestaltet werden. Foto: Oltmanns
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Der Bau der geplanten Kunstpromenade zwischen Chinesentempel und der Kunsthalle in Emden verzögert sich. Das Vorhaben ist nicht unumstritten.

Emden - Der Bau der geplanten Kunstpromenade in der Emder Innenstadt verzögert sich. Das Projekt soll erst im kommenden Jahr umgesetzt werden, teilte die Stadtverwaltung dieser Zeitung jetzt auf Anfrage mit. Ursprünglich sollte das Areal entlang des Stadtgrabens zwischen dem Chinesentempel an der Boltentorstraße und der Kunsthalle schon in diesem Jahr neu gestaltet werden. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hatte im Juni 2022 den Beginn der Arbeiten für dieses Frühjahr angekündigt.

Was und warum

Darum geht es: die geplante Kunstpromenade in der Emder Innenstadt

Vor allem interessant für: alle, die sich für Kultur oder für die Entwicklung der Innenstädte interessieren

Deshalb berichten wir: Ursprünglich sollte die Kunstpromenade in diesem Jahr entstehen. Doch auf Nachfrage der Stadt erfuhren wir, dass sich das Vorhaben um knapp ein Jahr verzögert.

Den Autorin erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Die Stadt begründet die Verzögerung mit „preislichen Verwerfungen im Baugewerbe“. Es sei günstiger, das Vorhaben im Spätsommer beziehungsweise im Herbst auszuschreiben, so Stadtsprecherin Theda Eilers. Danach sollen zunächst die Vorarbeiten erledigt werden, bevor das Projekt zu Beginn des Jahres 2024 begonnen wird.

Planungen sind auf der Zielgerade

Laut Eilers befindet sich die Ausführungsplanung auf der Zielgeraden. Sie werde gegenwärtig verwaltungsintern abgestimmt und soll danach dem Stadtrat noch einmal im Detail vorgestellt werden. Ausgeschrieben werden sollen die Arbeiten nach der Sommerpause.

Bislang waren 600.000 Euro für das Projekt veranschlagt worden, das Teil des „grünen Bandes“ um das Emder Stadtzentrum ist. Zwei Drittel dieser Summe fließen als Zuschüsse des Bundes und des Landes aus dem Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“. Das übrige Drittel muss die Stadt selbst aufbringen.

Es könnte durchaus teurer werden

Ob es bei der veranschlagten Summe bleibt, ist aber mittlerweile fraglich. Der bisherige Kostenrahmen sei „Grundlage der Vorplanung“ gewesen, heißt es jetzt von der Stadt. Zu den genauen Kosten könne erst nach den Ergebnissen der Ausschreibungen etwas gesagt werden. Im Klartext bedeutet das, dass es durchaus teurer werden könnte.

Das Projekt ist nicht unumstritten. Wegen der hohen Kosten und des Eigenanteils der Stadt von bislang 200.000 Euro war im vergangenen Sommer Kritik aus der Bevölkerung laut geworden. Dabei ging es auch um die Frage, ob Emden eine solche Kunstpromenade wirklich braucht.

Die Stadt hält das Projekt für wichtig

Die Stadt rechtfertigt das Vorhaben damit, dass Kunst im öffentlichen Raum beim Umbau der Innenstadt eine wichtige Rolle spiele. Das trage dazu bei, den Erlebnischarakter sowie die Aufenthalts- und die Lebensqualität des Stadtzentrums zu erhöhen. Die Verwaltungsspitze der Stadtverwaltung und die Stadtplaner sind überzeugt, dass in Emden besonders das Thema (Stadt-)Kultur ein Anziehungspunkt und ein Alleinstellungsmerkmal sei.

Die Stadt müsse auf vielen Ebenen attraktiver werden, um die zukünftigen Ansprüche der gegenwärtigen und künftigen Bewohnerinnen und Bewohner sowie auswärtiger Besucherinnen und Besucher zu erfüllen, hatte es wiederholt von der Pressestelle der Stadt unserer Zeitung gegenüber geheißen. Auch der Oberbürgermeister hatte das schon mehrfach betont.

So sehen die bisherigen Pläne aus

Nach den bisherigen Planungen soll die neue Promenade eine Art geschwungene Welle bilden, die die fließenden Bewegungen der vorhandenen Grünanlage auf dem Henri-Nannen-Platz (Hahn’sche Insel) aufnimmt. Vorgesehen ist eine möglichst naturnahe Gestaltung mit wenigen Eingriffen in die Natur. Die Bäume in diesem Bereich sollen erhalten bleiben. Die vorhandene Bushaltestelle soll in Richtung Jungfernbrückstraße versetzt werden.

So sehen die Pläne für die Kunstpromenade zwischen Chinesentempel und Henri-Nannen-Platz aus. Grafik: SCAPE/Stadt Emden
So sehen die Pläne für die Kunstpromenade zwischen Chinesentempel und Henri-Nannen-Platz aus. Grafik: SCAPE/Stadt Emden

Geplant ist, beidseitig des neuen und geschwungenen Weges Pflanzbeete anzulegen. Im nördlichen Bereich in Blickachse der Kunsthalle sollen künftig Kunstobjekte unter freiem Himmel präsentiert werden, die der Promenade auch ihren Namen geben. Beim Erwerb dieser Objekte setzt die Stadt auch auf bürgerschaftliches Engagement.

Stadt setzt auch auf bürgerschaftliches Engagement

Mittlerweile gebe es dafür „erste konkrete Ansätze“, teilte die Pressestelle der Stadt mit. Einzelheiten nannte sie noch nicht, sie könnten aber „sicherlich alsbald kommuniziert werden“, heißt es weiter. Die Stadt stehe dazu bereits „in engem Kontakt mit der Kunsthalle“. Zum jetzigen Zeitpunkt stehen gleichwohl die Planung der eigentlichen Promenade einschließlich der technischen Infrastruktur und Umsetzung im Vordergrund.

Die Pläne für eine Promenade entlang des Stadtgrabens sind mittlerweile etwa 20 Jahre alt. Entwürfe des Düsseldorfer Planungsbüro Scape lagen bereits in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts vor. Das Büro war als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen, den die Stadt ausgeschrieben hatte.

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