Osnabrück  Warum der VfL Osnabrück vor dem Duell mit Halle gleich mehrfach gewarnt ist

Susanne Fetter
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Von Susanne Fetter
| 20.04.2023 21:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein hartes Duell: Im Hinspiel musste der VfL ordentlich kämpfen, ehe er dank eines Tores von Erik Engelhardt (Zweiter von rechts) 3:2 gewann. Foto: imago/osnapix
Ein hartes Duell: Im Hinspiel musste der VfL ordentlich kämpfen, ehe er dank eines Tores von Erik Engelhardt (Zweiter von rechts) 3:2 gewann. Foto: imago/osnapix
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Elversberg, Dresden, Mannheim, Freiburg II, Saarbrücken und Wehen Wiesbaden – sechs seiner letzten neun Partien hat der VfL Osnabrück gegen die anderen Top-Sieben-Clubs der 3. Fußball-Liga gespielt – mit starker Bilanz. Und nun? Geht es gegen die „vermeintlich Kleinen“. An diesem Freitag (19 Uhr) steht das Spiel beim Tabellen-16., dem Halleschen FC, an.

Doch von Tabellenplätzen lässt sich Tobias Schweinsteiger nicht beeinflussen. Nach dem Training am Donnerstag steht der Coach wie seine Spieler in einer Reihe vor dem Wasserbecken, an dem die Fußballer ihre Schuhe vom Schmutz des Trainingsplatzes befreien. Geduldig wartet auch er auf einen freien Platz, um mit der Bürste Dreckklumpen aus der Sohle zu schrubben. In der Analyse der nächsten Gegner ist er nicht minder sorgfältig. „Ich schaue nie auf die Gesamttabelle, sondern immer auf Entwicklungen und Phasen“, sagt er: „Wir wissen, dass Halle gerade einen Lauf hat und gefährlich ist.“

Seit zehn Spielen ist der Ostclub ohne Niederlage. In der Rückrundentabelle steht die Mannschaft von Trainer Sreto Ristic auf dem 12. Platz. Und auf diese Auflistung verweist Schweinsteiger beim Blick aufs Restprogramm gerne. Der SC Verl (7.), Viktoria Köln (9.) und Borussia Dortmund (10.) – drei der sechs Gegner der Saisonendphase zählen hier zu den Top Ten. Halle folgt dicht dahinter.

Da ist es gut, dass sich der VfL ausgerechnet gegen die Spitzenclubs ein gewisses Polster aufgebaut hat. 19 Punkte holten die Lila-Weißen aus den Duellen gegen die anderen Teams aus den Top Sieben. Nur Saarbrücken war von den Konkurrenten im Kampf um einen Aufstiegsplatz gleich erfolgreich. Es folgen Elversberg (16 Punkte), Waldhof Mannheim (15), der SV Wehen Wiesbaden (14), SC Freiburg II (11) und Dynamo Dresden (8). Wobei einige dieser Teams in direkten Duellen noch aufeinandertreffen. Mehr Zähler als der VfL kann in diesen Duellen aber keine Mannschaft mehr sammeln.

Die Bilanz – vor allem der 1:0-Sieg gegen Spitzenreiter Elversberg – gibt Selbstvertrauen. Den Blick, was die schwere der kommenden Aufgaben angeht, vernebelt sie nicht – dafür dürften neben dem Verweis des Trainers auf die aktuelle Formkurve die Erfahrungen der Vergangenheit sorgen. Zweimal musste der VfL im Hinspiel gegen Halle einen Rückstand verkraften ehe er 3:2 gewann. Vergangene Saison verspielte Osnabrück in Halle gleich zweimal eine Zwei-Tore-Führung und kassierte im Saisonendspurt einen bitteren Dämpfer beim 3:3 – im Nachhinein betrachtet läutete das Remis das Ende aller Aufstiegshoffnungen ein.

Überhaupt: Erst ein Sieg gelang den Lila-Weißen beim Halleschen FC. Am 20. April 2013 gewann der VfL 2:1. In den restlichen Partien gab es zwei Unentschieden und fünf Niederlagen. Diese Bilanz müssen die Osnabrücker aufbessern, wollen sie vorlegen im Kampf um einen Aufstiegsplatz. Zumindest für einen oder zwei Abende könnten sie an Dresden (empfängt Mannheim) und Saarbrücken (spielt in Meppen) vorbeiziehen.

Helfen kann dabei wohl Maxwell Gyamfi. Der Innenverteidiger musste nach einem Zusammenstoß mit Felix Higl zwar das Training abbrechen. Schweinsteiger gab aber Entwarnung: „Wir müssen schauen, aber er wurde ja nicht in einem Helikopter abgeholt“, sagte der Trainer und fügte an: „Für die Torschussübung haben wir ihn ohnehin nicht gebraucht. Er hat andere Aufgaben.“ Etwa Tore verhindern. Acht schoss Halle in den vergangen vier Spielen – der VfL ist gewarnt.

Und wie geht es nun aus? Ein echtes Freitagabend-Kampfspiel, der VfL setzt sich aber durch und gewinnt 2:1.

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