Naturschutz in Ostfriesland Mit Mara Bekker bekommt der Naturschutz ein Gesicht
Im Kreis Leer gibt es nun eine Ökologische Nabu-Station. Die 30-jährige Mara Bekker wird diese mit Leben füllen und hat große Pläne.
Leer - Sie ist die Frau, die sich um den ökologischen Fortschritt kümmern soll: Mara Bekker. Sie füllt seit kurzem die Ökologische Nabu-Station Leer (ÖNSL) als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Leben.
Was und warum
Darum geht es: Die Ökologische Nabu-Station Leer und hat mit Mara Bekker Fachwissen gewonnen.
Vor allem interessant für: alle, die sich für das Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz interessieren
Deshalb berichten wir: Wir wurden zur Vorstellung eingeladen. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Dabei geht es erst einmal darum, Kontakte zu knüpfen und die Region kennenzulernen. Denn die 30-Jährige kommt aus dem Münsterland, hat nun aber ihre Zelte in Leer aufgeschlagen. Sehr zur Freude des Naturschutzbunds (Nabu) und des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland.
So tickt die Neue
„Ich habe im Münsterland bei der unteren Naturschutzbehörde gearbeitet“, sagt sie. Seit dem 1. April ist sie nun offiziell in Leer und hat ihr neues Büro im Haus Hermann am Hermann-Lange-Ring 28 bezogen. Dabei wird die Stadt mit ihrer Kernarbeit gar nicht so viel zu tun haben. „Ich wollte wieder mehr praktischen Naturschutz erleben“, sagt die 30-Jährige. Dazu ist sie derzeit viel unterwegs. Sei es im Rheiderland oder im Jümmegebiet. Aber auch die Moorgebiete der Region werden zu ihrem Einsatzbereich gehören.
„Ich muss aber die Gegend noch besser kennenlernen“, sagt Bekker und lächelt. Dabei war sie schon öfter hier. Im Urlaub. Deshalb sei ihr die Entscheidung, das Münsterland zu verlassen, auch leicht gefallen. Bei einer Frage leuchten ihre Augen: die nach ihren Zielen. „Ich möchte den Naturschutz hier voranbringen. Ich möchte sehen, ob hier neue Arten vorkommen und, ob sich die Bestände stabilisieren. Aber dafür muss ich erst einmal schauen, was überhaupt da ist“, sagt sie und lacht. Einen Lieblingsort in der Region hat sie allerdings nicht: „Ich bin einfach gern draußen in der Natur“, sagt sie. Das wird sie nun öfter können, denn ihr Büro in Leer wurde so gewählt, dass sie schnell in ihren verschiedenen Einsatzgebieten sein kann. Allein gelassen ist sie dabei aber nicht. Michael Steven Kommissarischer Stationsleiter steht ihr zur Seite. „In die Gebiete zu kommen, ist teilweise ein Privileg. Da darf nicht jeder hin“, sagt er.
Die Aufgaben der Ökologische Nabu-Station
Bekker soll allerdings auch als Ansprechpartner für beispielsweise Nabu und Landwirte zur Verfügung stehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Wiesenbrütern in der Region. Gemeinsam soll geschaut werden, wie der Bestand der Wiesenbrüter ist, wo sie sind und, wie man ihnen helfen kann. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind für die Landwirte allerdings freiwillig. „Wir erhalten aber mehr Sicherheit. Wir wissen dann, wo Vögel sind und wo wir beispielweise gefahrlos mähen können. Man hat jemanden im Hinterkopf, den man anrufen kann, um zu fragen, ob was gefunden wurde“, umreißt Landwirt Klaus Borde grob die Vorteile für ihn.
Man bekomme als Landwirt regelmäßig Informationen darüber, was auf den Flächen gesehen wurde und kann so die betreffenden Areale aussparen. „Die Verluste können so sehr gering gehalten werden“, sagt der Rheiderländer. Einige Erkenntnisse habe man auch schon gesammelt. Dabei geht es um die Flächenvernässung im Rheiderland. „Man braucht gar nicht so riesige Flächen, um zur Brutzeit gute Habitate zu schaffen“, sagt er. Rudolf Bleeker, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland, Kreisverband Leer ergänzt: „Jede Region ist unterschiedlich und mit der Station können wir lokal deutlich genauer schauen, was sinnvoll ist. Was man machen kann, wissen die Leute vor Ort einfach am Besten“, sagt er.
Der Niedersächsische Weg
Dass die Station überhaupt eingerichtet werden konnte, verdankt man der Landesregierung. Der Niedersächsische Weg ist eine bundesweit einmalige Vereinbarung zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Politik. Das Papier verpflichtet alle, konkrete Maßnahmen für einen verbesserten Natur-, Arten- und Gewässerschutz umzusetzen. Die Ökologischen Stationen werden vom Nabu geführt, auf Augenhöhe ist das Landvolk beteiligt ebenso wie die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Leer. Naturschützer, Landwirte und Politik haben gemeinsam ein Konzept ausgeklügelt.
Für die Leeraner Station beginnt nun die Arbeit. Es geht darum, den Bruterfolg zu dokumentieren und zu schauen, welche Tiere hier sind. Darauf aufbauend sollen dann Ideen entwickelt werden, diese Tierarten zu schützen und zu fördern. Ziel ist es, die Bestände zu stabilisieren oder sogar wachsen zu lassen. Für dieses Jahr steht zudem das Kennenlernen der verschiedensten Akteure auf dem Plan. Viel Arbeit für Mara Bekker. Doch, die 30-Jährige freut sich schon: „Ich mag die Leute hier sehr“, sagt sie.