244 Treffer für Bunde „Tor-Maschine“ Eike Schmidt überholt seinen Vater
Nach seinem Dreierpack gegen Middels hat der 27-Jährige in der ewigen Torjägerliste des TV Bunde nur noch einen vor sich. Die Frage ist: Wie lange noch?
Bunde - Der Mittwoch in Middels war in gewissermaßen ein historischer für die beim TV Bunde verwurzelte Familie Schmidt. Denn Sohnemann Eike Schmidt zog in der ewigen TV-Torschützenliste mit einem Dreierpack beim 4:0-Sieg gegen den TuS Middels nämlich nicht nur gleich mit seinem Vater Ralph, sondern überholte diesen auch. „Dieser Schweinehund“, sagte Ralph Schmidt, der auch Trainer der Bunder ist, mit einem Augenzwinkern über seinen jüngeren Sohn. „Es sei Eike gegönnt. Es ist beeindruckend, was er leistet.“
Bewusst war den Schmidts der Positionswechsel in der Bunder Torjägerliste am Mittwoch jedoch gar nicht. „Wir haben ja leider kein Stadionheft mehr, deshalb kenne ich meine Statistik nicht“, gestand Eike Schmidt ehrlich, nachdem er am Donnerstag von der Zeitung davon hörte. Mit erst 27 Jahren erzielte der kräftige Angreifer nun bereits 244 Punktspiel-Tore – in lediglich 246 Partien. Bei Ralph Schmidt hat TV-Statistiker Dieter Modder aus Leer 242 Treffer in 524 Spielen in der 1. Herren bei Bunde notiert.
Corona sorgt für Verzug
„Mein Vater hat früher ja überwiegend im Mittelfeld gespielt. Da sind seine Buden natürlich noch höher anzurechnen als meine“, hob Eike Schmidt die Leistung seines Vaters hervor. Nach dem An-die-Spitze-Setzen des Familienrankings peilt der Top-Torjäger der Fußball-Bezirksliga (27 Saisontore) nun den ewigen Torjäger-Thron des TV Bunde an. Denn nur noch Holger Relotius hat in der Bunder Klubgeschichte öfter in Ligaspiele genetzt als Eike Schmidt. Relotius, den Eike Schmidt in der Corona-Zeit beim Tennis-Spielen kennengelernt hatte, schoss zwischen 1966 und 1980 insgesamt 250 Tore in 380 Spielen für Bundes erste Mannschaft. „Noch in dieser Saison wird es einen Führungswechsel geben – vielleicht schon in den nächsten Spielen, denn Eike ist gut drauf und die kommenden Gegner eher leicht“, sagte „Vereinslexikon“ Dieter Modder. Der 71-Jährige führt von 1950 an Statistik über den TV, hat Werte von allen Spielen der ersten Mannschaft und dazugehörige Zeitungsartikel archiviert.
Sechs Tore benötigt Eike Schmidt noch, um mit Holger Relotius gleichzuziehen, sieben für die alleinige Spitze. Bei seinem Toreschnitt von nahezu einem Treffer pro Spiel und zehn ausstehenden Ligaspielen in dieser Saison dürfte es noch vor der Sommerpause soweit sein. „Wenn Corona nicht gewesen wäre, würde Eike schon längst ganz vorne liegen“, ist sich Dieter Modder sicher. „In der einen Saison machte er so nur vier Spiele und sechs Tore und in der anderen 17 Tore in 17 Spielen. Bei einer normalen Saison hätte er sicherlich um die 30 Treffer und mehr erzielt.“
Ewige Rekord wackelt gewaltig
Eike Schmidt tritt nicht nur als Bunder Torjäger in die Fußstapfen seines Vaters – auch beruflich. So arbeitet der 27-Jährige wie sein Papa als Zollbeamter – auch sein Opa Gerd war beim Zoll. Nach einigen Jahren in seinem Arbeitsort Bremerhaven ist Eike Schmidt wieder etwas dichter an die Heimat herangezogen. Mittlerweile wohnt er in Oldenburg und muss zu Trainingseinheiten und Spielen nicht mehr ganz so weit anreisen.
In den nächsten beiden Partien trifft er mit seinen Bunder Mitspielern auf die beiden Schlusslichter der Tabelle: Moordorf und Suurhusen. Beide haben auch die schwächsten Defensiven der Liga – ein paar Schmidt-Törchen könnten da möglich sein, der ewige Bunde-Rekord vielleicht sogar schon wackeln.
Der Titel Torschützenkönig wird Eike Schmidt bei acht Treffern Vorsprung in der Bezirksliga wohl kaum noch zu nehmen sein. Den zweiten Platz teilen sich Hauke Specht (SV Großefehn) und Niklas Sukowski (TuS Esens) mit 19 Treffern. Letzterer hat bereits am Freitag die Möglichkeit, weitere Tore zu erzielen. Denn Sukowski eröffnet mit seinen Esenser Teamkollegen mit dem Heimspiel gegen Germania Wiesmoor den 27. Spieltag. Anstoß ist um 20 Uhr.