Mobilität in Moormerland  Warum an einem Radweg ein Wald aus Leitpfählen steht

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 21.04.2023 13:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dicht an dicht stehen Leitpfosten am Ackerhauser Weg. Dort hat die Gemeinde Moormerland einen neuen Radweg angelegt. Foto: Saathoff
Dicht an dicht stehen Leitpfosten am Ackerhauser Weg. Dort hat die Gemeinde Moormerland einen neuen Radweg angelegt. Foto: Saathoff
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Sogar von der Autobahn aus ist es ein ungewöhnlicher Anblick: Am Ackerhauser Weg eine lange Reihe aus Pfosten. Die Gemeinde erklärt, was das soll.

Neermoor - Es ist ein seltsamer Anblick: Entlang eines neuen Radwegs am Ackerhauser Weg in Neermoor steht alle paar Meter ein Leitpfosten. Sogar von der Autobahn aus ist das zu sehen. Sie säumen einen neuen Radweg, der parallel zu einem unbefestigten Feldweg verläuft. Was hat es damit auf sich?

Was und warum

Darum geht es: Am Ackerhauser Weg in Moormerland gibt es nicht nur einen neuen Radweg, sondern auch eine ungewöhnlich hohe Zahl von Leitpfählen

Vor allem interessant für: Menschen, die mit dem Rad durch die Gemeinde Moormerland fahren

Deshalb berichten wir: Einem Kollegen war der merkwürdige Weg aufgefallen.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Die Erklärung von Bürgermeister Hendrik Schulz: Die Pfosten sollen Autofahrer von dem Radweg fernhalten. Aber müssen es dazu so viele sein? Ja, sagt Schulz: „Wenn wir die nicht aufgestellt hätten, würden ständig Autofahrer auf den Radweg ausweichen.“ Ein normaler Abstand der Leitpfosten, die an Gemeindestraßen sonst etwa 30 Meter auseinander stehen, wäre kein Hindernis, sagt auch Harm Busemann vom Bauamt.

Abkürzung durch die Felder?

Dabei verläuft der Ackerhauser Weg mitten zwischen Wiesen. Der Feldweg ist bei Regen matschig und im Sommer staubig. Wieso fahren überhaupt Autos da lang? Eine gute Frage, findet Busemann, aber es sei Tatsache, dass Leute diesen Weg für die Fahrt von Neermoor nach Neermoor-Kolonie benutzen. Über die Autobahn kommen sie über eine Brücke. Anwohner auf der Ostseite der A 31 haben sich schon des Öfteren über solchen Verkehr vor ihrer Haustür beschwert.

Deshalb wurde bereits der Voßbergweg, der etwas nördlich vom Ackerhauser Weg am Rand des Gewerbegebietes am Borgwardring in Richtung Autobahn führt, für den Autoverkehr gesperrt. Der Ackerhauser Weg jedoch könne nicht gesperrt werden, da es sich um einen landwirtschaftlichen Nutzweg handele, so Schulz. Deshalb habe man die Lösung mit den Leitpfählen gewählt, damit der Radweg nicht in kurzer Zeit Schaden erleide.

Finanziert wurde alles mit EU-Mitteln

Laut Busemann ist der Untergrund des Radwegs für die Nutzung mit dem Fahrrad oder Mofa geeignet, nicht jedoch für deutlich schwerere Autos. Finanziert wurde der Radweg aus Mitteln der EU, dem Leader-Programm. Gekostet hat der Bau laut Busemann insgesamt 227.000 Euro, rund 190.000 Euro kamen aus EU-Mitteln über das Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg. Darin sind die insgesamt 163 Leitpfosten enthalten, die im Abstand von 2,50 bis maximal drei Meter aufgestellt wurden. Wie hoch die Kosten allein für diese waren, könne er nicht beziffern, so Busemann.

Gedacht ist der Weg laut Schulz sowohl für Radwanderer, die durch Moormerland kommen und abseits der großen Straßen fahren wollen, wie auch für Neermoorer, die mit dem Rad ins Zentrum wollen. Dazu gehören unter anderem Schüler, die die IGS besuchen.

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