Hamburg HSV empfängt St. Pauli: So soll das Hamburger Stadtderby gesichert werden
Bei der Hamburger Polizei laufen die Vorbereitungen für das Derby des HSV am Freitag gegen St. Pauli. Traditionell ein Risikospiel. Die Anhänger beider Vereine kündigten bereits Fanmärsche an.
Das Derby zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli ist für die Polizei in der Hansestadt inzwischen zur Routine geworden. Nach dem Abstieg der Rothosen in die 2. Fußball-Bundesliga 2018 treffen die beiden Rivalen am Freitag (18.30 Uhr) bereits zum zehnten Mal innerhalb von fünf Jahren aufeinander. Allerdings ist es einige Zeit her, dass die beiden Clubs vor ausverkauftem Haus im Volksparkstadion gegeneinander antraten.
Beim bisher letzten Stadtderby im HSV-Stadion im Januar 2022 waren pandemiebedingt lediglich 2000 Zuschauer zugelassen. Zuvor, im Oktober 2020, gerade einmal 1000. Das Polizeiaufgebot hatte sich dementsprechend im Rahmen gehalten. Am Freitag nun endlich wieder ein Derby vor vollen Rängen im Volksparkstadion – und damit alle Hände voll zu tun für Polizei und Sicherheitskräfte.
Details zum Sicherheitskonzept werden im Vorfeld des Spiels nicht öffentlich gemacht, erklärt Polizeisprecher Sören Zimbal. Auch Zahlen zu Polizeikräften, die am Freitagabend rund um das Spiel im Einsatz sein werden, stünden erst kurzfristig am Donnerstag fest. Beim Hinspiel im ebenfalls vollbesetzten Millerntor-Stadion im Oktober vergangenen Jahres waren knapp 1450 Beamte im Einsatz. 47 Personen waren damals in Gewahrsam genommen worden, so die Polizei. Unter anderem hatten die Einsatzkräfte mehrere Anhänger des FC St. Pauli festgesetzt, die versucht haben sollen, einen HSV-Fanmarsch anzugreifen. Fünf Beamte wurden an dem Tag verletzt.
Rund 2500 HSV-Anhänger, darunter 400 „Problemfans“, marschierten vor dem letzten Derby vom Altonaer Balkon bis zum Millerntor-Stadion. Oberstes Ziel der Polizei war es, wie bei jedem Risikospiel, die verfeindeten Fanszenen voneinander zu trennen.
Und darauf kommt es auch dieses Mal an: Die Fans des FC St. Pauli treffen sich am Freitagnachmittag an der Jungfernstieg-Promenade und wollen sich von dort geschlossen per S-Bahn auf den Weg in Richtung Volksparkstadion machen, ließ die Fangruppierung Ultrà Sankt Pauli (USP) in einer Mitteilung verlauten. „Es geht bei diesen Duellen bei Weitem nicht nur um den Erfolg auf dem Rasen“, heißt es dort, „sondern ebenso um die Tribünen.“ Nach dem Spiel gehe es gemeinsam zurück „in unser Viertel, wo wir den Abend ausklingen lassen“. Etwas mehr als 5000 Karten durften die Kiezkicker an ihre Anhänger verkaufen.
Auch die Fanszene des HSV will sich schon um 15 Uhr am Bahnhof Stellingen treffen. Bereits um 17.30 Uhr, also eine Stunde vor dem Anpfiff, geht es dann ins Stadion. Der Plan dahinter: Einerseits soll die Mannschaft schon beim Aufwärmen angefeuert werden, andererseits soll es beim Derby eine größere Choreografie auf den Tribünen geben, wozu die Hilfe möglichst vieler Anhänger benötigt wird.
Auch für den Gastgeber bedeutet das Derby zusätzliche Arbeit in Sachen Sicherheit. „Das Stadtderby wurde als Hochrisikospiel eingestuft, welches unter anderem auch eine erhöhte Zahl an eingesetzten Ordnern bedingt“, erklärt HSV-Sprecher Jonas Bodenstein. Eine Besonderheit bei Risikospielen sei die Fantrennung: Etwa durch Gitter oder Pufferzonen werden beide Lager strikt voneinander getrennt, um etwaige Konfrontationen zu vermeiden. Auch Alkoholverbote in und um Stadien sind oft gängige Maßnahmen bei Risikospielen. „Bei der Einlasskontrolle ergeben sich keine Besonderheiten für die Stadionbesucher, diese wird wie bei jedem anderen Spiel gewissenhaft durchgeführt“, so Bodenstein.
Einschränkungen wird es hingegen für Verkehrsteilnehmer geben. „Natürlich wird es auch zu Straßensperrungen kommen“, so Polizeisprecher Zimbal. Genauere Angaben dazu gibt es allerdings noch keine.