Kolumne „Klare Kante“  Die Ampel verbaut uns unsere Zukunft

Dieter Weirich
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Eine Kolumne von Dieter Weirich
| 20.04.2023 09:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Wenn heute die Baubranche zum Spitzentreffen zusammen kommt, geht es vor allem auch um Senioren. Es droht eine „graue Wohnungsnot“.

Preisexplosionen können Bauten zum Einsturz bringen. Enorm gestiegene Kosten für Kredite und Materialien, anhaltende Inflation, ansteigende Zinsen und Existenzsorgen in der Bauindustrie mit zunehmenden Insolvenzen und Betriebsschließungen führen zur Verschärfung der Wohnungsnot in Deutschland. Obwohl rund 700.000 Wohnungen fehlen, ist die Zahl der Baugenehmigungen um 15 Prozent zurückgegangen, der Gesamtverband der Wohnungswirtschaft rechnet damit, dass ein Drittel der für dieses und nächstes Jahr geplanten Bauten erst gar nicht realisiert wird. Angesichts der mangelnden Angebote für Senioren droht eine „graue Wohnungsnot“.

Dabei hatte Bundeskanzler Scholz auch beim Wohnen eine Zeitenwende ausgerufen, mit seiner Vertrauten Klara Geywitz ein neues Ministerium für Wohnungsbau geschaffen. 1,6 Millionen neue Wohnungen sollten in dieser Legislaturperiode geschaffen werden. Das wird ein frommer Wunsch bleiben. Scholz sollte sich deshalb öffentlich korrigieren.

„Bauen macht den Beutel schlapp“, sagt ein Sprichwort. Dass Wirtschaftsminister Robert Habeck, dessen Vollbremsung der Förderung für energetische Sanierungen noch in unguter Erinnerung ist, mit 13 Milliarden Euro diesen Nachhaltigkeits-Topf verwaltet, während die Bauministerin eine nicht wesentlich größere Summe für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung hat, ist ein Konstruktionsfehler, den nur der Kanzler im Rahmen seiner Richtlinienkompetenz beheben kann. Wurschtelt man einfach nur so weiter, verbaut man sich die Zukunft.

Ein Thema von großer Dringlichkeit ist die Verbilligung des Baulandes in den Randbezirken großer Städte, die mit der Ausweisung neuer Baugebiete ein Drittel ihrer Erschließungskosten aus einem gemeinsamen, bis Ende 2025 laufenden Programm von Bund und Ländern erhalten könnten. Die Zinsen zur Finanzierung privat genutzter Eigenheime sollten für bis Ende 2025 begonnener Häuser und Wohnungen erstmals von der Steuer abgesetzt werden können.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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