Orden für Merkel  Warum denn eigentlich nicht?

Stefanie Witte
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Ein Kommentar von Stefanie Witte
| 17.04.2023 17:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Altkanzlerin Merkel bekommt das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik in besonderer Ausführung – ein Anlass für viel Kritik. Foto: DPA
Altkanzlerin Merkel bekommt das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik in besonderer Ausführung – ein Anlass für viel Kritik. Foto: DPA
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Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel wird ausgezeichnet – und erntet dafür massig Kritik. Warum eigentlich?

Angela Merkel bekommt einen Orden – und angesichts der Reaktionen könnte man meinen, der Bundespräsident habe ihr gleichzeitig Schloss Bellevue überschrieben. Dabei gibt es viele gute Gründe der Bundeskanzlerin a.D. diese Ehre zuteilwerden zu lassen. Merkel hat entscheidenden Anteil daran, dass Deutschland in den 16 Jahren ihrer Amtszeit ein wichtiger, respektierter internationaler Partner war.

Sie hat Deutschland in der Flüchtlingskrise ein freundliches Gesicht verliehen und durch viele Krisen navigiert. Am Ende ihrer Amtszeit steht kein perfektes, aber ein starkes Land. Das anzuerkennen, bedeutet nicht, mit ihrem Kurs, ihren Entscheidungen unkritisch umzugehen. Aber so zu tun, als hätte sie Nord Stream alleine gebaut, wird der Historie nicht gerecht. Wie werden dieselben Kritiker, die nun im Nachhinein alles besser gewusst haben wollen, in zehn Jahren mit der China-Politik von Olaf Scholz ins Gericht gehen?

Merkels Führungsstil mögen manche langweilig finden. In ihrer unaufgeregten Art hat die erste Kanzlerin jedoch gezeigt, wie man sich im wichtigsten Staatsamt auch ohne Dominanzgebahren und Ego-Trips behaupten kann. Im Ausland jedenfalls ist man weniger zaghaft mit höchsten Ehrungen. Die USA haben Merkel mit der Freiheitsmedaille ausgezeichnet, die Niederländer im vergangenen Jahr mit einem hohen königlichen Orden.

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