Mehr Sicherheit, weniger Lärm  Bald Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt von Weener?

Tatjana Gettkowski
|
Von Tatjana Gettkowski
| 06.04.2023 15:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wer vom Combi-Parkplatz runterfahren will, braucht zu den Hauptverkehrszeiten manchmal Geduld. Foto: Gettkowski
Wer vom Combi-Parkplatz runterfahren will, braucht zu den Hauptverkehrszeiten manchmal Geduld. Foto: Gettkowski
Artikel teilen:

Verkehrsminister Olaf Lies will es Kommunen erleichtern, Tempo-30-Zonen einzurichten. Ist dieser Vorstoß eine neue Chance für eine Temporeduzierung in der Ortsdurchfahrt von Weener? Wir fragten nach.

Weener - Mehr als 6000 Fahrzeuge rauschen täglich durch die Ortsdurchfahrt von Weener. Für den Schwerlastverkehr ist die L 31 die Hauptverkehrsader vom Rheiderland nach Papenburg. Viele Weeneraner wünschen sich weniger Lärm und mehr Verkehrssicherheit auf der stark befahrenen Straße.

Was und warum

Darum geht es: um die Frage, ob es doch noch eine Chance für Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt von Weener gibt

Vor allem interessant für: Verkehrsteilnehmer, die regelmäßig in Weener unterwegs sind

Deshalb berichten wir: Verkehrsminister Olaf Lies will Kommunen die Einrichtung von Tempo-30-Zonen erleichtern.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Die langersehnte Fußgängerampel wird nach zehnjährigem Hickhack demnächst angeschlossen. Doch eine Temporeduzierung auf der Mühlenstraße konnte bisher nicht realisiert werden. Neue Hoffnung setzen die Befürworter nun in einen Vorstoß von Landesverkehrsminister Olaf Lies (SPD). Er will den Kommunen die Einrichtung von Tempo-30-Zonen erleichtern und gleichzeitig etwas für den Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz tun.

Welche Pläne hat das Land?

Die Kommunen in Niedersachsen sollen künftig selbst beurteilen, wo Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt werden sollen. Darüber herrscht bei den Verkehrsministern der 16 Bundesländer Einigkeit. Der Bund

müsste allerdings die rechtlichen Voraussetzungen schaffen und die bisher noch restriktiven straßenrechtlichen Vorschriften durch entsprechende Gesetzesänderungen anpassen.

Diese Kurve im Übergang der Haagstraße in die Mühlenstraße ist beim Überqueren besonders unübersichtlich. Foto: Gettkowski
Diese Kurve im Übergang der Haagstraße in die Mühlenstraße ist beim Überqueren besonders unübersichtlich. Foto: Gettkowski

Wie ist Situation in Weener?

Entstanden ist der Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung auf der Landesstraße 31 in Weener durch die Diskussion über eine Druckampel. Die Querungshilfe war seinerzeit von Bewohnern des Altenzentrums Rheiderland an der vielbefahrenen Mühlenstraße (L31) gefordert worden. Weil sich die Standortfrage in die Länge zog, brachte die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Weener alternativ eine Geschwindigkeitsbegrenzung ins Gespräch.

2018 bewarb sich die Stadt auf Antrag der CDU auf die Aufnahme in ein Modellprojekt für Tempo 30 in Ortsdurchfahren. „Leider wurden wir damals nicht in den Teilnehmerkreis aufgenommen“, so die CDU-Stadtratsvorsitzende Hildegard Hinderks. Auch wenn die Installation der Ampel nach Auskunft der Stadt kurz bevorsteht – nach Vorstellung der CDU muss die Verkehrssicherheit weiter verbessert werden. „Autofahrer, die vom Combi-Parkplatz kommen, sehen herannahende Fahrzeuge auf der Landesstraße durch den Kurvenbereich erst spät“, so Hinderks. Durch eine Temporeduzierung könnte diese Gefahrenstelle entschärft werden.

Die L 31 führt mitten durch Weener. Foto: Gettkowski
Die L 31 führt mitten durch Weener. Foto: Gettkowski

Wie ist derzeit die rechtliche Lage?

Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone in der Ortsdurchfahrt von Weener schätzt Yasin Kilic, stellvertretender Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich aktuell als schwierig ein. Die Einrichtung von Tempo-30-Zonen sei nach seinen Worten durch den Paragrafen 45 der Straßenverkehrsordnung geregelt. „Danach sind Tempo-30-Zonen vor allem an besonderen Gefahrenstellen wie vor Kindergärten oder Schulen möglich“, so Kilic. „Die Landesstraße hat eine überörtliche Verbindungsfunktion“, betont er. In einer Tempo-30-Zone gelte an den einmündenden Straßen aber die Rechts-vor-links-Regelung. Nach seiner Einschätzung könne das den Verkehrsfluss beeinträchtigen. Auf den Kreisel folgen eine Ampelkreuzung, die Einmündung zum Einkaufszentrum bei Combi und die Fußgängerdruckampel. Vor allem zu Hauptverkehrszeiten könnte es zu Staus kommen.

Was sagt die Verwaltung?

Hermann Welp, Erster Stadtrat von Weener, hat sich noch keine Meinung gebildet, ob eine Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt sinnvoll wäre und tatsächlich die Verkehrssicherheit verbessern würde. „Das wird sich in der Praxis zeigen, wenn die Ampel in Betrieb ist“, so Welp. Erst dann könne man beurteilen, wie gut der Verkehrsfluss auf der Landesstraße zwischen dem Kreisel an der B 436 und der Kreuzstraße ist.

Ähnliche Artikel