Berlin Wie die „Super Mario“-Stars über den Film-Flop von 1993 lästern
Chris Pratt, Seth Rogen und Jack Black sind die Stimmen im neuen „Super Mario Bros. Film“. Wir haben mit den US-Stars gesprochen – über klassische Videospiele, Nacktaffen mit Krawatte und den legendären Mario-Flop aus dem Jahr 1993.
30 Jahre nach dem legendären Kino-Flop „Super Mario Bros.“ kommt eine neue Version des Nintendo-Spiels auf die Leinwand. Im Titel klingt der „Super Mario Bros. Film“ fast wie der erste Versuch; ansonsten ist alles anders: Diesmal ist die Geschichte animiert, kindgerecht und näher am Videospiel.
Die Stimmen der Trickfiguren gehören im US-Original echten Superstars: Mario wird von Chris Pratt gesprochen, Charlie Day übernimmt seinen Bruder Luigi. Seth Rogen ist der Affe Donkey Kong, Keegan-Michael Key das Pilzmännchen Toad, und der Erzschurke Bowser hat die Stimme von Jack Black. Vor der Premiere haben wir mit allen fünf Schauspielern gesprochen. Hier stellen wir die lustigsten und spannendsten Antworten aus allen Gesprächen zusammen:
Frage: Charlie Day, wenn Kinder Super Mario spielen, will jeder Mario sein. Wie gehen Sie damit um, dass Sie nur Luigi sprechen?
Antwort: Charlie Day: Ich komme sehr gut damit klar. Es ist eine Ehre! Aber ich verstehe die Kinder. Meine große Schwester wollte früher auch immer Mario sein. Ich war schon damals Luigi.
Frage: Und wie geht es Ihnen damit, Chris Pratt, dass Sie nur Sie selbst und nicht Charles Martinet sind – der Sprecher der Videospiele, den viele Fans sich auch als Filmstimme gewünscht hatten?
Antwort: Chris Pratt: Ich bin sehr gern Chris Pratt. Das hat sich für mich immer ausgezahlt. Und wir haben den Segen von Charles. Ich bin dankbar, dass er diese Kult-Stimme entwickelt hat. Sein Jubelruf „Wahooo!“ und sein „It’s-a-me!“ sind der Soundtrack meiner Kindheit.
Frage: Die „Mario“-Spiele kommen ohne Geschichte aus. Trotzdem muss man im Kino nah am Stoff bleiben. Was heißt Werktreue bei einem Jump’n’Run-Spiel?
Antwort: Keegan-Michael Key: Man muss mit den Kleinigkeiten genau sein, mit den Sounds, den Gesten, den Sprüchen. Das muss sitzen. Dass man sich mit keiner Geschichte auseinandersetzen muss, hilft sogar. Alles, was vorkommen musste, war ein Typ, der durch eine Menge Röhren flitzt. Den Rest konnten wir erfinden.
Frage: Wie trainiert man den Akzent eines Italo-Amerikaners aus Brooklyn?
Antwort: Chris Pratt: Mit meiner Maskenbildnerin aus einem anderen Film. Sie stammt aus Brooklyn. Die habe ich immerzu gefragt: Hör mal – klinge ich richtig? Ihre Antworten: Nein! Nope! Wieder daneben! Das hat geholfen.
Frage: Seth Rogen, der erste „Super Mario“-Film war ein gigantischer Flop. Warum mögen Sie ihn trotzdem?
Antwort: Seth Rogen: Warum ich den ersten „Super Mario“-Film trotzdem mag?!
Frage: Mögen Sie ihn nicht?
Antwort: Seth Rogen: Nein! Der Film ist schrecklich! Eine der größten Enttäuschungen meines Lebens! „Super Mario Bros.“ gehört zu den Filmen, die mir klargemacht haben, dass schlechte Filme überhaupt möglich sind. Es ist eine persönliche Genugtuung, an der filmischen Ehrenrettung der Mario Brothers beteiligt zu sein.
Schön schlecht: So sah der Trailer zum gescheiterten „Super Mario Bros“-Film aus dem Jahr 1993 aus:
Frage: Jack Black, hatten Sie schon mal das Gefühl: Mit diesem Film ruiniere ich meine Karriere?
Antwort: Jack Black: Bislang hat mir jeder einzelne meiner Filme das Gefühl gegeben: Das war jetzt mein letzter. Furcht und Schrecken gehören zur Entertainment-Industrie. Aber manchmal sind die schlechten Filme ja die besten. Also, bitte, keine schnellen Urteile über entsetzliche Filme. Manchmal geht es so daneben, dass es genial ist.
„Der Super Mario Bros Film“ des Jahres 2023 – hier sehen Sie den Trailer:
Frage: Die Geschichte von „Super Mario“ besteht darin, dass man atemlos rumrennt und sich nach Münzen streckt. Ist das eine Metapher aufs Mainstream-Kino?
Antwort: Seth Rogen: Könnte sein! Es ist ganz einfach so, dass man aus dem scheinbar langweiligsten Erzähluniversum einen brillanten Film machen kann – und einen schrecklichen aus dem erzählerisch reichsten Stoff.
Frage: Donkey Kong ist kein großer Redner. Wo haben Sie Inspiration für seine Stimme gefunden?
Antwort: Seth Rogen: Ich weiß nicht, welche meiner gut 40 animierten Filme Sie gesehen haben. Ich klinge in jedem einzelnen ziemlich gleich. Ich bin kein Mann der 1000 Stimmen. Mein Konzept für Donkey Kong war: Er klingt wie ich.
Frage: Im Film ist Prinzessin Peach eine starke Frau; wertet das die Geschichte auf?
Antwort: Chris Pratt: Ich hab zwei Töchter; und wenn die alt genug sind, wollen sie bestimmt Prinzessin Peach sein, kämpfen, ihre Superkräfte ausspielen – und all die Dinge machen, die in der Pop-Kultur bislang den Jungs vorbehalten waren. Das ist der richtige Weg.
Frage: Nintendo war stark in den Film involviert; der Spiele-Designer Shigeru Miyamoto hat sogar mitproduziert. Welche Vorgaben haben Sie bekommen?
Antwort: Seth Rogen: Ich lasse einfach alles raus. Ziemlich oft hatte ich das Gefühl: Das verwenden die nie! Ich habe zum Beispiel eine Menge Witze darüber gemacht, dass Donkey Kong einen Schlips trägt und ansonsten völlig nackt ist. Einen nackten Schlipsträger finde ich lustig, weil: Wenn man sowieso nackt ist, wieso dann noch eine Krawatte umbinden? Um zu demonstrieren, dass man das Konzept Kleidung begreift?
Frage: Haben Sie als Kind „Super Mario“ gespielt?
Antwort: Jack Black: Aber hallo! Ich habe die Erfindung von Videospielen miterlebt. Ich gehöre zur allerersten Gamer-Welle und habe noch „Pong“ gespielt. „Space Invaders“ kannte ich, als man für Videospiele noch in Restaurants gehen musste. Ich hatte auch das erste Atari-System. Mit „Donkey Kong“ war ich dann den Videospielen verfallen. Und mein erster Job als Kinderdarsteller war ein Werbespot für das Videospiel „Pitfall“. Ich war zwölf oder 13 Jahre alt, hatte einen hübschen Scheck in der Tasche und war eine Schulberühmtheit.
Frage: Warum hat es seit dem letzten „Super Mario“-Film so lange bis zu diesem gebraucht?
Antwort: Seth Rogen: Spiele-Adaptionen waren lange eine knifflige Sache; inzwischen kriegen sie es hin. Wenn man etwas Großartiges in den Händen hält, das alle lieben – und wenn man daraus schon einen Film gemacht hat, den man zu den schlechtesten aller Zeiten zählen darf – dann verstehe ich eine gewisse Zurückhaltung vor dem nächsten Versuch.
Frage: Videospiele werden immer komplexer. Ist Donkey Kong der Ur-Schurke des Genres?
Antwort: Seth Rogen: Er ist auf jeden Fall auch kompliziert: Warum wirft er immerzu mit diesen Fässern? Wer hat die gemacht und wofür stehen sie? Was ist die Ursache seines Zorns? Was ist die Vorgeschichte von Donkey Kong? Donkey ist ein höchst komplexer Kong.
Frage: Wie intensiv haben Sie Ihre Figur mit den anderen Sprechern diskutiert?
Antwort: Seth Rogen: Zero. Überhaupt nicht.
Filmstart: „Der Super Mario Bros. Film“ kommt am Mittwoch, 5. April 2023, bundesweit in die Kinos.