E-Scooter-Verbot in Paris Autos sollten als nächste an der Reihe sein
Jeder hasst sie, ihre Umweltbilanz ist zweifelhaft und in Paris sollen sie jetzt von den Straßen verschwinden: die E-Scooter aus den Verleihstationen. Man muss ihnen keine Träne nachweinen. Trotzdem trifft die Wut den Falschen.
E-Scooter nerven. Das findet wahrscheinlich jeder, der nicht selbst gerade durch die Fußgängerzone saust. Die Dinger stören sogar noch unbemannt, als Stolperfalle auf Gehwegen. In Berlin werden sie schon mal beherzt in die Spree geschleudert – wo sich ihr zweifelhafter Umweltnutzen vollends ins Gegenteil verkehrt. In Paris scheint es ähnlich zu sein. Hier soll der Verleih nach einer Bürgerbefragung deshalb verboten werden. Adieu! Sie werden nicht fehlen.
E-Scooter mögen die Schnapsidee der Verkehrswende sein. Ein nennenswertes Problem sind sie nicht. In Paris sind gerade mal 15.000 der Gefährte unterwegs. Die Anzahl der Autos liegt in Deutschland bei 48 Millionen. Sie schaffen die wahren Probleme: den CO2-Ausstoß natürlich, Flächenversiegelung, Lärm- und Feinstaubbelastung und die Gefahr, totgefahren zu werden. Autofahrer verschulden mehr Unfälle mit Personenschaden als alle anderen Verkehrsteilnehmer zusammen. E-Scooter-Fahrer dagegen verursachen noch weniger Unfälle als Fußgänger.
Trotzdem schimpfen wir alle gern über die Scooter. Das fällt leicht, vor allem den 83 Prozent der Deutschen, die sie nie nutzen. Außerdem fallen sie auf. Mehr als die Autos, die vermutlich in viel größerer Zahl Bürgersteige blockieren. Das ist die Krux der Verkehrswende: An die vielen Autos haben wir uns gewöhnt.