Kolumne „Digital total“  Bei Menschen statt Konzernen einkaufen

Fabian Scherschel
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Eine Kolumne von Fabian Scherschel
| 04.04.2023 08:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fabian Scherschel
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Unser Kolumnist Fabian Scherschel schlägt heute eine Bresche für Kleinunternehmen, die in Deutschland und Europa produzieren. Die findet man auch im Internet.

Ich bin niemand von den Leuten, die Geld spenden. Ich habe nie wirklich daran geglaubt, dass große Organisationen, Proteste oder Boykott-Aufrufe irgendetwas Nennenswertes in der Welt ändern. Statt mein Geld Hilfsorganisationen zu geben oder Petitionen im Netz auszufüllen, versuche ich lieber für mich, im Kleinen, mein Leben bewusster zu leben. Dazu zählt, dass ich Straßenmusikern Geld gebe und dass ich versuche, bedürftigen Menschen, die mir im Alltag über den Weg laufen, zu helfen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten.

Zur Person

Fabian Scherschel, geboren in Duisburg und nun in Düsseldorf lebend, arbeitete bis 2019 als Redakteur für das Tech-Portal Heise-Online und für die Tech-Newsseite „The H“ in London. Als Freiberufler schreibt er unter anderem für das Magazin „c’t“. Mittlerweile hat der begeisterte Podcaster sein eigenes Projekt: fab.industries. Fernseh- und Radiosender schätzen ihn als Experten.

Dazu zählt aber auch, dass ich mir sehr gut überlege, welche Produkte ich kaufe. Ich unterstütze gerne Kleinunternehmer und Läden, die mir einen sympathischen Eindruck machen. Auch wenn ich dieser Tage viel im Internet einkaufe, achte ich immer darauf, wo diese Produkte herkommen und bevorzuge Firmen und Unternehmer, die lokal ansässig sind oder zumindest in Deutschland und Europa produzieren.

Leider habe ich in den letzten paar Monaten bemerkt, dass viele dieser kleinen, spezialisierten, zum Teil urigen Läden dicht gemacht haben. Ich vermute, das liegt zum einen an der allgemein miserablen wirtschaftlichen Lage in unserem Land, aber wohl auch daran, dass ich mit meinem Kaufverhalten einer kleinen Minderheit angehöre. Ich denke, viele Menschen fallen auf Facebook- und TikTok-Werbung herein und kaufen am liebsten Dinge, die möglichst billig sind. Egal wo diese herkommen und wie sie produziert werden.

Das finde ich sehr schade und deswegen möchte ich an dieser Stelle dazu anregen, über diesen Zustand nachzudenken. Das Internet erlaubt uns, selbst die kleinsten und abwegigsten Läden und Dienstleistungen zu finden. Und ich denke, wir sollten davon Gebrauch machen und uns öfter die Zeit, und das Geld, nehmen und Menschen, die sich wirklich Mühe geben, unterstützen. Anstatt bei großen, herzlosen Konzernen zu kaufen, die alles möglichst billig mit dem größten Gewinn produzieren und denen alles andere egal ist.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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