Beschluss aus Berlin LNG-Terminal in Wilhelmshaven muss umgerüstet werden
Seit Dezember wird in Wilhelmshaven Flüssigerdgas ins Netz eingespeist. Das Chlor, das dabei in die Nordsee gelangt, ist nicht nur Umweltschützern ein Dorn im Auge – auch die Politik in Berlin fordert jetzt Alternativen.
Berlin/Wilhelmshaven - Das LNG-Terminalschiff „Höegh Esperanza“ in Wilhelmshaven muss nach einem Beschluss des Haushaltsauschusses des Bundestags umgerüstet werden. Darauf weist die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in einer Mitteilung hin. Konkret geht es hierbei um den Einsatz von Chlor als Biozid, der laut Terminalbetreiber Uniper nötig ist, um die Seewasserleitungen des Schiffs etwa von Muscheln freizuhalten.
Dieses Verfahren war bereits von Umweltschützern kritisiert worden, ehe die „Höegh Esperanza“ als bundesweit erstes schwimmendes Terminal für Flüssigerdgas (LNG) im Dezember den Betrieb aufgenommen hatte. „Es ist ein Meilenstein für den Schutz des Wattenmeers, dass der Haushaltsausschuss nun einen Stopp der Chlor-Einleitung in Wilhelmshaven fordert“, sagte Constantin Zerger, DUH-Leiter Energie und Klimaschutz, laut Mitteilung. „Wir setzen uns schon lange dafür ein, dass die Nordsee nicht als Müllhalde des LNG-Terminalschiffs herhalten darf.“
Das Konsortium um das Unternehmen Tree Energy Solution (TES), welches das zweite geplante LNG-Terminal in Wilhelmshaven betreibt, will hierbei auf den Einsatz von Bioziden verzichten, wie es bereits Anfang März bestätigt. In dieser Woche teilte nun auch Uniper mit, dass man für die „Höegh Esperanza“ nach Alternativen zum Einsatz von Chlor suche – allerdings als Auflage, die vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erteilt worden sei. Das Ultraschallverfahren, auf das auch TES setzt, sei hierbei eine Möglichkeit, aber auch andere Alternativen würden geprüft. Mit Ergebnissen der Untersuchung ist laut Uniper im dritten Quartal dieses Jahres zu rechnen.
Mit Material von DPA