Hamburg  AfD nutzt KI-generierte Bilder – warum das gefährlich sein kann

Laurena Lynn Erdmann
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Von Laurena Lynn Erdmann
| 31.03.2023 11:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die AfD verteidigt das Nutzen von KI-generierten Bildern. Foto: Imago Images/Future Image
Die AfD verteidigt das Nutzen von KI-generierten Bildern. Foto: Imago Images/Future Image
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Im Netz tauchen immer mehr Bilder auf, die zwar echt aussehen, aber künstlich erstellt wurden. AfD-Bundestagsabgeordnete nutzen aktiv diese KI-generierte Bilder und tragen so aktiv zur Desinformation bei.

Ein Bild zeigt ein Mädchen mit Blutspritzern im Gesicht, ein anderes einen schreienden Klimaaktivisten – solche Bilder werden momentan von der AfD in den sozialen Netzwerken geteilt, doch die Bilder sind nicht echt. Stattdessen wurden sie mithilfe Künstlicher Intelligenz erzeugt, die sich die AfD zunutze macht, um die politischen Ansichten der Partei zu verbreiten.

Es ist unklar, wie viele solcher gefälschten Bilder von der AfD bereits verbreitet wurden. Auch die Partei selbst weiß nicht, wie viele Bilder im Netz kursieren, wie sie selbst bestätigte. Denn die Politiker machen bei ihren Posts nicht deutlich, ob es sich um ein generiertes Bild handelt oder nicht. Nur teilweise wird der Name des Bildgenerators „Midjourney“ genannt oder das Bild wird als „Symbolbild“ gekennzeichnet. „Wir nutzen freie Bilddatenbanken, wir überprüfen nicht, ob KI-Bilder darin enthalten sind. Es handelt sich zudem ausschließlich um Symbolbilder“, erklärte ein Sprecher der AfD gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen“.

Fraktionsvize Norbert Kleinwächter sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, derlei Bilder dienten der „Illustration politischer Meinung“. Dabei sei es durchaus gewollt, dass „Stereotype bedient werden“.

Kleinwächter hatte zuletzt etwa die Darstellung eines Klimaaktivisten veröffentlicht, der mit entblößter Brust und wildem Bart brüllend auf der Straße sitzt, während im Hintergrund Passanten fliehen. „Es ist eine prototypische Darstellung dessen, was man sich in den Reihen der AfD als Klimaaktivisten vorstellt“, sagte Kleinwächter dazu. Das Bild sei jedoch als „Karikatur erkennbar“. Die Darstellung ist mit der Aussage „Klima-Wahnsinnige nehmen Tote in Kauf!“ überschrieben.

Außerdem veröffentlichte Kleinwächter KI-generierte Bilder von wutentbrannten, schreienden Migranten. Er sei „sehr, sehr dankbar“ für die neue Technologie, sagte der AfD-Fraktionsvize der Zeitung. Auch eine zur Fratze verzerrte Darstellung des Gesichts von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist auf Kleinwächters Instagram-Kanal zu finden.

Nathalie Rücker, Bildungsreferentin am Institute for Strategic Dialogue Germany (ISD), erklärte gegenüber der „Tagesschau“ in Bezug auf das Bild, das wütende Migranten darstellen soll, dass „die AfD auf ihren Social-Media-Kanälen häufig fiktive oder aus dem Kontext gerissene Bilder nutzt, um Stimmung gegen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen zu machen, die als Sündenböcke für Ängste dienen sollen.“ 

KI-generierte Bilder waren kürzlich auch Thema in der Talkshow von Markus Lanz. Der Publizist Sascha Lobo warnte in der Sendung davor, dass „es eine ganze Reihe von Leuten gibt, die im Netz versuchen, die Künstliche Intelligenz missbrauchbar zu machen.“

Im Zeitalter von „Fake News“ tragen auch KI-generierte Bilder zur Desinformation bei. „Es ist zum Teil sehr gefährlich, wie und wo sie verwendet werden“, sagt Andreas Dengel, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) der „Tagesschau“. Deswegen sei es nun „ganz wesentlich, Aufklärung zu betreiben“, so Dengel.

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