Hamburg/New York Große US-Bank: KI wie ChatGPT könnte weltweit 300 Millionen Vollzeitjobs ersetzen
Laut der Investmentbank Goldman Sachs wird künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitswelt weltweit verändern und zahlreiche Berufe überflüssig machen. Elon Musk fordert nun einen „unverzüglichen“ Entwicklungsstopp.
300 Millionen Vollzeitjobs und sieben Prozent aller Berufe könnten weltweit durch KI ersetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die US-Investmentbank Goldman Sachs in einem neuen Bericht. 63 Prozent aller Berufe werden demnach durch KI ergänzt. Insgesamt könnte rund ein Viertel der aktuellen Arbeitsaufgaben in Zukunft automatisiert werden.
In Europa und den USA sind vor allem Bürokräfte und akademische Berufe betroffen. In diesen Bereichen könnten bis zu 45 Prozent der Aufgaben von KI übernommen werden. Weniger Sorgen müssen sich Menschen machen, die Anlagen oder Maschinen bedienen oder als Handwerker arbeiten – in diesen Bereich könne künstliche Intelligenz kaum Arbeit abnehmen.
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Die sogenannte generative KI – wie zum Beispiel ChatGPT – schafft Inhalte, die von menschlicher Arbeit nicht zu unterscheiden sind. Das sei „ein großer Fortschritt“, mit Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, heißt es in dem Bericht. Der breite Einsatz der Technologie könne für ein weltweites jährliches Wirtschaftswachstum von sieben Prozent sorgen, so Goldman Sachs.
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Der langfristige Einfluss von KI sei jedoch höchst unsicher, sagte Torsten Bell, der Geschäftsführer der Denkfabrik „Resolution Foundation“, gegenüber „BBC News“: „Alle festen Vorhersagen sollten daher mit einer sehr großen Prise Skepsis betrachtet werden“, sagt er.
Milliardär Elon Musk fordert derweil in einem offenen Brief einen „unverzüglichen“ Entwicklungsstopp von KI-Systemen, die leistungsfähiger sind als das Sprachmodell GPT-4 der Firma OpenAI. Musk ist Mitbegründer von OpenAI, hat sich 2018 aber von dem Unternehmen zurückgezogen.
In dem Schreiben, das zahlreiche KI-Experten, Forscher und Führungskräfte aus der Tech-Branche unterschrieben haben, warnt Elon Musk vor möglichen Risiken für die Gesellschaft, sollte die Entwicklung ungezügelt weitergehen. In einer Entwicklungspause von einem halben Jahr sollten unabhängige Experten Sicherheitsprotokolle für KI-Systeme entwickeln, so die Unterzeichner.
Die EU-Polizeibehörde Europol hat jüngst davor gewarnt, dass Kriminelle Dienste wie ChatGPT für Betrug und andere Cyberverbrechen nutzen werden.
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