Hamburg Was kommt in den nächsten 20 Jahren günstiger: Wärmepumpe oder Gasheizung kaufen?
Eine neue Gasheizung ist deutlich günstiger als eine Wärmepumpe. Doch das Zeitfenster für den Einbau einer Gasheizung schließt sich nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung zum Ende des Jahres. Eine Beispielrechnung zeigt, wann sich eine Wärmepumpe rechnet.
Viele Menschen dürften sich gerade die Frage stellen, ob sie noch eine neue Gasheizung kaufen sollen, bevor es zu spät ist. Denn nach den Plänen der Bundesregierung soll „möglichst“ ab 1. Januar 2024 jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das ist mit einer herkömmlichen Gasheizung kaum möglich. In den meisten Fällen dürfte deshalb kein Weg vorbeiführen an einer Wärmepumpe – doch die ist in der Anschaffung deutlich teurer.
Welche Heizung rechnet sich über einen längeren Zeitraum? Dazu hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) eine Beispielrechnung für einen konkreten Fall erstellt. Darüber berichtete zuerst das „Handelsblatt“.
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Der VZBV setzt für eine neue Luft-Wärmepumpe samt Einbau 35.000 Euro an. Davon müssen Verbraucher 21.000 Euro selbst bezahlen, der Staat übernimmt bis zu 40 Prozent der Kosten als Zuschuss.
Für eine neue Gasheizung rechnen die Verbraucherschützer mit Kosten von 5000 Euro. In der Anschaffung ist die Gasheizung damit 16.000 Euro günstiger als die Wärmepumpe.
Laut Daten des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie sind Gasheizung in Deutschland weit verbreitet, wie diese Statista-Grafik zeigt:
Für die Heizkosten rechnet der VZBV mit der aktuell festgelegten Preisgrenze für Gas von 12 Cent pro Kilowattstunde; dieses Preisniveau hält die Branche derzeit auch nach dem Auslaufen der Preisbremse im April 2024 für realistisch. Bei einem Verbrauch von 25.000 Kilowattstunden zahlt ein Haushalt rund 3100 Euro pro Jahr.
Eine Wärmepumpe verbraucht kein Gas, sondern Strom. Für eine vergleichbare Menge an Wärme benötigt ein Haushalt 7000 Kilowattstunden. Im Wärmepumpen-Stromtarif der Stadt München, den der VZBV für seine Berechnung heranzieht, entstehen in einem Jahr Heizkosten von 2200 Euro. Damit ist die Wärmepumpe pro Jahr 900 Euro günstiger als die Gasheizung.
Nach dieser Beispielrechnung rechnet sich Wärmepumpe nach rund 18 Jahren Betrieb. Laut dem Bundesverband Wärmepumpe hat eine Heizung eine durchschnittliche Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren.
Wie diese Statista-Grafik zeigt, sind Wärmepumpen vor allem in Neubauten beliebt:
Wichtig: Die Rechnung des VZBV ist ein Beispiel unter aktuellen Rahmenbedingungen und ohne Kosten für Wartung und Reparatur. Unberücksichtigt bleibt unter anderem, dass das Heizen mit Gas wegen steigender CO₂-Abgaben in den kommenden Jahren teurer werden wird. Dann dürfte sich eine Wärmepumpe schneller rechnen.
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Unklar ist außerdem, wie die Bundesregierung die für das kommende Jahr angekündigte, milliardenschwere Förderung beim Heizungstausch umsetzt. Diese Mittel sollen verhindern, dass Verbraucher durch den Umstieg auf eine Wärmepumpe finanziell überfordert werden. Die Ampelkoalition diskutiert auch über eine mögliche Abwrackprämie für alte Heizungen, die die Kosten beim Heizungswechsel senken könnte. Außerdem haben die Dämmung eines Hauses und der Energieverbrauch im Einzelfall großen Einfluss auf die Zahlen.