Berlin Nackt und lustig: Warum Sie die Serie „Intimate“ sehen sollten
Nichts ist lustiger als das Scheitern. Und nirgendwo geht mehr schief als im Bett. Aus diesen zwei Grundeinsichten machen die Serie „Intimate“ (ProSieben/Joyn) allerbeste Unterhaltung. Was Sie zum Mitreden wissen müssen:
Ist Sex mit älteren Frauen eine gute Idee? Auch dann, wenn deren Ehemann ein Kollege ist? Wie reagiert man richtig, wenn die Freundin mit dem Umschnall-Dildo wedelt? Und was um Gottes willen sagt man einem Sauna-Spanner, der einen zum Komplizen machen will? Das sind die Konfliktlagen, in denen sich die Helden der Serie „Intimate“ bewähren müssen. In locker skizzierten Szenen schildert das Impro-Format den sexuellen Alltag von Bruno, Emil, Oskar, Max und Leo – fünf Twentysomethings aus der Hamburger Film- und Fernsehszene. Die lose zusammengefügten Geschichten sind fiktiv, spielen aber in der Welt des Fernsehens, was – wie bei „Jerks“ – auch Gastauftritte etablierter Stars ermöglicht.
Wir haben die „Intimate“-Premiere im Berliner Zoopalast besucht – hier sehen Sie uns scheitern:
„Intimate“ war ursprünglich eine Webserie, die die Zwillinge Emil und Oskar Belton, Max Mattis, Bruno Alexander und Leo Fuchs noch als Schüler gedreht haben. Inspiriert war sie von Christian Ulmens „Jerks“; und tatsächlich führte die Begeisterung zur Zusammenarbeit zwischen Ulmen und dem „Initimate“-Team. Gemeinsam realisierten sie für Amazon das Comedy-Format „Die Discounter“, von dem gerade eine dritte Staffel entsteht. Beide Formate handeln von jungen Leute in prekären Verhältnissen – hier in beruflichen, dort in sexuellen. Der „Discounter“-Erfolg machte die Autodidakten zu Shootingstars und ihre Produktiosfirma Kleine Brüder zum gefragten Geschäftspartner der Branche.
Wer die neue Serie liebt und nach dem ursprünglichen Web-Format dahinter sucht, klickt ins Leere. Die 15 Folgen aus den Jahren 2017 bis 2020 sind bei YouTube nicht mehr verfügbar. Im Interview mit dem Branchendienst „dwdl.de“ haben die TV-Macher die Gründe erklärt. Am Anfang, sagt Bruno Alexander, hätten sie einfach die Kamera genommen und drauflos gedreht: „Was dabei ein bisschen auf der Strecke geblieben ist, waren inhaltlich qualitativ hochwertige Geschichten. Dramaturgisch war das für die Tonne.“ Aus dem Netz genommen haben sie die Serie dann vor dem Casting zur Neuauflage. „Wir wollten nicht, dass wir für die Joyn-Serie Schauspielerinnen und Schauspieler anfragen und die dann abgeschreckt sind, weil sie die Webserie googeln“, sagt Max Mattis. Immerhin: Das Team macht Hoffnung auf eine Special, das alte Folgen zusammenstellt.
Weil unsere ersten Interview-Fragen den Stars zu privat waren, haben wir am roten Teppich nur noch ganz spießige gestellt:
Vermutlich war die Sorge unbegründet. Schon für die Webserie hatten die Kleinen Brüder nämlich namhafte Gaststars engagiert: Katharina Schüttler etwa, Jan Josef Liefers und Til Schweiger. Auch bei ProSieben sind jetzt wieder große Namen dabei: Heike Makatsch als Saunabekanntschaft, Martin Brambach als Spanner und Jonas Nay als er selbst. Der dänische Filmstar Roland Møller ist ebenfalls im Boot, der TikToker und Elevator Boy Bene Schulz, Heino Ferch und natürlich auch Christian Ulmen, dessen Produktionsfirma Pyjama Pictures auch hinter den Kulissen mit den Kleinen Brüdern kooperiert.
Sendetermin: ProSieben zeigt die acht Folgen von „Intimate“ ab dem 4. April 2023 an vier Dienstagen in Doppelfolgen ab 23.45 Uhr. Bei Joyn ist „Intimate“ jetzt schon abrufbar; jeden Freitag erscheinen zwei neue Folgen.