Wolfsrisse in Friesland  Wolf tötet Schafe im Stall

Imke Oltmanns
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Von Imke Oltmanns
| 27.03.2023 14:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dieses Bild entstand im März in einem bayerischen Stall, in dem Schutzmaßnahmen gegen den Wolf vorgestellt wurden. Foto: Kneffel/dpa
Dieses Bild entstand im März in einem bayerischen Stall, in dem Schutzmaßnahmen gegen den Wolf vorgestellt wurden. Foto: Kneffel/dpa
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Das kommt nicht so oft vor: In der Gemeinde Sande im Kreis Friesland ist eine kleine Schafherde im Stall von Wölfen angegriffen worden. Fünf Tiere kamen ums Leben.

Sande - Die Zahl der Wolfsrisse in den benachbarten Kreisen Wittmund und Friesland häufen sich wieder. Am vergangenen Wochenende kam es dabei zu einem Übergriff, der hier bisher selten ist: Am Freitag, 24. März, kamen fünf Schafe in Dykhausen ums Leben, die schon zur Nacht in ihren Stall gebracht worden waren. So ganz klar ist der Ablauf nach Auskunft der Landwirtschaftskammer Niedersachsen aber nicht. Die Kammer ist für die Erfassung von Nutztierrissen durch Wölfe zuständig.

„Es gibt zwei Möglichkeiten“, sagt Kammersprecher Wolfgang Ehrecke. Entweder die Schafe hätten den Wolf vor der Tür wahrgenommen und seien panikartig aus dem Stall ausgebrochen und geflüchtet, um dann Opfer eines oder mehrerer Wölfe zu werden. Oder der Wolf sei tatsächlich in den Stall eingedrungen. Die Spurenlage, sagt Ehrecke, lasse keine klare Deutung zu. Klar sei allerdings, dass es sich um Wolfsrisse handele. Eines der Schafe sei im Stall tot aufgefunden worden, die vier weiteren außerhalb des Stalls. „Das wäre nicht das erste Mal in Niedersachsen, dass ein Tier im Stall von einem Wolf getötet wurde“, sagt Ehrecke noch. So etwas komme immer mal wieder vor. Für diesen Stall in Dykhausen und die umliegende Fläche gab es seinen Angaben zufolge Sicherheitsvorkehrungen gegen den Wolf.

Die jüngsten Angriffe

Die Wolfsrisse in den Kreisen Wittmund und Friesland haben in den vergangenen Wochen wieder zugenommen: Am 18. März wurde in Wiesede (Gemeinde Friedeburg) ein Rind von einem Wolf getötet, so geht es aus der Umwelt-Karte Niedersachsen hervor, auf der die Risse veröffentlicht werden. In Dose (Gemeinde Friedeburg) waren am 7. März bei zwei verschiedenen Angriffen insgesamt 18 Schafe getötet oder so schwer verletzt worden, dass sie eingeschläfert werden mussten. Und am 27. Januar und 3. März wurde in Collrungermoor ein und dasselbe Pony jeweils von einem Wolf angefallen.

In den Kreisen Wittmund und Friesland war es im vergangenen Jahr immer wieder zu tödlichen Wolfsangriffen auf Rinder gekommen. Starben die Tiere nicht gleich, mussten sie schwer verletzt eingeschläfert werden. In der Gemeinde Friedeburg an der Grenze der beiden Landkreise lebt nach Erkenntnissen der Landesjägerschaft Niedersachsen ein Wolfsrudel, das einzige bestätigte auf der ostfriesischen Halbinsel. Daneben gibt es immer wieder umherziehende Einzeltiere.

Auch weiter westlich auf der ostfriesischen Halbinsel, in Hinte und Schwittersum, wurden in den vergangenen Tagen bestätigte und vermutete Wolfsrisse gemeldet. Dabei geht es um ein Pferd in Hinte (bestätigt) und Schafe in Schwittersum (vermutet).

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