Erweiterung geplant Der einzige Supermarkt weit und breit in Timmel soll wachsen
Im Umkreis von acht Kilometern ist der „Nah und gut“-Markt in Timmel der einzige Supermarkt. Und der soll moderner werden. Was ist geplant?
Timmel - Das Land ist weit, rund um den kleinen Luftkurort Timmel, und so ist der „Nah und gut“-Markt im Ortskern der einzige Supermarkt im Umkreis. Wer dort nicht fündig wird, muss entweder gute acht Kilometer bis nach Warsingsfehn oder knappe acht Kilometer bis Ostgroßefehn fahren, um auf weitere Supermärkte zu treffen. Weil Timmel Luftkurort ist, hat der Markt noch die Besonderheit, dass er sogar sonntags öffnen darf – und so zieht er am Wochenende mitunter Kunden von weither an, die vielleicht vergessen hatten, Nachschub an Ostfriesen-Tee, Camembert, Badreiniger oder anderen Dingen zu kaufen, die sie spontan brauchen und die es nicht an einer benachbarten Tankstelle gibt.
Was und warum
Darum geht es: Der Edeka-Markt in Timmel soll deutlich wachsen.
Vor allem interessant für: Anwohner, Urlauber und Pendler, die den einzigen Supermarkt in weitem Umkreis ansteuern
Deshalb berichten wir: Leser hatten gerüchteweise von der Erweiterung gehört. Die Redaktion wollte Klarheit in das Thema bringen. Die Autorin erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de
Bei allem ist der Markt in doppeltem Sinne voll: oft gut gefüllt mit Kunden, aber auch verglichen mit neu eröffneten Märkten neuester Bauart relativ vollgestellt. Bislang hat der Markt 790 Quadratmeter Fläche, auf der sich viele Regale drängen. Auf Sicht soll diese um die Hälfte wachsen auf dann 1170 Quadratmeter. Das sehen mit der Gemeinde Großefehn abgestimmte Pläne der Gebäude-Eigentümer Karin und Lübbe Stecker aus Timmel vor. Pächter und Marktinhaber Thomas Bruns, der auch einen großen Edeka-Markt betreibt und im vorigen Jahr vergrößert hat, soll auch in Timmel mehr Platz bekommen.
Markt soll sich auf bisherigen Parkplatz ausdehnen
Der konkrete Plan sieht vor, dass der Markt sich auf den bisherigen Parkplatz ausdehnt. Der Parkplatz wiederum soll ausweichen auf die daneben liegende Wiese, die bereits in Besitz der Familie von Karin und Lübbe Stecker ist. Das Teilstück des Krummen Wegs, das zwischen Markt und Grünfläche zur Leerer Landstraße führt, soll verschwinden und Teil des Parkplatzes werden. Der Krumme Weg wird damit zur Sackgasse. Für die Bewohner der drei Häuser, die hinter dem Markt am Krummen Weg liegen, soll ein Wendehammer geschaffen werden. Die Pläne gehen jetzt in die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Bis es konkret werden könnte, sind noch ein paar Schritte zu gehen und wird auch noch etwas Zeit ins Land streichen.
Karin Steckers Eltern waren es, die 1950 in Timmel ein Lebensmittelgeschäft eröffneten und betrieben – in direkter Nachbarschaft zum heutigen Geschäft. Das Gebäude wurde dann Anfang der 1980er Jahre errichtet und 1997 bereits einmal erweitert. Seit Mitte der 1980er Jahre ist der Laden immer verpachtet gewesen, „uns liegt aber weiterhin viel daran, dass er gut läuft“, sagt Karin Stecker. „Und es ist wichtig, dass Timmel einen gut funktionierenden Supermarkt behält“, fügt sie an. „Timmel ist auch von der Kundentreue her ein besonderes Fleckchen, und der Markt ist einer, der auch durch die Urlaubsgäste viel besucht wird. Und für Einheimische, für die Menschen aus den umliegenden Dörfern, aber auch für die Urlaubsgäste ist es ja wichtig, dass hier ein Supermarkt bleibt und dass der sich auch entwickeln kann“, sagt Karin Stecker. „Auch sehr viele Pendler, die zwischen Leer, Moormerland und Aurich unterwegs sind, halten hier, holen sich im Backshop ein Brötchen oder einen Kaffee oder kaufen schnell noch eine Kleinigkeit“, sagt sie. Die Landesstraße 14 führt direkt am Markt vorbei.
Viel Wohlwollen bei der Gemeinde
Sie sei froh, Thomas Bruns als Pächter zu haben, zumal der Markt in Timmel auch in Sachen Sortimentsvielfalt vom großen „Bruder“ am Dreekamp in Aurich profitiere. „Das läuft toll, finde ich“, sagt sie. Eine Modernisierung sei aus ihrer Sicht bei allem „dringendst erforderlich“, um dem Markt mehr Möglichkeiten zur Entwicklung, großzügigere Gänge und mehr Platz zur Warenpräsentation zu bieten. „In den Vorbereitungen dafür sind wir schon länger, und wir hoffen, dass wir jetzt auch rasch vorankommen“, fügt Stecker an.
Vonseiten der Gemeinde trifft der Plan auf viel Wohlwollen: „Wir begleiten das sehr positiv“, sagt der neue Fachgruppenleiter der Bauverwaltung, Till de Buhr. Und Bürgermeister Erwin Adams (parteilos) sagt: „Die Erweiterung ist sehr wichtig – für den Ort, für die Umgebung, aber auch für die vielen Gäste. Eine Nahversorgung ist in Timmel unverzichtbar, und wenn es die Chance gibt, dass die erweitert und modernisiert wird, unterstützen wir das gern.“ Auch Ortsbürgermeisterin Silke Bergmann (Wählerbündnis Timmel-Westgroßefehn) begrüßt die Pläne und sagt: „Jeder hier ist dankbar, dass es den Laden im Dorf gibt – und er sogar sonntags aufhat. Denn sonst wären die Wege zum Einkaufen wirklich weit. Wenn darin das Sortiment künftig entspannter aufgebaut werden kann, vielleicht sogar noch mehr frische Lebensmittel und eine Fleischtheke einziehen: umso besser.“