Mehr Sicherheit für Radfahrer  Bekommt Weener noch einen Kreisel?

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 24.03.2023 16:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die B 436 wird nicht nur von Fahrradfahrern, sondern auch von Fußgängern überquert – ein nicht immer ungefährliches Unterfangen. Foto: Gettkowski
Die B 436 wird nicht nur von Fahrradfahrern, sondern auch von Fußgängern überquert – ein nicht immer ungefährliches Unterfangen. Foto: Gettkowski
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Seit 2013 wird über einen Kreisel an der B 436 in Weener diskutiert. Jetzt nimmt die Politik einen neuen Anlauf. Nicht nur die Verkehrssicherheit für Radfahrer soll verbessert werden.

Weener - Sie sparen Spritkosten, tun etwas für die Umwelt und verschaffen sich Bewegung: Etliche Mitarbeiter der Unternehmen im Industriegebiet Weener fahren täglich mit dem Rad zur Arbeit. Doch das Überqueren der B 436 ist nicht ungefährlich. Die CDU im Rat der Stadt Weener kämpft schon seit zehn Jahren für einen Kreisel – bislang vergeblich. Doch nun bekommen die Christdemokraten Rückendeckung von der SPD.

Was und warum

Darum geht es: Die CDU setzt sich schon seit 2013 für einen Kreisel an der B 436 an der Industriestraße in Weener ein. Jetzt bekommt sie Rückendeckung von der SPD.

Vor allem interessant für: Weeneraner, Touristen und Verkehrsteilnehmer, die auf der B 436 unterwegs sind.

Deshalb berichten wir: 2021 hatte es bei einem Verkehrsgutachten eine klare Empfehlung für einen Kreisverkehr gegeben, getan hat sich bislang aber nichts.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Was sind die Gefahren?

Wer aus der Industriestraße oder aus der Norderstraße kommt und die B 436 überqueren will, braucht Geduld. Die Bundesstraße ist die Hauptverkehrsader zwischen Leer und dem Rheiderland. Auf der stark befahrenen Straße ist viel Schwerlastverkehr unterwegs. Und: Nicht alle Verkehrsteilnehmer halten sich an die Geschwindigkeitsvorgabe von Tempo 70. Es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn Fahrradfahrer die Fahrbahn überqueren und dabei die Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge unterschätzen.

Was muss passieren?

Die CDU fordert den Bau eines Kreisels und beruft sich dabei auf ein Verkehrsgutachten, das im Jahr 2021 vorgestellt wurde. Ein Experte vom Ingenieurbüro Schuber hatte damals eine klare Empfehlung ausgesprochen. „Ein Kreisel würde die Sicherheit entscheidend verbessern, ohne den Verkehrsfluss wesentlich zu beeinträchtigen“, lautete seinerzeit die Einschätzung des Verkehrsexperten Thomas Müller. Grundsätzlich ist nach dem Verkehrsgutachten auch eine Ampel an der Kreuzung möglich. Doch diese könnte laut Gutachten negative Auswirkungen auf den Verkehrsfluss auf der stark frequentierten Bundesstraße haben.

Was sagt die Straßenbaubehörde?

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich sieht nach wie vor keine Notwendigkeit, an der Stelle einen Kreisverkehr zu bauen. Behördenleiter Frank Buchholz beruft sich bei seiner Einschätzung auf nüchterne Zahlen. „Voraussetzung wären 50 bis 100 Querungen von Fußgängern und Fahrradfahrern pro Stunde“, sagt Buchholz, räumt aber gleichzeitig ein, dass diese Zahlen selbst innerorts nur selten erreicht werden.

Buchholz hat generell Bedenken, „dass ein Kreisverkehr an der Kreuzung überhaupt das Richtige wäre“. „Die Erfahrungen, die wir mit den Kreisverkehren in Möhlenwarf und an der Neuen Feldstraße in Weener gemacht haben, zeigen, dass durch den Schwerlastverkehr viel kaputtgefahren wird.“ Eine Druckampel könne eine flexiblere Lösung sein.

Was will die Politik?

„Es muss endlich etwas unternommen werden“, sagt CDU-Fraktionschefin Hildegard Hinderks. Ihr sei die Haltung der Straßenbaubehörde unbegreiflich. „Wenn es dort zu einem schweren Unfall kommt, wird Herr Buchholz die Verantwortung dafür übernehmen müssen“, sagt Hinderks. Sie halte es für falsch, die Entscheidung von den Querungszahlen abhängig zu machen, zumal sich die Situation verschärft habe. „In der Industriestraße wurde inzwischen das Zahnhaus eröffnet und das Gewerbegebiet ist mittlerweile voll.“ Sie erinnert auch an die Prognose des Verkehrsexperten. „Nach dem Gutachten ist bis 2030 mit einer weiteren Steigerung des Verkehrsaufkommens von fünf Prozent auszugehen.“

Auch Helmut Geuken, Chef der SPD-Fraktion, will in der Sache Druck machen. „Auch für den Tourismus wäre ein Kreisel wichtig“, gibt er zu Bedenken. Fahrradtouristen, die das Radwanderwegenetz nutzen, müssen die Industriestraße nutzen und die B 436 überqueren. „Wenn bei Verkehrszählungen gewisse Mindestzahlen nicht erreicht werden, darf das nicht dazu führen, eine Maßnahme grundsätzlich sofort abzulehnen.“ Er hält es für wichtig, das Thema Kreiselbau voranzutreiben – beispielsweise mit einem neuen Ortstermin mit der Verkehrssicherheitskommission.

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