Autoschau in Leer Verbrennerverbot – das sagen Leeraner Autohändler
Autohersteller stehen vor großen Herausforderungen. Es droht das Verbrennerverbot. Am Wochenende soll das Auto dennoch gefeiert werden.
Leer - PS-starkes Brüllen und flüsterleises Gleiten: Wenn es um das Auto geht, ist die Spannbreite enorm. Am kommenden Sonntag laden neun Leeraner Autohäuser zur Autoschau ein.
Was und warum
Darum geht es: Das Verbrennerverbot droht. Doch die Trends gehen eh bereits weg vom reinen Verbrenner.
Vor allem interessant für: Alle, die Autos mögen
Deshalb berichten wir: Am Wochenende findet die Leeraner Autoschau statt. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Die Händler hätten in den vergangenen Jahren mit Problemen zu kämpfen und nun kommt eine neue Herausforderung auf sie zu: das drohende Verbrennerverbot. Doch viele Hersteller sehen darin auch Chancen.
Lage der Autohäuser
Die vergangenen Jahre waren für die Autohersteller schwierig. Vor allem die Lieferengpässe rund um die Halbleiter belasteten die Hersteller enorm. „Rund um die Ersatzteile hat sich die Lage allerdings entspannt“, sagt Marianne Scholtalbers vom gleichnamigen Autohaus. Allerdings habe man im Gebrauchtwagensegment nach wie vor mehr Nachfrage als Angebot, was zu Engpässen führen kann.
„Unser Hof steht voll“, sagt Jürgen Högemann, Verkaufsleiter beim Autohaus Gebrüder Schwarte. Bei VW und Audi habe sich die Lage rund um Gebrauchtwagen deutlich entspannt. Das einzige Problem war, dass wegen des Chipmangels in den vergangenen Jahren weniger Neuwagen ausgeliefert wurden. Weniger Neuwagen in der Vergangenheit bedeuten weniger Gebrauchtwagen heute. Auch beim Autohaus Sat bemerkt man, dass sich die Verfügbarkeit von Ersatzteilen verbessert habe. Inhaber Eyyüp Sat sieht da keine Probleme mehr. Beim Blick in die Zukunft verdüstert sich jedoch seine Miene. Die EU möchte, dass künftig keine Neuwagen mit Verbrenner mehr zugelassen werden dürfen.
Chance Elektroauto?
Für ihn seien Elektroautos nicht für jeden das richtige Fahrzeug. „Ich glaube, das Verbot wird deshalb nicht so einfach umzusetzen sein. Die Reichweite von Elektroautos und die Ladeinfrastruktur sind Probleme“, sagt er. Generell bemerkte er allerdings, dass die Nachfrage nach Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen steige. „Ich glaube, Elektromobilität wird sich durchsetzen“, sagt Jürgen Högemann von Schwarte. „Wir haben hier gute Voraussetzungen. Viele Eigenheimbesitzer und die Produktion durch VW in Emden. Außerdem machen Elektroautos echt viel Spaß zu fahren“, sagt er. Man werde aber noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. „Aber, wer technikoffen ist, wird begeistert sein“, so der Verkaufsleiter
Im Autohaus Scholtalbers sehe man den Trend zum Elektroauto ebenfalls. „Die meisten fahren zwischen 36 und 38 Kilometern am Tag. Das geht mit Elektroautos gut“, sagt Marianne Scholtalbers. Jedoch hat die Elektromobilität ihre Grenze: die Reichweite. Der reine Elektrowagen sei heute eher ein Zweitauto, ist die Meinung im Autohaus Sat. „Vor allem, wenn man viel Langstrecke fährt, sind E-Autos nicht gut“, sagt Eyyüp Sat.
Chance Hybridauto?
„Wir bemerken bei uns, dass Hybridautos am stärksten gefragt sind“, sagt Marianne Scholtalbers. Das seien dann die Allrounder, die die kurzen Strecken zur Arbeit elektrisch zurücklegen können, aber auch gleichzeitig für lange Fahrten in den Urlaub geeignet seien. Auch im Autohaus Sat steige die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen. „Die Unsicherheit ist groß, was das Verbrennerverbot angeht“, sagt Eyyüp Sat.
Er glaubt deshalb auch nicht, dass das Verbot so schnell umgesetzt wird. Da sind alle drei eher skeptisch. Dennoch will man vorbereitet sein. „Es wird nicht die eine Lösung geben. Es kommt auf das Leben des Kunden an und, viele Techniken werden sich noch weiterentwickeln“, sagt sie. Deshalb sei eine einfache Antwort auf die Frage der Mobilität der Zukunft auch kaum möglich. Doch Trends gibt es immer.
Welche Autos kaufen Leeraner?
„Es gibt den klaren Trend zum SUV“, sagt Jürgen Högemann. Die Leute würden gern höher sitzen. „Bei Audi sehen wir aber einen anderen Trend. Hier geht es um die Leitung. Egal, ob Verbrenner oder Elektro“, sagt er. Beim Autohaus Sat sieht man neben den SUV einen zweiten Trend: „Der Kleinwagen als Zweitauto oder für Ältere“, sagt Eyyüp Sat.
Den Trend zum höheren Sitzen bemerkt man auch bei Scholtalbers. „Es ist der SUV oder auch der Kleinwagen als Zweitauto. Aber, das sind nur generelle Trends. Vieles ist sehr individuell“, sagt Marianne Scholtalbers. Das vieles heute stark Individualisiert werden kann, schlägt sich auch auf die Verfügbarkeit nieder.
Wartezeiten
Alle drei Autohäuser sagen, dass man bei einem Neuwagen mehrere Monate warten müsse, bis dieser ausgeliefert werde. Die Angaben schwanken zwischen drei und sieben Monaten. Ein Grund sei, dass die Autos heute stark individualisiert werden können. Auch sei es nicht neu, auf Neuwagen warten zu müssen.
„Als der Tiguan auf den Markt kam, musste man teilweise über ein Jahr warten. Und der Tiguan kam vor 15 Jahren auf den Markt. Damals hat das niemanden gestört“, sagt Jürgen Högemann. Lieferzeiten bei Neuwagen werden bleiben. Was aber auch bleibt, ist die Innovationsfreude, die am kommenden Wochenende eine große Rolle spielen soll
Die Autoschau
Neun Leeraner Autohäuser beteiligen sich an der Autoschau. Am Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr öffnen sie ihre Türen. Alle haben sich kleine Rahmenprogramme überlegt. Doch, im Kern geht es um die Autos und das, was die einzelnen Hersteller zu leisten imstande sind. Deswegen haben alle sich das Ziel gesetzt, die Neuheiten und Besonderheiten der einzelnen Marken präsentieren zu können. Ob das gelungen ist, davon können sich die Besucher am Sonntag überzeugen.
Folgende Autohäuser sind bei der Schau dabei: Autohaus Gebrüder Schwarte, Autohaus Sat, Autohaus Homann, Janssen Automobile, Autohaus Tekken, Hiro Automarkt, Völcker und Peters, Autohaus Scholtalbers und Autozentrum Nord.