Inflation und Bankenkrise Notenbanken müssen ihren Kurs beibehalten
Als seien die hohen Inflationsraten und eine schwächelnde Konjunktur nicht schon Krise genug, gerät nun auch noch der Bankensektor ins Taumeln. Doch das darf für die Notenbanken kein Grund sein, im Kampf gegen die Teuerung nachzulassen.
Die gute Nachricht zuerst: Deutschland hat die befürchtete Rezession nach Ansicht der „Wirtschaftsweisen“ gerade noch abgewendet. Insgesamt aber bleibt die Lage angespannt. Und als wäre all das nicht schon Stoff genug für eine Krise, besteht nun auch noch die Gefahr einer Bankenkrise. Das bringt die Notenbanken in eine ernsthafte Bredouille, geht die Schieflage einiger Banken doch auch auf ihre Kappe. Allerdings ist es nicht die Aufgabe der Währungshüter, für ein stabiles Bankensystem zu sorgen, sondern die konstant hohe Kerninflation zu bekämpfen – etwas, das Fed und vor allem EZB viel zu spät erkannt haben. Dies hat Glaubwürdigkeit gekostet und eine entsprechende Korrektur erfordert, die in den USA und in Europa auf Hochtouren läuft – und das ist gut so.
Fakt aber ist auch, dass die Kreditrisiken gestiegen sind, weil Zinsen und Schuldenberge gewachsen sind. Gleichzeitig ist zu befürchten, dass Banken, die ihre Kreditvergabestandards wegen der höheren Zinsen bereits gestrafft haben, sich wegen der aktuellen Unruhen im Finanzsektor künftig noch knauseriger bei der Kreditvergabe zeigen. Bloß: Können die Notenbanken in ihrem Kampf um das verloren gegangene Vertrauen darauf Rücksicht nehmen? Das wäre sehr heikel. Denn weichen sie jetzt von ihrem Anti-Inflationskurs ab, riskieren sie einmal mehr ihre Glaubwürdigkeit.