Wildunfälle in der Region  Wolf bei Zetel überfahren

Imke Oltmanns
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Von Imke Oltmanns
| 22.03.2023 11:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Haupttodesursache bei Wölfen sind Verkehrsunfälle. Dieser Unfall ereignete sich im Oktober 2022 an einer Landstraße im Landkreis Osnabrück. Foto: Nord-West-Media TV/dpa
Die Haupttodesursache bei Wölfen sind Verkehrsunfälle. Dieser Unfall ereignete sich im Oktober 2022 an einer Landstraße im Landkreis Osnabrück. Foto: Nord-West-Media TV/dpa
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Wildunfälle enden für das Wild fast immer tödlich. Das gilt auch für Wölfe. Vor ein paar Tagen starb eines der Raubtiere beim Versuch, eine Autobahn zu überqueren.

Zetel - Auf der A 29 zwischen Zetel und Varel/Bockhorn ist am vergangenen Sonnabend ein Wolf überfahren worden. Der Unfall habe sich mitten am Tag, gegen 12 Uhr ereignet, bestätigte ein Sprecher des Autobahnpolizeikommissariats Oldenburg in Rastede.

Eine Autofahrerin sei in Richtung Oldenburg unterwegs gewesen, als die Wölfin plötzlich auf die Fahrbahn lief. Das Tier sei bei dem Zusammenprall getötet worden, die Autofahrerin blieb unverletzt. Die Polizei hat den Angaben zufolge den zuständigen Wolfsberater informiert, der sich des Tieres annahm.

Der Wolfsberater

Der Wolfsberater für den Landkreis Friesland ist Wilhelm Eden. Er kam nach eigenen Angaben mit einem Anhänger an die Unfallstelle, um das tote Tier abzutransportieren. „Es war eine zwei Jahre alte Fähe und sah ansonsten gesund aus“, berichtet er auf Nachfrage. Anschließend sei die überfahrene Wölfin von Mitarbeitern des Wolfsbüros im niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) abgeholt worden.

Mit Ziel Berlin: „Alle tot aufgefundenen Wölfe kommen zu einem Institut in Berlin, wo sie obduziert werden“, sagt Eden. Um die Todesursache zu klären und zu prüfen, ob die Tiere Krankheiten hätten. Konkret handelt es sich dabei um das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung.

Die Forscher

„Wir bekommen hier im Jahr rund 300 tot aufgefundene Wölfe aus dem ganzen Bundesgebiet“, erklärt dazu ein Pressesprecher des Leibniz-Instituts. Haupttodesursache der Tiere sei mit 70 bis 75 Prozent der Straßenverkehr. Der Anteil der illegalen Tötungen ist mit knapp 18 Prozent aber auch nicht eben gering. Wie die Forscher das herausbekommen? „Wir finden Munitionsreste in den Tieren“, so der Sprecher. Weitere Todesursachen können auch Krankheiten sein oder Kämpfe mit Artgenossen.

Die Erkenntnisse der Untersuchungen im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung sind übrigens bei der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (dbbw) öffentlich nachzulesen. Über deren Homepage ist auch eine Karte über Totfunde in Deutschland zu finden, die Aufschluss darüber gibt, wie viele der Raubtiere in welchen Jahren wo gefunden wurden: die weitaus meisten in den neuen Bundesländern, Brandenburg vor allem. Und in den alten Bundesländern liegt Niedersachsen weit vorn.

Die Jägerschaft

In Niedersachsen ist die Landesjägerschaft mit dem Wolfsmonitoring beauftragt und gibt jedes Quartal einen neuen Bericht dazu heraus. Der letzte stammt aus dem vierten Quartal 2022. Dort heißt es: „Zum Abschluss des IV. Quartal 2022 können 49 Wolfsterritorien in Niedersachsen bestätigt werden: 44 Wolfsrudel, 1 Wolfspaar und 4 residente Einzelwölfe.“ Die weitaus meisten bestätigten Wolfsrudel leben demnach im Osten Niedersachsens. Auf der ostfriesischen Halbinsel ist nach vor nur das eine Rudel in der Gemeinde Friedeburg bekannt.

Die Landesjägerschaft vermerkt in ihren Quartalsberichten auch die Zahl der tot aufgefundenen Wölfe. Davon gab es zwischen Oktober und Dezember vergangenen Jahres elf. Demnach kamen die Tiere in neun Fällen bei Verkehrsunfällen ums Leben. In einem Fall konnte die Todesursache nicht geklärt werden. Und in einem weiteren Fall starb das Tier auf natürlichem Wege.

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