Bilanz der Landesjägerschaft  Anzahl der Wölfe in Niedersachsen bleibt stabil

| 19.03.2023 19:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Niedersachsen werden Wölfe von der Landesjägerschaft beobachtet. Symbolfoto: dpa
In Niedersachsen werden Wölfe von der Landesjägerschaft beobachtet. Symbolfoto: dpa
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Im vierten Quartal 2022 gab es laut einer Erhebung in Niedersachsen genausoviele Wölfe wie im Quartal davor. Getötet haben sie vor allem Schafe – auch in Ostfriesland.

Hannover/Ostfriesland / EPD/OZ - Die Zahl der wild lebenden Wölfe in Niedersachsen stabilisiert sich. Das geht aus Erhebungen hervor. Zum Ende des vierten Quartals 2022 wurden demnach 49 Wolfsterritorien nachgewiesen, wie die Landesjägerschaft mitteilte. Es handele sich dabei um 44 Wolfsrudel, ein Wolfspaar und vier residente, also durch ein festes Revier streifende Einzelwölfe. Eins dieser bestätigten Rudel lebt in Ostfriesland: in der Gemeinde Friedeburg im Kreis Wittmund.

Im dritten Quartal des Vorjahrs hatten die Landesjägerschaft ebenfalls 49 Wolfsterritorien in Niedersachsen gemeldet. Der Verband ist mit dem Wolfsmonitoring beauftragt, dem Beobachten und Erfassen der Wölfe. Daraus geht auch hervor, dass innerhalb der letzten drei Monate des Jahres 2022 insgesamt elf Wölfe in Niedersachsen tot aufgefunden worden sind. Neun davon starben bei Verkehrsunfällen, einer aus Alters- oder Krankheitsgründen, bei einem war die Todesursache zunächst unklar.

Wolfsangriff in 92 Fällen nachgewiesen

Im Berichtszeitraum registrierte die Landesjägerschaft 128 Übergriffe auf Nutztiere. Dabei wurden 312 Tiere getötet oder so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten. Nicht immer steckten Wölfe dahinter – bei 92 der Fälle konnten die Raubtiere als Verursacher amtlich bestätigt, in 15 Fällen ausgeschlossen werden. Beim Rest war laut den Angaben eine sichere Zuordnung nicht möglich.

Die meisten Angriffe – nämlich 74 – gab es auf Schafe. Auch in Ostfriesland waren immer wieder welche gerissen worden, im Vorjahr zuletzt im Dezember in Grimersum (Krummhörn), Blaukirchen (Südbrookmerland) und Schirumer Leegmoor (Aurich). In diesem Frühjahr soll es bereits in der Gemeinde Friedeburg neue Fälle gegeben haben. Dort hatten Wölfe im vergangenen Jahr viele Rinder erlegt – 15 zwischen April und November. Hauptverantwortlich war ein Rüde, dem per DNS-Nachweis mehr als die Hälfte dieser Angriffe zugeordnet werden konnte. Eine zunächst erteilte Ausnahmegenehmigung zum Abschuss dieses Wolfes wurde gerichtlich gekippt. Niedersachsenweit registrierte die Landesjägerschaft im Berichtszeitraum 41 Angriffe auf Rinder.

Pony in Wittmund angegriffen

Die beiden von der Landesjägerschaft im letzten Quartal 2022 registrierten getöteten Ziegen sind Ostfriesland zuzuordnen. Sie wurden kurz vor Weihnachten in Emden-Wybelsum gerissen. Weitere Ziegen tauchen in der Erhebung nicht auf. Viermal war Gatterwild betroffen, siebenmal Pferde – keines in Ostfriesland. Hier gab es aber in diesem Jahr in Collrungermoor (Wittmund) dann zwei Wolfsangriffe auf ein Pony.

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