Hamburg  Jetzt Öl- oder Gasheizung kaufen? Was Habecks Wirtschaftsministerium empfiehlt

Alexander Barklage
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Von Alexander Barklage
| 18.03.2023 16:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Energiespartag: Tipps, um ab jetzt Strom, Gas und Öl zu sparen Foto: dpa-tmn
Energiespartag: Tipps, um ab jetzt Strom, Gas und Öl zu sparen Foto: dpa-tmn
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Ab 2024 soll es ein Verbot neuer Öl- und Gasheizungen geben. Das führte bereits zu Kurzschlussreaktionen. Jetzt gibt das Wirtschaftsministerium eine Empfehlung ab.

Angesichts des erwarteten Verbots neuer Öl- und Gasheizungen ab kommendem Jahr warnt das Bundeswirtschaftsministerium vor Kurzschlussreaktionen. „Einfach möglichst lange an Öl und Gas festzuhalten, kann langfristig deutlich teurer werden, als in den nächsten Jahren auf eine klimafreundliche Heizung umzustellen“, sagte der parlamentarische Staatssekretär Stefan Wenzel (Grüne) am Samstag „Zeit Online“. „Man sollte sich deswegen jetzt auch nicht hektisch entscheiden, sich schnell noch einmal eine Öl- oder Gasheizung einbauen zu lassen, solange es noch möglich ist.“

Ein gemeinsamer Referentenentwurf des Bau- und des Wirtschaftsministeriums sieht vor, dass ab 2024 keine Öl- und Gasheizungen mehr in Neubauten eingebaut werden dürfen. Im Koalitionsvertrag war vereinbart, dass alle neu verbauten Heizungsanlagen ab 2025 ihre Heizwärme zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen müssen. Dies ist Experten zufolge mit Öl- und Gasanlagen nicht machbar.

Der Referentenentwurf sorgte für koalitionsinterne Kritik. Der FDP geht das Vorhaben zu weit. Wenzel rechnet dennoch mit einem pünktlichen Inkrafttreten: „Ich gehe fest davon aus, dass das Gesetz wie geplant zum 1. Januar 2024 in Kraft tritt“, sagte er „Zeit Online“.

„Die Zeit drängt“, betonte Wenzel. „Wir müssen unsere Abhängigkeit von Russland möglichst schnell reduzieren. Und wir wollen bis 2045 klimaneutral sein, das heißt, dass wir jetzt sukzessive anfangen müssen, fossile Heizungen durch andere zu ersetzen.“

Wenzel sagte, bei dem Projekt seien auch Fördermaßnahmen wichtig. „Wir müssen beispielsweise auch Anreize für Vermieter schaffen“, sagte er. „Bereits heute ist im Einkommensteuergesetz verankert, dass energetische Sanierungsmaßnahmen, wie der Heizungstausch oder Dämmmaßnahmen, für selbstnutzende Eigentümer steuerlich gefördert werden können. Dieser Ansatz könnte auf Vermieter und Gewerbe erweitert werden.“

Nach den Worten von Netzagentur-Chef Klaus Müller läuft die Zeit für Gasheizungen ab. Als wichtigste Alternative gelten Wärmepumpen. Allerdings gibt es Sorge, dass die Stromnetze dafür nicht gerüstet sein könnten. Müller betonte dazu in der «Rheinischen Post», man wolle Überlastungsproblemen im lokalen Stromnetz vorbeugen. «Und dabei ist ganz klar, dass Verbraucher nicht abgeklemmt werden dürfen.» Nur wenn lokale Netzbetreiber eine Gefahr für die Netzstabilität nicht anders abwenden können, könnten sie die Leistung vorübergehend dimmen. Wärmepumpen und Ladesäulen dürften aber nicht ganz abgeschaltet werden, sagte Müller.

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