Nach Kritik an Heizungsausfall Eine Emder Kita-Gruppe muss umziehen
Mitte Januar hatte die Heizungsanlage in der Kita einen Druckverlust gehabt. Zwei Gruppenräume können seitdem nicht mehr beheizt werden. Eine Lösung war eigentlich schon gefunden, nun gibt es Kritik.
Emden - Ab Montag soll eine Gruppe der Evangelisch-Reformierten Kindertagesstätte im Emder Stadtteil Borssum vorerst ins Gemeindehaus umziehen. Das erklärt Pastor Johannes Miege auf Nachfrage dieser Zeitung. Der Kita-Raum dieser Gruppe wird derzeit provisorisch mit Heizlüftern erwärmt. Das ist die Folge eines Druckverlusts in der Heizungsanlage Mitte Januar, so Miege.
„Der Heizungsverlauf der Kita ist durch verschiedene Anbauten in der Vergangenheit etwas verzwickt und besteht im Kern aus drei Strängen“, erklärt er. Eine Fachfirma habe zwei der drei Stränge schnell wieder in Gang setzen können, so dass die Gruppenräume des „Neubaus“ ganz normal beheizt werden können. Eine Ortungsfirma habe dann den Leckage-Schaden des dritten Strangs ausfindig gemacht, der unterhalb der Bodenplatte sitzt. Die Ortungsfirma empfehle, dass die 14 Heizkörper, die an diesem Strang sitzen, neu verrohrt werden müssen. „Das haben wir als Träger auch schon bewilligt und in Auftrag gegeben“, so der Pastor. Man rechne mit Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich.
Warum werden die Gruppenräume nicht geschlossen?
Die zwei Gruppenräume am dritten Strang können derzeit aber nicht beheizt werden. Die eine Gruppe sei auf einen beheizten Bewegungsraum ausgewichen, so Johannes Miege. Bei der anderen Gruppe habe man sich in Absprache mit dem Kita-Team und dem Elternbeirat auf die provisorische Lösung durch Heizungslüfter geeinigt.
„Wichtig ist uns als Träger und auch der Kita-Leitung, dass der Betrieb der Kita aufrecht erhalten werden kann. Gruppenschließungen sollten nach Möglichkeit nicht stattfinden. Das ist auch im Interesse der Stadt“, erklärt er zum Vorgehen. Kritik habe es bislang nicht gegeben. „Ich habe extra heute noch einmal beim Elternbeirat nachgefragt“, so der Pastor. „Die Eltern waren und sind froh, dass die Kinder trotzdem die Einrichtung besuchen können und dass die betreffenden Gruppen nicht geschlossen werden müssen“, erklärt er.
Warum ändert sich jetzt das Vorgehen?
Dass man jetzt auf das Gemeindehaus ausweicht, liegt nun aber an der Kritik eines Elternpaars, das sich an Hennig Meyer, für die FDP-Fraktion im Emder Rat, gewandt hatte. Meyer hatte daraufhin in einer E-Mail, die auch an diese Redaktion geschickt wurde, ein dramatisches Bild gezeichnet von frierenden Kindern und Erzieherinnen. Die Kinder würden nicht mehr nach draußen gelassen, weil sie sich dann drinnen nicht mehr aufwärmen könnten, heißt es dort weiter.
Pastor Miege widerspricht dem klar: „Das Programm läuft ganz normal, natürlich dürfen die Kinder draußen spielen und können sich danach drinnen aufwärmen.“ Auch sei der Gruppe von Anfang an ein Ausweichen auf das Gemeindehaus angeboten worden. Das sei wohl aufgrund der milden Temperaturen der vergangenen Wochen nicht als notwendig angesehen worden. Wegen der „öffentlich geäußerten Kritik“ habe man als Träger nun aber angeordnet, dass ab Montag die betreffende Gruppe ins Gemeindehaus als Ersatzraum ausweichen müsse, so Miege.