Jemgums Gebühren und Steuern  Urlaub und Wohnen könnte teurer werden

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 07.03.2023 10:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Urlaub hinterm Deich: Die Gemeinde Jemgum ist bei Touristen beliebt. Foto: Gettkowski/Archiv
Urlaub hinterm Deich: Die Gemeinde Jemgum ist bei Touristen beliebt. Foto: Gettkowski/Archiv
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Es geht ans Eingemachte: Steuern und Gebühren für Jemgumer, aber auch Urlaub und Ausflüge, könnten teurer werden. Die Kassen sind klamm. Es wird viel zu diskutieren geben.

Jemgum - Es steht nicht gut um die Kassen der Gemeinde Jemgum. In dieser Woche wird über die Finanzen verhandelt. Auf dem Plan stehen unter anderem die Grund- und die Gewerbesteuer. Auch das Thema Abwassergebühr wird am Donnerstag im Finanzausschuss diskutiert werden.

Der Wohmobilstellplatz Ditzum ist im Sommer eine angesagte Adresse. Foto: Wolters/Archiv
Der Wohmobilstellplatz Ditzum ist im Sommer eine angesagte Adresse. Foto: Wolters/Archiv
Es wird auch Thema sein, ob Touristen und Tagesgäste künftig etwas tiefer in die Tasche greifen. Zur Diskussionen stehen der Gästebeitrag, die Parkgebühr für den Hermann-Tempel-Platz und die Gebühren des Wohnmobilstellplatzes in Ditzum. Unter anderem bei den Stellplatzgebühren führt die Verwaltung unterschiedliche Beispiele an, die zeigen, dass die Preise woanders sehr viel höher sind. In Neuharlingersiel würden so für einen Stellplatz laut 20 Euro fällig, plus Gästebeitrag, in Norddeich 18 Euro plus Gästebeitrag und in Dornum 20 Euro inklusive Gästebeitrag. In Ditzum sollen die Preise ab 2024 von zehn auf 14 Euro erhöht werden. Das würde ein Plus von 40.000 Euro für die Gemeindekasse bedeuten.

Mehr Einnahmen dringend gebraucht

Der Windpark in Holtgaste wird Thema im Ausschuss. Foto: Archiv
Der Windpark in Holtgaste wird Thema im Ausschuss. Foto: Archiv
Aber nicht nur die Bürger und Gäste könnten die Finanzen der Kommune aufbessern. Es soll ebenfalls um die Beteiligung der Gemeinde am Windpark Holtgaste gehen. Laut Beschlussvorlage sollen die Anlagenbetreiber die Gemeinden finanziell beteiligen – das besage eine Gesetzesnovelle (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG 2023). Die Verwaltung könnte den Auftrag bekommen, eine solche Vereinbarung mit den Anlagenbetreibern im Windpark Holtgaste abzuschließen. 65.000 Euro könnte das bringen.

Es kündigt sich Diskussionsbedarf an. Vor der Sitzung hat die Fraktion Jemgum 21 bereits angekündigt, mit den Plänen nicht konform zu gehen. In einer Pressemitteilung lehnt die Ratsgruppe die von der Verwaltung vorgeschlagenen Erhöhungen der Grund- und Gewerbesteuer ab. Nach dem Entwurf der Verwaltung werde es ein „Rekordminus“ geben: 2,5 Millionen Euro fehlen im Plan. Darüber hinaus seien Investitionen ebenfalls in Höhe von 2,5 Millionen Euro geplant, die über Kredite finanziert werden sollen. Jemgum 21 kritisiert hier den geplanten Ausbau des Toten Weges mit Kosten von mehr als einer Million Euro.

Weg ins neue Baugebiet

Der Tote Weg wird bald alles andere als tot sein: Über ihn geht es künftig zu einer neuen Krippe, ins Neubaugebiet und auch Landwirte werden ihn weiter als Zufahrt zu ihren Höfen nutzen. Dass die Straße ausgebaut werden muss, steht außer Frage. Darüber, wie das genau aussehen soll, und vor allem, wer das finanzieren soll, wurde vor einigen Wochen bereits diskutiert.

In der Sitzung am Donnerstag im Rathaus Jemgum um 19 Uhr wird laut Tagesordnung ebenfalls ein Entwurf für ein Haushaltssicherungskonzept für dieses Jahr vorgestellt und eine Bilanz für das vergangene Jahr gezogen. Außerdem wird entschieden, ob die Gemeinde eine kommunale Wärmeplanung angehen möchte.

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