Drittligist wechselt Coach  Fossi entlassen – Löning jetzt Interimstrainer beim VfB Oldenburg

| | 06.03.2023 15:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ist es jetzt an der Zeit für seinen Durchbruch auch als Trainer im Profi-Fußball? Frank Löning übernimmt die Oldenburger Drittliga-Fußballer vorerst. Foto: Imago
Ist es jetzt an der Zeit für seinen Durchbruch auch als Trainer im Profi-Fußball? Frank Löning übernimmt die Oldenburger Drittliga-Fußballer vorerst. Foto: Imago
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Im vergangenen Jahr war Frank Löning noch Bezirksliga-Trainer, jetzt ist er Chefcoach eines Drittligisten – zumindest vorläufig. An den kommenden Gegner hat er positive Erinnerungen.

Aurich/Oldenburg - Turbulente Tage beim VfB Oldenburg – besonders auch für den Auricher Frank Löning. Der 41-Jährige ist ab sofort hauptverantwortlich für die Drittliga-Mannschaft. „Auf einmal stehe ich im Fokus, bekomme viele Nachrichten, telefoniere viel, führe vor Ort viele Gespräche“, sagt Löning. Der abstiegsbedrohte Klub hatte sich nach der 2:3-Niederlage am Sonntag gegen den MSV Duisburg von Trainer Dario Fossi getrennt. „Vorerst wird Co-Trainer Frank Löning die Betreuung der Drittliga-Mannschaft übernehmen und sie auf das Derby beim VfL Osnabrück vorbereiten“, teilte der VfB auf seiner Internetseite mit. Das Amt des Cheftrainers darf Löning jedoch nur übergangsweise für maximal 15 Tage ausüben. Denn dem Ex-Profi fehlt die nötige Fußballlehrer-Lizenz. Er besitzt „lediglich“ die DFB-Elite-Jugend-Lizenz.

Also hat der VfB Oldenburg gut zwei Wochen Zeit, um die Trainernachfolge von Dario Fossi zu klären. In erster Linie beschäftigt sich die Sportliche Leitung um Sebastian Schachten mit dieser Thematik. „Ich höre aber natürlich auch ein paar Namen“, schmunzelt Frank Löning. Doch egal, welcher Trainer den VfB vor dem direkten Wiederabstieg retten soll: Löning geht fest davon aus, dass er weiterhin beim VfB bleiben und als Co-Trainer unter dem neuen Coach arbeiten wird. „So ist es kommuniziert. Dieser Job gefällt mir sehr“, sagt Löning, der hofft, bald einen Platz für einen A-Trainerlizenz-Kurs zu bekommen.

Löning will „nach vorne schauen“

Die Entlassung von Dario Fossi sei „nicht unbedingt mein Wunsch“ gewesen“, lässt Frank Löning durchblicken. „Klar freue ich mich nun auf die Aufgabe, der Hintergrund um Dario ist aber eine traurige Geschichte. Er hat viel geleistet, wir verstehen uns super. Als ich dann gefragt wurde, ob ich mir das interimsmäßig vorstellen könne, habe ich nicht gezögert. Nun müssen wir im Sinne des Klubs schnell nach vorne schauen und den Fokus aufs Osnabrück-Spiel legen.“

Der Vereinsführung sei es einer Mitteilung zufolge schwer gefallen, sich von Dario Fossi zu trennen. Denn er habe „maßgeblich dazu beigetragen, den VfB Oldenburg in den Profifußball zurückzuführen“. Dennoch sehe man es als „Pflicht an, nichts unversucht zu lassen, um die Klasse zu halten“, wird Sebastian Schachten zitiert. Die Oldenburger haben seit sieben Partien nicht mehr gewonnen, stehen auf dem vorletzten Tabellenplatz und haben drei Punkte Rückstand auf den rettenden 16. Rang – dazu das schlechtere Torverhältnis.

Löning ist ein Osnabrück-Schreck

In den Sozialen Medien äußern die Oldenburg-Fans vor allen Dankbarkeit für Dario Fossi. „Fossi passte zum VfB wie die Faust aufs Auge“, schrieb ein Facebook-Nutzer. In vielen Kommentaren tun VfB-Fans Unverständnis für die Trainer-Entlassung kund, sehen sie als „Fehlentscheidung“ – unter anderem wegen Fossis geleisteter Arbeit. Darüber hinaus mache die Mannschaft „nicht den Eindruck, dass der Trainer sie nicht erreichen würde“. Auch „stimmte die Leistung in den letzten Spielen“, schrieb ein anderer. Es gibt aber auch Fans, die den Trainerwechsel für richtig empfinden. „Der Rauswurf hätte schon früher passieren müssen“, schrieb ein Fan beispielsweise.

Frank Löning hatte in der vergangenen Saison den Bezirksligisten Germania Wiesmoor trainiert, ehe er im Sommer Co-Trainer des in die 3. Liga aufgestiegenen VfB Oldenburg wurde. Nun übernimmt er erstmal die Rolle des hauptverantwortlichen Coachs. Zeit, um selber noch zu kicken – wie beispielsweise am vergangenen Mittwoch im Bezirkspokal für seinen Heimatklub SV Wallinghausen – bleibt da erstmal nicht.

An den kommenden Gegner VfL Osnabrück hat Löning positive Erinnerungen. In den Relegationsspielen zur 2. Liga im Sommer 2009 hatte er in beiden Spielen das 1:0-Siegtor für Paderborn gegen Osnabrück erzielt. „Das war mit der größte Erfolg meiner Karriere“, sagt Löning. „Dort für das erste Spiel als Trainer zurückzukehren, ist eine schöne Geschichte. Mit der aktuellen Situation hat das aber nichts zu tun, wir müssen nun zusehen, Punkte einzufahren.“

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