Erster Fehlwurf nach 19 Minuten OHV stoppt Braunschweiger Serie sensationell
Die Auricher Handballer haben in beeindruckender Manier unerwartet zwei Punkte geholt. Die taktischen Maßnahmen von Trainer Pedro Alvarez brachten den erhofften Effekt.
Braunschweig - Einen kaum für möglich gehaltenen 34:28-Erfolg brachten die Handballer des OHV Aurich am Samstagabend im Auswärtsspiel der dritten Liga, Staffel Nord, vom Tabellenzweiten MTV Braunschweig mit nach Ostfriesland. Das Team von Trainer Pedro Alvarez führte in der Sporthalle Alte Waage in Braunschweig vor 800 Zuschauern, davon 35 Fans aus Aurich, von Beginn an, lag zum Seitenwechsel mit 17:14 vorne, und ließ den Gegner nie mehr als bis zu zwei Treffer herankommen. „Das war richtig klasse! Wir haben sehr diszipliniert gespielt, eine tolle Mannschaftsleistung“, freute sich Aurichs Teammanager Ewald Meyer nach dem unerwarteten Erfolg. Braunschweig hatte zuvor elf Spiele in Serie gewonnen, die Gegner zuletzt klar besiegt.
Ausgezeichnet hatte Aurichs Trainer Pedro Alvarez seine Mannschaft, die erstmals ohne den zum Erstligisten HSG Wetzlar gewechselten Nikita Pliuto auskommen musste, auf die Braunschweiger eingestellt. Die Auricher Abwehr behielt bis zum Schluss ihre 6:0-Formation bei und hatte die zu jedem Angriff des MTV eingewechselten kräftigen Kreisläufer stets im Griff. Aurich war in der Deckung schnell auf den Beinen und machte die Lücken konsequent zu, sodass den Braunschweigern nur der Weg über die Außen blieb, denn aus dem Rückraum des MTV kamen nur wenige Würfe auf das im ersten Abschnitt von Edgars Kuksa gehütete Auricher Gehäuse. Überzeugend war aber auch die Vorstellung der Ostfriesen im eigenen Angriff. Dass Handball ein Laufspiel ist, führte die Sieben von Pedro Alvarez am Samstag exzellent vor.
Von Beginn an bestimmte Aurich das Geschehen auf der Spielfläche der Alten Waage. Bis zum ersten Fehlwurf von Kevin Wendlandt nach 19 Spielminuten war jeder Wurf ein Treffer. Die beiden eingesetzten Braunschweiger Torleute bekamen überhaupt keine Hand an den Ball. Erst zwei Minuten vor der Pause gelang die erste Parade eines MTV-Keepers gegen Josip Crnic. Besser als seine Gegenüber machte es Aurichs Schlussmann Edgars Kuksa: Nach einem von den Gastgebern vertändelten Ball traf er zum 8:5 für den OHV ins noch leere Braunschweiger Tor. Denn MTV-Trainer Volker Mudrow hielt bis zum für ihn bitteren Ende am ständigen Wechsel, siebter Feldspieler für den Torwart, fest. Nach der Pause stand zunächst Marten Jungvogel im Auricher Tor, er konnte sich mit zwei Paraden auszeichnen. Eine unnötige für ihn zweite Zeitstrafe handelte sich in der 39. Minute Jannes Hertlein ein. Doch der OHV ließ sich bis zum Schluss nicht beirren, spielte konsequent diszipliniert weiter und gewann völlig verdient mit 34:28.
Spieldaten
Aurich: Jungvogel, Kuksa (1); de Buhr (1), Wendlandt (4), Vorontsov (7), M. Pliuto (6), Wark (7), Hertlein (4), Crnic (1), Puljic (3), Meinke, S. Stoehr, H. Stoehr.
Spielfilm: 3:4 (6.), 5:9 (12.), 6:12 (17.), 14:17 (30.), 18:24 (42.), 26:28 (53.), 28:34..
Zeitstrafen: Braunschweig (2); Aurich (4).
Zuschauer: 800.
Siebenmeter: Braunschweig 5 / 5 verwandelt; Aurich 0.