Die Polizei ermittelt Unbekannte Täter mit Axt im Emder Stadtwald unterwegs
Ein oder mehrere Unbekannte haben mit einer Axt oder einem ähnlichen Gegenstand Bäume geschlagen, Wegweiser, eine Bank und eine Brücke zerstört. Es gibt eine Auffälligkeit.
Emden - Eine Spur der Verwüstung hat ein bislang unbekannter Täter durch den Emder Stadtwald gezogen. Er muss am Wochenende mehrmals mit einer Axt oder einem ähnlich scharfen Gegenstand in diesem vor Jahrzehnten angelegtem Forstgebiet im Norden der Stadt unterwegs gewesen sein. Damit richtete mutwillig und offenbar in sinnloser Zerstörungswut Schäden an etlichen Bäumen, mehreren Wegweisern, Sitzbänken und einer kleinen Brücke an. Möglicherweise waren auch mehrere Täter am Werk.
Der Täter fällte etliche bis zu zehn Meter hohe Bäume. Mehrere davon lagen quer über Hauptwege, so dass es für Spaziergänger an einigen Stellen kaum noch ein Durchkommen gab. Die Spuren an den Stümpfen und Späne am Boden weisen darauf hin, dass sie mit einer Axt oder einem ähnlich scharfen Gegenstand regelrecht geschlagen wurden. Die Schlagstellen waren am Sonnabend und Sonntag noch frisch.
Geschnitzten Vögeln die Köpfe abgeschlagen
Ähnliche Hinweise finden sich auch den beschädigten Wegweisern. Sie bestehen aus Baumstämmen, in die handgeschnitzte Figuren von Waldvögeln eingelassen sind, nach denen die Wege benannt sind. Auffällig daran ist, dass jeweils nur die Köpfe dieser geschnitzten Vögel abgeschlagen wurden.
Die Spur der Täter zieht sich über den Hauptweg, der vom Gewerbegebiet in Harsweg beim neuen Kindergarten der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (OBW) in den Stadtwald hineinführt, und über Nebenwege. Entlang dieser Wege zerstörte der Täter auch hölzernen Ruhebänke und eine kleine Holzbrücke, die zu einem kleinen Tümpel führt.
Spaziergängerin verständigte die Polizei
Eine Spaziergängerin, die am Sonnabendnachmittag mit ihrem Hund im Stadtwald unterwegs war, verständigte die Polizei und diese Zeitung. Ein Beamter und eine Beamtin der Emder Polizei nahmen noch am gleichen Tag vor Ort die Ermittlungen auf, begutachteten und fotografierten die Schäden. Sie leiteten auch ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung ein. Das gesamte Ausmaß der Verwüstungen ist noch nicht bekannt. Die Höhe der Schäden lässt sich nur schwer beziffern.
Am Sonntag stellte die Hundehalterin bei einem erneuten Gang durch den Stadtwald noch mehr frisch geschlagene Bäume sowie weitere Beschädigungen von Wegweisern fest. Sie schloss daraus, dass der Täter zwischen Sonnabend und Sonntag erneut sein Unwesen getrieben haben muss. „Es ist schon beängstigend zu wissen, dass jemand dort mit einer Axt unterwegs ist“, sagte die Frau, zumal sich im Stadtwald auch ein Spielplatz befinde.
Emder Jäger zeigt sich entsetzt
Entsetzt über das Ausmaß zeigte sich am Sonntag auch der passionierte Emder Jäger Joachim Eilts, der gemeinsam mit dem Jagdpächter Richard Harders den Stadtwald betreut. Eilts ist dort regelmäßig unterwegs, um unter anderem Müll zu sammeln. „Es sieht stellenweise so aus, als wäre dort eine Bombe eingeschlagen“, sagte er am Sonntag dieser Zeitung, nachdem er sich selbst ein Bild von den Zerstörungen gemacht hatte. Angesichts der Spuren an den gefällten Bäumen ist Eilts davon überzeugt, dass der Täter eine Axt verwendet haben muss.
Ähnlich Vorfälle hatte es im Stadtwald zuletzt im Jahr 2016 gegeben. Damals verschandelten Unbekannte die Forstanlage unter anderem mit Farbschmierereien und Beschädigungen der Tierskulpturen. Die damals von dem ehemaligen Ökowerk-Mitarbeiter Valentin Matis geschnitzten Objekte dienen nicht nur als Wegweiser, sondern sollen in Notfällen auch Rettungskräften eine schnelle Orientierungshilfe geben.
Im aktuellen Fall sucht die Polizei jetzt mögliche Zeugen, die etwas beobachtet haben oder sachdienliche Hinweise geben können. Sie werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 04921/8910 zu melden.