Hamburg  Nach Sendung mit Wagenknecht: Redaktion von „Hart aber fair“ muss sich korrigieren

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 03.03.2023 10:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sahra Wagenknecht war am vergangenen Montag in der Talkshow „Hart aber fair“ zu Gast. Foto: imago images/Future Image
Sahra Wagenknecht war am vergangenen Montag in der Talkshow „Hart aber fair“ zu Gast. Foto: imago images/Future Image
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Mit ihren Äußerungen zu Vergewaltigungen im Ukraine-Krieg hatte Sahra Wagenknecht in der Sendung „Hart aber fair“ für heftige Reaktionen gesorgt. Nun meldete sich die Redaktion der Talkshow mit einer Korrektur zu Wort.

Louis Klamroth war am vergangenen Montagabend sichtlich aufgebracht. In der Talkshow „Hart aber fair“ sprach der Moderator mit seinen Gästen unter anderem über Vergewaltigungen durch russische Soldaten im Ukraine-Krieg. Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht sagte dazu: „Das ist doch Teil des Krieges.“ Kriegsverbrechen würden von beiden Seiten begangen werden.

Dem widersprach Klamroth deutlich, es gebe keine Belege für Vergewaltigungen durch ukrainische Soldaten, während Vergewaltigungen zur russischen Kriegsstrategie gehörten. Wagenknecht hielt dagegen, die Vereinten Nationen (Uno) hätten erklärt, dass Kriegsverbrechen in jedem Krieg passierten – und tatsächlich musste sich die „Hart aber fair“-Redaktion nun korrigieren.

In einem Faktencheck zur Sendung, den der WDR regelmäßig auf seiner Internetseite veröffentlicht, erklärte die Redaktion, es gebe einen entsprechenden Bericht der Uno, wonach es auch sexualisierte Gewalt auf ukrainisch kontrolliertem Gebiet gebe. Allerdings sei Russland für einen Großteil der verübten Verbrechen verantwortlich.

Nach Angaben der Uno habe eine Mehrheit der ukrainischen Gefangenen berichtet, während der Internierung gefoltert und misshandelt worden zu sein. Gleichzeit gebe es Fälle von Folter und Misshandlungen durch ukrainische Soldaten, etwa bei der Festnahme, bei der ersten Vernehmung oder beim Transport in ein Gefangenenlager.

Kurz nach der Veröffentlichung reagierte Wagenknecht auf den Faktencheck. „Ist es wirklich zu viel verlangt, dass die Redaktion vorher(!) sauber recherchiert, ehe mir der Moderator vor Millionen zu Unrecht Falschinformation vorwirft?“, schrieb sie bei Twitter. Jedes Gewaltverbrechen sei eines zu viel.

Die Äußerungen Wagenknechts bei „Hart aber fair“ hatten noch während der Sendung für hitzige Diskussionen gesorgt. So sagte Klamroth, er trage als Moderator die Verantwortung, „keine Falschmeldung stehen zu lassen.“

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