Anbau rückt näher  KGS Großefehn fiebert dem Ende der Platznot entgegen

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 03.03.2023 14:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Noch liegen Strom-, Gas- und Versorgungsleitungen im Baufeld (links), in dem der neue Doppeltrakt der KGS entstehen soll. Die Rohre und Kabel werden in den Osterferien umgelegt. Foto: Cordsen
Noch liegen Strom-, Gas- und Versorgungsleitungen im Baufeld (links), in dem der neue Doppeltrakt der KGS entstehen soll. Die Rohre und Kabel werden in den Osterferien umgelegt. Foto: Cordsen
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In den Osterferien werden an der KGS Großefehn Strom-, Gas- und Fernwärmeleitungen umgelegt. Das ist der Auftakt für den millionenteuren Umbau, auf den die Schule seit Langem hofft.

Großefehn - Voraussichtlich noch etwa ein Jahr werden die Verantwortlichen für Raumbelegung und Stundenpläne an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Großefehn Tetris spielen müssen. So lange wird die Raumnot der Schule anhalten, deren Schülerzahl in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen ist. In wenigen Wochen allerdings sollen die Vorarbeiten für den großen, geschätzte 3,5 Millionen Euro teuren Trakt-Neubau starten, mit dem die Gemeinde Großefehn der Enge abhelfen will.

Was und warum

Darum geht es: Der 3,5 Millionen Euro teure Anbau an die überbelegte KGS Großefehn wird jetzt konkret.

Vor allem interessant für: Eltern und Jugendliche aus Großefehn und Aurich, die mit den beengten Verhältnissen umzugehen haben

Deshalb berichten wir: Seit Längerem ist klar, dass die KGS Großefehn erweitert werden soll. Nun zeichnet sich der konkretere Zeitplan ab.

Den Autor erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de

Die ersten Aufträge sind schon ausgeschrieben worden. In der kommenden Woche werden die Angebote, die Firmen dafür abgegeben haben, geöffnet und verlesen – und etwas später folgt dann der Zuschlag. Schon klar ist, dass in den Osterferien im Baufeld gebuddelt wird. „Dort, wo der neue Trakt entstehen soll, liegen aktuell noch Versorgungsleitungen für Strom und Gas der EWE Netz sowie Fernwärmerohre“, sagt der Leiter des Fachbereichs Bautechnik bei der Gemeinde, Günther Siefken. Seit Jahren schon wird die Schule ebenso wie beispielsweise die Turnhalle und der Kindergarten mit der Abwärme der Biogasanlage der Brüder Ewald und Horst Dirks aus Aurich-Oldendorf beheizt.

Auftakt in den Osterferien

„Die Leitungen müssen natürlich umgelegt werden, bevor der eigentliche Bau losgehen kann. Und weil die Arbeiten dazu führen können, dass die Schule eventuell auch ein oder zwei Tage von der Stromversorgung abgeschnitten sein könnte, machen wir das Ganze in den Osterferien“, erklärt er weiter. Umliegende Haushalte hätten durch die Arbeiten keine Auswirkungen zu befürchten. „Sofern nichts Schlimmeres passiert, was wir hoffen, aber auch erwarten, wird niemand außerhalb der KGS Auswirkungen der Arbeiten spüren“, sagt Siefken.

Direkt im Anschluss an die Baufeldräumung und die Verlegung der Versorgungsleitungen sollen dann die Tiefbauarbeiten starten, fügt Siefken an. „Und wenn alles läuft, wie geplant, werden wir ziemlich genau in einem Jahr die letzten abschließenden Pflasterarbeiten haben“, fügt er hinzu.

Mehrere Versorgungsleitung im Grund des künftigen Baufelds müssen noch verlegt werden. Foto: Cordsen
Mehrere Versorgungsleitung im Grund des künftigen Baufelds müssen noch verlegt werden. Foto: Cordsen

Planungen haben sich lange hingezogen

Raumbedarf hat die Schule schon länger. Nachdem vor etwa drei Jahren der Rat schon den Bau eines zusätzlichen Trakts beschlossen hatte, verzögerte sich das Projekt. „Wir hatten vor Jahren die Planungen schon fertig, die Baugenehmigung in der Tasche – da bekamen wir einen Hilferuf der Schulleitung, die fürchtete, dass selbst der Raum, den wir dann geschaffen hätten, nicht ausreichen würde“, sagte Frank Cramer kürzlich, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und als Leiter des Fachbereichs Bürgerservice in der Verwaltung auch für Schulen zuständig. „Deshalb wurde da die weiße Fahne gehisst, und wir haben uns das angeschaut und reagiert – und eine teure Fehlplanung vermeiden können.“

Statt eines Trakts mit sechs Klassenräumen „haben wir das Ganze gespiegelt, also verdoppelt“, sagte Cramer. Zwölf Klassenräume: Ein EDV-Raum, zwei Beratungszimmer sowie Sanitäranlagen werden im dreistöckigen Erweiterungsbau entstehen. „Das hieß für uns nur, wir fingen nicht ganz bei Null wieder an, schon eher bei Fünf“, sagt Cramer. „Ganz vieles musste neu gerechnet, geplant, beantragt werden: die Statik, die Raumaufteilung.“

„Es ist schon ziemlich kuschelig“

Dringend nötig ist der Neubau allemal: Als vor drei Jahren die Warnung von Schulleiterin Silvia Fleßner kam, dass der Platz selbst beim geplanten Neubau nicht reichen könnte, gingen noch gut 700 Schüler auf die KGS, und Platz war knapp, inzwischen sind es fast 800. „Es ist schon ziemlich kuschelig bei uns“, schildert Fleßner und sagt: „Wir sitzen schon auf heißen Kohlen und fiebern dem Start der Arbeiten entgegen.“

Vier mobile Klassenräume, sprich: Container, hat die KGS für den Übergang zur Verfügung. „Zusätzlich haben wir einen Kunstraum in einen Klassenraum umgemodelt, trotzdem gibt es noch eine Wanderklasse, die gar keinen eigenen Klassenraum hat, weil einfach kein Platz da ist. Und das ist schon etwas, was auch etwas mit der Klasse macht, wenn sie gar kein richtiges Zuhause hat“, sagt Fleßner. „Umso schöner ist es, dass nach allem spürbaren Wohlwollen der Gemeinde jetzt auch sichtbar Bewegung in die Sache kommt: Zuletzt, als interessierte Firmen sich das Baufeld angeguckt haben. Noch mehr, wenn die Arbeiten dann bald beginnen.“ Natürlich werde die Zeit der Bauarbeiten nicht ohne Lärm und hier und da auch nicht ohne akustischen Einfluss auf die Konzentration im Unterricht abgehen. „Aber das ist ja absehbar, und wenn alles gut geht und darauf hoffen wir, wird es etwa ein Jahr sein, bis wir die Räume auch beziehen können – und das ist eine wundervolle Aussicht“, sagt die Schulleiterin.

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