Hamburg  Klaas Heufer-Umlauf schmuggelt Komparsen auf die Berlinale – und kaum einer merkt‘s

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 01.03.2023 21:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Entertainer Klaas Heufer-Umlauf hat wieder Unbekannte auf eine Großveranstaltung geschmuggelt. Dieses Mal war die Berlinale das Ziel. Foto: imago images/Sven Simon
Entertainer Klaas Heufer-Umlauf hat wieder Unbekannte auf eine Großveranstaltung geschmuggelt. Dieses Mal war die Berlinale das Ziel. Foto: imago images/Sven Simon
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Mit einer Schmuggelaktion hat Entertainer Klaas Heufer-Umlauf für Wirbel auf der diesjährigen Berlinale gesorgt. Mit mehreren Täuschungsmanövern brachte er verkleidete Komparsen auf den roten Teppich direkt neben die großen Stars.

Wer sind denn bitte Rosa von Laubheim, Shushu Bixbie und Vincent Remis? Das haben sich wohl das Sicherheitspersonal und die Fotografen kürzlich auf der Berlinale gefragt – und doch wurden die Unbekannten auf den roten Teppich geführt und dort abfotografiert. Tatsächlich handelte es sich um gar keine großen Filmstars, sondern um Komparsen, die Entertainer Klaas Heufer-Umlauf auf das große Filmfestival schleuste.

Was war passiert? Zur Berlinale, die vom 16. bis 26. Februar stattfand, hat sich Heufer-Umlauf Pläne ausgedacht, wie er Unbekannte an den vielen Sicherheitsleuten vorbeilotsen könnte, um sie einmal ins Rampenlicht zu bringen. „Komparsen sind die Leute, die teilweise zehn Stunden lang am Set stehen. Keiner kümmert sich um sie. Es ist total kalt und dann haben sie einen ganz kleinen Auftritt irgendwo im Hintergrund, damit der Star im Vordergrund am Ende gut aussieht“, sagte der Moderator am Dienstag in seiner Prosieben-Show „Late Night Berlin“.

Trotzdem komme ihnen nicht der Respekt entgegen, den sie verdient hätten, so der 39-Jährige. „Sie werden zum Beispiel nie eingeladen zu großen Veranstaltungen, Premieren oder gar zur Berlinale – und das finde ich ungerecht“, rechtfertigt er seine Aktion.

Deshalb hat er sich mehrere Komparsen ausgesucht, die bei seinem kuriosen Vorhaben mitmachten. So hat sich beispielsweise die Komparsin Christina als das vermeintliche Jury-Mitglied Rosa von Laubheim ausgegeben. Heufer-Umlauf setzte sie in ein Auto, das dem Shuttle-Service für die echten Jury-Mitglieder ähnlich sah, und ließ sie in der Kolonne mitfahren. Trotz mehrfacher Nachfragen von Berlinale-Mitarbeitern, wer die Frau denn sei, wurde sie dank eines überzeugenden Schauspiels und glücklicher Zufälle immer weiter gelotst, bis sie letztlich wirklich auf dem roten Teppich im Blitzlichtgewitter landete.

Und das war kein Einzelfall: Auch Komparse Hans-Jürgen und Max Williams, Mitarbeiter der Produktionsfirma Florida TV, schafften es als Modedesigner Vincent Remis und seine Muse Shushu Bixbie auf ähnlichem Weg auf das Berlinale-Gelände. „Tatsächlich wollte da niemand einen Ausweis oder eine Einladung sehen“, so Heufer-Umlauf. Am Ende schafften sie es sogar für eine Vorführung in einen der Filmsäle, wo dem Entertainer zufolge auch hochrangige Politiker aus der Bundesregierung saßen.

Zwei weitere Schmuggelversuche gingen allerdings schief. Komparse Hadi, der sich als Schauspieler Ryan Smuggle ausgab, wurde am Eingang dann doch nach einer Einladung gefragt. Seine zwei falschen Bodyguards und eine vermeintlich genervte Managerin haben nicht ausgereicht, um die Akkreditierungsbeauftragten zu überzeugen. Auch Hellmut, der einen Mitarbeiter einer Teppichreparaturfirma spielte und angeblich den roten Teppich flicken sollte, kam nicht am Sicherheitspersonal vorbei.

Damit kann Heufer-Umlauf die nächste seiner Schmuggelaktionen als erfolgreich bezeichnen. Schon vorher hat er versucht, Unbekannte in Großveranstaltungen zu führen.

Sein bekanntester Streich in Zusammenarbeit mit Senderkollege Joko Winterscheidt fand 2017 statt, als die Goldene Kamera verliehen wurde. Dort brachte das Duo den Münchner Koch Ludwig Lehner als Schauspieler Ryan Gosling auf die große Bühne. Selbst Steven Gätjen, der die Preisverleihung moderierte, konnte nicht verhindern, dass Lehner vor laufender Kamera eine Rede hielt und den großen Schwindel auffliegen ließ. Der Fall hat als „Gosling Gate“ eine große mediale Welle verursacht.