Hamburg/München „Luden“: Amazon-Serie erzählt vom Aufstieg und Fall der Kiezgröße Klaus Barkowsky
Sex, Drogen, Disco: Mit „Luden – Könige der Reeperbahn“ liefert der Streamingdienst Prime Video einen spannenden Sechsteiler über die wildeste Zeit der Hamburger Amüsiermeile. In der Hauptrolle glänzt Aaron Hilmer.
Lange, blonde Haare, extravagante Lederoutfits und immer ein Lächeln auf den Lippen: Nicht von ungefähr kennt man Klaus Barkowsky in den 80er Jahren besser als den „Schönen Klaus“. Als die Hamburger Reeperbahn in jener Zeit zur sündigen Partymeile mutiert, will auch er hoch hinaus und sich mit Drogen, Gewalt und Prostitution eine goldene Nase verdienen. Doch der Schönling merkt schnell, dass das Leben auf dem Kiez nicht so bunt und fröhlich ist wie die Leuchtreklamen der Clubs und Bars.
Den Aufstieg und Fall von Barkowskys berüchtigtem Zuhälter-Kartell bringt der Streamingdienst Prime Video nun ins Fernsehen. Unter der Regie von Laura Lackmann und Stefan Lukacs und nach den Drehbüchern mehrerer Autoren startet „Luden – Könige der Reeperbahn“ am Freitag (3. März). In der Hauptrolle ist Aaron Hilmer („Im Westen nichts Neues“) zu sehen. Er schlüpft in die Rolle von Klaus Barkowsky. Von der stolzen Prostituierten Jutta (Jeanette Hain) wird dieser zum Zuhälter gemacht und gründet mit einer Gruppe Halbstarker ein Zuhälter-Kartell – die „Nutella-Bande“.
Es beginnt ein Machtkampf mit den etablierten Luden der „GMBH“, die mit ihrer Bande den Kiez kontrollieren und das ganz große Geld machen. Doch mit der AIDS-Krise implodiert das Geschäft und mit der Koks-Welle folgen Wahnsinn und Gewalt.
Und dann kommen noch persönliche Schicksale dazu: Noah Tinwa („Wir sind jetzt“) ist als Bernd zu sehen, ein junger Zuhälter auf der Suche nach seiner sexuellen Identität. Sein Geheimnis: Bernd sehnt sich danach, selbst eine Frau zu sein, ein Wunsch, den er nur heimlich auslebt. Henning Flüsloh („Blutige Anfänger“) gibt den Boxer Andy, und Nicki von Tempelhoff spielt Wilfrid „Frida“ Schulz, den Kiezpaten.
Die Geschichte ist inspiriert von wahren Begebenheiten. Namen und Handlungen von beteiligten Personen wurden teilweise verändert, heißt es im Vorspann der Serie. In der Realität hatte die „Nutella-Bande“ den Ruf, ihre Frauen besser zu behandeln als die Konkurrenz. Die überwiegend jungen Zuhälter wollten anders sein. Die Gruppe um ihren Anführer Barkowsky fuhr gerne amerikanische Autos und trug teure Rolex-Uhren, um sich abzuheben.
„Als Schauspieler war es meine Aufgabe, aus Klaus Barkowskys Logik heraus zu handeln. Dafür musste ich ihn, die damalige Zeit und die Umstände, in denen er aufgewachsen ist, zunächst verstehen – wobei es half, dass mir als gebürtiger Hamburger St. Pauli nicht fremd ist“, sagt Schauspieler Aaron Hilmer.
Im Mittelpunkt der Inszenierung steht nicht zuletzt auch das stimmungsvolle 80er-Jahre-Ambiente. Dabei glaubt man kaum, dass ein Großteil der Serie im Studio in München gedreht wurde. Dort bauten Szenenbildner ein ganzes Straßennetz nach – mit so viel Liebe zum Detail, dass sich selbst der ortskundige Hilmer vom „authentischen, dreckigen und armen St. Pauli der 80er Jahre“ beeindruckt zeigte.
„Ich weiß noch genau, als ich dort eines Abends stand und zum ersten Mal die ganze Beleuchtung angeschaltet wurde. Es war unfassbar, was das Szenenbild dort erschaffen hatte“, so der Hauptdarsteller. „Jede Ecke wurde wegen Reviermarkierungen der Hunde verdunkelt, Moos wurde in die Backsteinfugen geklebt und jeder kleinste Schriftzug hatte etwas zu erzählen.“
Die Zeitreise in die „wildeste Zeit der Hamburger Reeperbahn“ beginnt bereits am Freitag auf Amazon Prime Video. Alle sechs Episoden der Serie sind ab dem 3. März online auf der Videoplattform verfügbar.