Erinnerung Leer bekommt 17 weitere Stolpersteine
Im Stadtgebiet sollen am kommenden Wochenende wieder Stolpersteine verlegt werden. Sie erinnern an jüdische Familien.
Leer - Die zweite Runde startet: Am Sonntag, 5. März, werden an fünf Stellen in der Stadt Leer insgesamt 17 Stolpersteine verlegt. Die ersten Steine wurden im vergangenen Oktober verlegt. Sie sollen an jüdische Familien erinnern, die einst in der Stadt lebten, aber von den Nationalsozialisten deportiert wurden.
Was und warum
Darum geht es: In Leer werden weitere Stolpersteine verlegt. Es ist die zweite Aktion.
Vor allem interessant für: Alle, die sich für die Aktion interessieren
Deshalb berichten wir: Uns wurde mitgeteilt, dass weitere Stolpersteine im Stadtgebiet verlegt werden. Den Autor erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
„Wir haben eine sehr breite Unterstützung erfahren“, sagt Bernd-Volker Brahms von der AG Stolpersteine. Angestoßen hatte die Verlegung der mittlerweile 97-jährige Holocaustüberlebende Albrecht Weinberg. Für seine Verwandten waren im Oktober des vergangenen Jahres 15 Stolpersteine in der Bremer Straße und in der Reimerstraße verlegt worden.
Neue Orte
Dieses Mal sollen die Steine an anderen Orten verlegt werden. Ab 9 Uhr geht es an der Heisfelder Straße 15 los. Es geht weiter zu den Hausnummern 23, 14 und 44. Auch vor der Ubbo-Emmius-Straße 12 werden Steine verlegt. Zur nächsten Stolpersteinverlegung werden sechs Gäste aus Israel in Leer erwartet. Die Gäste sind einerseits Nachfahren der Familie Wolffs, die direkt an der Synagoge gelebt hat sowie Nachfahren des Lehrers Seligmann Hirschberg. Unter anderem für diese Familien sollen nun auch die Steine verlegt werden.
Entsprechend werden an den Standorten der Synagoge sowie an der Ehemaligen Jüdischen Schule auch Stolpersteine verlegt. „Wir sind schon einige Zeit im Kontakt mit den Nachfahren und freuen uns jetzt sehr auf deren Kommen“, wird Susanne Bracht, die Leiterin der Ehemaligen Jüdischen Schule in einer Mitteilung zitiert.
Neben der Organisation von Begegnung mit Nachfahren sollen durch das Projekt auch junge Leute einbezogen werden. Diesmal werden Schülerinnen und Schüler der Gutenbergschule, der Friesenschule, der Berufsbildenden Schulen II sowie des Teletta-Groß-Gymnasiums biografische Texte zu den jüdischen Menschen verlesen, für die die Stolpersteine verlegt werden. Es gibt dazu Saxophon-Musik. Auch eine Broschüre zur Geschichte der Familien wurde von einem Recherche-Team vorbereitet.