Hamburg  Warum müssen Models eigentlich schön sein?

Laura-Cäcilia Wolfert
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Von Laura-Cäcilia Wolfert
| 23.02.2023 15:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Heidi Klum i Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
Heidi Klum i Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
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Heidi Klum sucht auch dieses Jahr wieder „Germanys next Topmodel“. Was die Kandidatinnen seit 18 Staffeln gemeinsam haben: Sie sind alle, auf ihre Art schön. Warum eigentlich? Eine Modelagentin erklärt, wie sich das Aussehen von Models auf den Verkauf von Kleidung auswirkt.

Die 18. Staffel von Germany‘s Next Topmodel hat begonnen: Heidi Klum setzt wieder auf „Diversity“ und sucht Frauen in allen Altersklassen, mit verschiedenen Körpergrößen- und Formen. Damit möchte die Modelmama ein Zeichen setzen. Ganz nach dem Motto: Das vermeintlich „klassische Schönheitsideal „einer sehr schlanken, großen Frau ist längst überholt.

Nun stellt sich aber die Frage: Überzeugt ein Kleid an einer Person, mit der wir uns eher identifizieren können – oder überzeugt es eher an einer Frau, die aussieht wie Heidi Klum?

Wir haben eine Expertin aus der Modellbranche gefragt: Claudia Midolo hat 1995 die Modelagentur „Modelwerk“ in Hamburg gegründet, einer der führenden Talententdeckungs- und Managementagenturen in Deutschland. Bekannt geworden ist die 50-Jährige durch die Karrieren von Antonia Wesseloh, Esther Heesch oder Toni Garrn. 

Claudia Midolo in New York:

Midolo unterscheidet sich handelsüblichen und elitären Marken. Marken, die eine breite Masse ansprechen möchten, würden sich viel mehr nach Social Media richten. Sie bevorzugen demnach eher Models, mit denen sich die Menschen besser identifizieren können. . „Die elitären Marken hingegen nicht. Die zeigen zwar auch alle Ethnien und Altersgruppen, aber diese Models sind nicht ganz so nahbar“, sagt Midolo.

Selbst bei Klamotten im XXL-Bereich, mit Kleidergröße 46-46, werden laut der Agentin „schön geformten PlusSize-Models“ gewählt. „Die haben dann eher eine Größe 44. Bedeutet: Der Wunsch nach Realität ist da, trotzdem ist das eine sehr geschönte Realität.“

Eine der „Curvy Models“ der diesjährigen GNTM-Staffel heißt Vivien:

Auf die Frage, ob wir uns als Gesellschaft dem Geschmack der Werbung anpassen, oder ob sich die Werbung unserem Geschmack anpasst, sagt die 50-Jährige: „Die Betriebe analysieren viel und richten sich sehr nach dem Verkäufergeschmack“. Als Modelagentur bekommen sie oft gesagt: „Wir lieben Model XY, aber wir können sie nicht mehr buchen“. Kunden würden dem Kunden beispielsweise schreiben, wenn sie die Frau auf dem Foto zu dünn, oder zu blond finden.

Am Ende gehe es laut Midolo um Zahlen, Verkäufe, betriebswirtschaftliche Abläufe und Ergebnisse. Brands wie Otto oder About You machen dazu wohl extra Studien: Sie fotografieren dasselbe Produkt an zwei oder drei verschiedenen Models und sehen, was am besten verkauft. „In der Regel performt das Schöne“, sagt Midolo. „Warum das so ist, da muss sich jeder Konsument mal selbst an die Nase fassen.“

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