Kolumne Intern  Unsere Seite bei Facebook wurde gehackt - was nun?

Joachim Braun
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Eine Kolumne von Joachim Braun
| 24.02.2023 08:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Auch die Zeitungsgruppe Ostfriesland wurde vor einer Woche Ziel eines Hacking-Angriffs.Symbolfoto: Pixabay
Auch die Zeitungsgruppe Ostfriesland wurde vor einer Woche Ziel eines Hacking-Angriffs.Symbolfoto: Pixabay
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Seit acht Tagen posten wir nichts mehr auf unseren Facebook- und Instagram-Seiten. Nicht, weil wir uns aus Social Media verabschiedet hätten, nein, unser Account wurde gehackt.

Geht Ihnen das auch so? Immer wieder liest man von Firmen, die gehackt worden sind oder Privatleuten, die unfreiwillig Kontodaten preisgegeben haben oder sieht in der eigenen Timeline, wie der Facebook-Freund überraschend 96 weitere Freunde zu einem Gewinnspiel einlädt, mit einem Link, auf den man nicht klicken sollte. Hacks passieren immer den anderen - bis es einen dann doch selber erwischt.

Wie uns, der Zeitungsgruppe Ostfriesland. Unsere Facebook-Seite wurde vor einer Woche von Hackern gekapert. 14 Menschen mit kryptischen E-Mail-Adressen haben nun Administratorenrechte auf den Seiten von Ostfriesen-Zeitung und General-Anzeiger, und wir, die wir bis dahin mit der Seite arbeiteten, wurden degradiert. Wir sind, wie ein Kollege sagte, nur noch Passagiere auf dem eigenen Schiff. Wer im Führerhaus sitzt, wissen wir nicht. Was die Hacker wollen auch nicht.

Jemanden zu finden, der hilft, ist schwer. Facebook hat keine Geschäftsstellen und keinen Kundenservice (jedenfalls kennt man den im Normalfall nicht). Irgendwie sind wir dann per E-Mail beim „Global Marketing Solutions Team“ von Facebook und bei „Anastasia“ (nein, nicht die Sängerin) gelandet. Unsere Bitte um Hilfe wurde protokolliert, es gab eine Vorgangsnummer - und gestern kam die Mail, dass es noch nichts Neues gibt.

Nächster Versuch: eine Mail an Guido, zuständig für die Zusammenarbeit zwischen Facebook und Zeitungsverlagen in Deutschland, in Europa oder sogar weltweit. Keine Ahnung. Jedenfalls lernten wir uns 2019 im Facebook-Hauptquartier in Menlo Park/Kalifornien kennen. Guido reagierte innerhalb von zwei Stunden, fragte nach ein paar Details und bat das „Partner Experience EMEA Team“ um Hilfe. Von dort meldete sich kurz darauf Amy (nein, nicht die Musikerin). Sie hoffe, dass es uns gut geht, und: „Wir arbeiten an Ihrer Anfrage.“ Das war am Montag. Am Mittwoch eine ähnliche Mitteilung und seither nichts. Wir warten noch immer. Geduld ist leider nicht unsere stärkste Seite.

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