Investitionen in Immobilien Wie die Stadt Leer für mehr bezahlbare Wohnungen sorgen will
Die Stadt Leer hat große finanzielle Probleme. Um mehr bezahlbaren Wohnraum will sie sich in den kommenden Jahren aber trotzdem kümmern.
Leer - Eines der Dauerthemen in Leer ist der fehlende günstige Wohnraum. Die Kommunale Wohnungsverwaltung (KWL), ein Eigenbetrieb der Stadt, hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, städtische Wohngrundstücke zu entwickeln, zu sanieren und zu vermieten – „unter Beachtung sozialer Belange“. Nachzulesen ist das auf der Homepage der Stadt.
Was und warum
Darum geht es: Trotz angespannter Finanzlage investiert die Stadt über ihren Eigenbetrieb KWL mehrere Millionen Euro in städtische Wohnungen.
Vor allem interessant für: Vermieter und alle, die in Leer eine Wohnung suchen
Deshalb berichten wir: In Leer kann schon seit Jahren der Bedarf an günstigen Wohnungen nicht gestillt werden. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Für die kommenden Jahre hat sich die KWL einiges vorgenommen: Sanierungen, Instandhaltungen und auch Neubauten – alles im Sozialen Wohnungsbau, wie KWL-Chefin Elke Hinrichs betont. Die dafür notwendigen Investitionen übersteigen die Einnahmen durch Mieten oder Fördergeld deutlich. Für die Jahre 2023 und 2024 wird jeweils ein Defizit von rund 640.000 Euro erwartet. Die Investitionen liegen in beiden Jahren bei jeweils gut zwei Millionen Euro. Das plant die KWL bis 2028:
Neubauten
Im Eichenweg haben die Abrissbagger schon ganze Arbeit getan: Vom Gebäudekomplex der Hausnummern 19 bis 23 ist nur noch Schutt übrig. Dort sollen zwei Gebäude mit insgesamt neun Wohnungen entstehen, sagt Hinrichs. Das sei aber nur der erste Schritt. In der Folge sollen auch die Hausnummern 25 bis 31 abgerissen und neu gebaut werden – erst 25 bis 27, anschließen 29 bis 31. „Aus acht werden dann 25 Wohneinheiten“, kündigt die KWL-Chefin an. Auf wie viele Gebäude sie verteilt werden, stehe noch nicht fest. Die Planungen stünden noch ganz am Anfang. Das sukzessive Vorgehen mache es möglich, dass den bisherigen Mietern der Gebäude, die abgerissen werden sollen, ein Umzug in die dann fertiggestellten Neubauten angeboten werden könne. Die Wohnungen werden ebenfalls zum Sozialen Wohnungsbau gehören, so dass ihre Kaltmiete auf 5,80 Euro pro Quadratmeter gedeckelt sei, betont Hinrichs. „Die neue Miete kann zwar leicht über der bisherigen liegen, aber dafür wohnt man dann im Neubau.“ Aktuell sei geplant, bis 2028 im Eichenweg fertig zu sein.
Ein weiteres Neubauprojekt wartet im Logaer Weg. Das Einfamilienhaus mit der Hausnummer 120 hatte die Stadt im Zuge des Ausbaus der Straße gekauft. Die Politik habe entschieden, dass es in den Bestand der KWL aufgenommen werden solle, so Hinrichs. Es habe sich gezeigt, dass eine Sanierung nicht wirtschaftlich wäre, deshalb soll es abgerissen werden und Platz machen für ein neues Gebäude. Vier oder womöglich sogar sechs Wohnungen könnten so entstehen, sagt Hinrichs. Aber auch hier stünden die Planungen noch ganz am Anfang.
Keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt wohl aber für die Parksituation in der Weststadt erhofft sich die Stadt durch den Neubau des Garagenhofs im Bereich Hermann-Lange-Ring/Wendekamp. 30 Garagen stehen dort, einige davon seien aber schon verschweißt, weil sie zu baufällig seinen, um sie zu vermieten. Sie alle seien so schmal, dass sie oft leer stehen gelassen würden. Auf dem neuen Garagenhof sollen 28 zeitgemäße Garagen stehen.
Sanierungen
Abgeschlossen ist mittlerweile die Sanierung von 92 Wohnungen im Hermann-Lange-Ring und dem Wendekamp. Sie seien weitgehend alle schon vermietet, so Elke Hinrichs. In einzelnen Fälle kämen Nachrücker zum Zug, weil beispielsweise der notwendige Wohnberechtigungsschein nicht beigebracht werden könne oder es andere Schwierigkeiten gebe.
Die Sanierung des Vier-Familienhauses in der Reimersstraße 52 sei ebenfalls abgeschlossen, so die KWL-Chefin. Das Gebäude hatte zuletzt leer gestanden, „es war nicht vermietbar“. Nun stünden dort vier komplett sanierte Wohnungen zur Verfügung, die ab März vermietet würden.
Die Wohnungen in den Gebäuden Weidenweg 31a und 31b sollen in den nächsten Jahren „schön gemacht werden“, wie es Hinrichs ausdrückt. Die Bewohner könnten ähnlich wie im Eichenweg in die jeweils schon fertiggestellten Wohnungen umziehen oder für die Zeit der Bauarbeiten in einer anderen Wohnung untergebracht werden.
Instandsetzung
Weil beispielsweise die Heizungsanlagen und auch die Badezimmereinrichtungen und -anlagen in den KWL-Gebäuden in der Gräfin-Theda-Straße (40 Wohnungen) und der Stettinger Straße (30 Wohnungen) mittlerweile sehr alt sind, rechne man in der KWL damit, dass dort mindestens Reparaturen, wenn nicht Erneuerungen anstehen, sagt Hinrichs. Wenn dort in der nächsten Zeit Schäden aufträten, müsse man jeweils prüfen, ob eine Reparatur überhaupt noch sinnvoll sei. Finanziell sei man jedenfalls auf alles vorbereitet, um schnell Abhilfe schaffen zu können.