Post-Vac-Syndrom Gesprächskreis zu Impfschäden hat getagt
Seit Monaten gehen Menschen, die an Nebenwirkungen der Corona-Impfung leiden, im Landkreis Aurich auf die Barrikaden. Jetzt hat der lange angekündigte Arbeitskreis zu dem Thema erstmals getagt.
Aurich - Bei manchen Menschen löst die Corona-Impfung schwere Nebenwirkungen aus. Sie reagieren mit Symptomen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Zitteranfällen, Krämpfen, Muskelschwäche, Sehstörungen und Konzentrationsproblemen. Ann-Katrin Kruse (32) aus Wiesmoor saß zwischenzeitlich sogar im Rollstuhl. Mit einigen Wochen Verspätung hat kürzlich zum ersten Mal ein Gesprächskreis des Auricher Kreistags zum Thema Impfschäden getagt.
Patienten mit dem sogenannten Post-Vac-Syndrom hatten seit dem vergangenen Herbst wiederholt in politischen Gremien des Landkreises Aurich auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Sie wünschen sich eine Anlaufstelle. Im Dezember hatte der Gesundheitsausschuss des Kreistags beschlossen, eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Kreistagsfraktionen zu gründen. Sie soll Vorschläge erarbeiten, wie man dem Post-Vac-Syndrom begegnen kann. Man werde Mitte Januar das erste Mal zusammenkommen, hieß es damals.
Nur 0,25 Prozent identifiziert
Mit gut einem Monat Verspätung hat es nun geklappt. Nach Angaben der Kreisverwaltung kamen am vergangenen Freitag die Mitglieder des Gesprächskreises zum ersten Mal zusammen. Anwesend waren neben Vertretern der Kreistagsfraktionen mehrere Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, darunter der Amtsarzt Dr. Sebastian Brückel. „Nun gilt es die notwendige Kommunikation aufzubauen“, sagte die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Ingeborg Kleinert (SPD). Nur so ließen sich die notwendigen weiteren Schritte beurteilen, vor allem aus medizinischer Sicht. Um das Thema zügig voranzubringen, sei ein zweites Treffen für März vereinbart worden, teilte die Verwaltung mit.
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Das Post-Vac-Syndrom war zuletzt am 9. Februar Thema im Gesundheitsausschuss. Auch zu dieser Sitzung waren wieder Betroffene und Angehörige gekommen, darunter Ann-Katrin Kruse. Der Erste Kreisrat Dr. Frank Puchert hatte in der Sitzung überzogene Erwartungen gedämpft. Es sei noch nicht entschieden, ob es tatsächlich eine Anlaufstelle geben werde. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, sind dem Paul-Ehrlich-Institut bundesweit 380.000 Verdachtsmeldungen über Impfkomplikationen übermittelt. 943 davon (rund 0,25 Prozent) konnten potenziell dem Post-Vac-Syndrom zugeordnet werden.