Hamburg „Riesig“ statt „fett“: Kinderbücher von Roald Dahl sollen geändert werden
Der britische Autor Roald Dahl hat Kinderbuch-Klassiker wie „Charlie und die Schokoladenfabrik“ oder „Matilda“ geschrieben. Ein Verlag will jetzt einige der Werke „modernisieren“. Um diese Textstellen geht es.
Als „Charlie und die Schokoladenfabrik“ im Jahr 2005 in die Kinos kam, feierte der Film mit Schauspieler Johnny Depp große Erfolge. Dabei basiert die Geschichte eigentlich auf dem gleichnamigen Buch des britischen Kinderbuchautors Roald Dahl. Dieser veröffentlichte zahlreiche Klassiker der Literatur – doch diese sind nach Ansicht des britischen Verlags Puffin nicht mehr zeitgemäß.
Wie der „Daily Telegraph“ berichtet, hat der Verlag angekündigt, einige von Dahls Büchern zunächst in der englischsprachigen Version umzuschreiben. Man habe „sensible Leser“ eingestellt, die die Texte prüfen und gegebenenfalls „modernisieren“ sollen, damit sie „von allen geschätzt werden können.“
Dabei steht vor allem das Buch „Charlie und die Schokoladenfabrik“ im Fokus, das Dahl im Jahr 1964 veröffentlichte. Der Charakter Augustus Glupsch soll beispielsweise nicht mehr als „fett“, sondern als „riesig“ bezeichnet werden. Gleichzeitig sollen die bekannten Oompa Loompa nicht mehr als „kleine Männer“, sondern als „kleine Leute“ beschrieben werden.
Änderungen soll es auch in dem Werk „Die Zwicks stehen Kopf“ geben. Frau Zwick wird dort als „hässlich und bestialisch“ beschrieben. Das Wort „bestialisch“ darf zwar bleiben, „hässlich“ wird jedoch ersatzlos gestrichen.
Das Vorhaben des britischen Verlags stößt überwiegend auf Kritik. Der prominente Schriftsteller Salman Rushdie nannte die Maßnahmen „absurde Zensur“. Dahl sei „kein Engel“ gewesen, trotzdem solle Puffin sich schämen.
Tatsächlich sorgte der 1990 verstorbene Dahl schon zu Lebzeiten immer wieder für Kontroversen. Literaturkritiker warfen ihm unter anderem Rassismus und Frauenfeindlichkeit vor. So musste der Brite in „Charlie und die Schokoladenfabrik“ das Aussehen und die Herkunft der Oompa Loompas mehrmals umschreiben, da sie als diskriminierend empfunden wurde.