Delmenhorst/Oldenburg  Högel-Morde: Prozess gegen früheren Pflegestationsleiter eingestellt

Frederik Grabbe
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Von Frederik Grabbe
| 16.02.2023 14:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach den Taten des Patientenmörders Niels Högel wurden auch ehemalige Vorgesetzte angeklagt. Ein Verfahren gegen den Ex-Pflegestationsleiter aus Delmenhorst wurde nun eingestellt. Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa
Nach den Taten des Patientenmörders Niels Högel wurden auch ehemalige Vorgesetzte angeklagt. Ein Verfahren gegen den Ex-Pflegestationsleiter aus Delmenhorst wurde nun eingestellt. Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa
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Ein weiterer früherer Vorgesetzter des Patientenmörders Niels Högel wird nicht mehr juristisch verfolgt. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Das Landgericht Oldenburg hat das Verfahren gegen einen früheren Vorgesetzten des Krankenhausmörders Niels Högel eingestellt. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, wurde gegen den früheren Pflegestationsleiter des ehemaligen Delmenhorster Klinikums im Zusammenhang mit den Morden des Krankenpflegers prozessiert. Eröffnet war das Verfahren zwar, Verhandlungstage waren aber noch nicht angesetzt.

Den Angaben zufolge ist ein medizinischer Sachverständiger, der den Angeklagten zuletzt im Januar untersucht hat, zu der Einschätzung gelangt, dass der Mann „aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes dauerhaft verhandlungsunfähig“ ist. Die Staatsanwaltschaft habe der Verfahrenseinstellung zugestimmt.

Das Landgericht Oldenburg hat erst im vergangenen Oktober weitere frühere Vorgesetzte Niels Högels, im Jahr 2019 wegen 85-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, freigesprochen. Angeklagt waren drei Ärzte, zwei leitende Pflegerinnen und ein leitender Pfleger sowie ein Ex-Geschäftsführer der Kliniken Oldenburg und Delmenhorst wegen Beihilfe zur Tötung durch Unterlassen beziehungsweise Tötung durch Unterlassen. Vorsatz konnte ihnen allerdings nicht nachgewiesen werden. Der Tatbestand der Fahrlässigkeit war zu dem Zeitpunkt bereits verjährt.

Der frühere Pflegestationsleiter, gegen den das Verfahren jetzt eingestellt wurde, ist aufgrund seiner Krankheit bis zuletzt gesondert verfolgt worden. In dem im Oktober abgeschlossenen Verfahren ist bei den Vernehmungen der früheren Kollegen des Patientenmörders der Name des Mannes immer wieder gefallen. Unter anderem wurde ihm vorgeworfen, Verdachtsmomente der Kollegen gegen Högel nicht erst genommen und abgebügelt zu haben.

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