Osnabrück Deutsche Post: Das verdienen Paketzusteller und Postboten
Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Deutschen Post sind gescheitert. Nun drohen weitere Streiks. Fakt ist: Postboten und Paketzusteller verdienen in Deutschland deutlich weniger als der Durchschnitt. Ein Überblick, wie viel Geld Angestellte bei der Deutschen Post bekommen.
Geht es nach der Gewerkschaft Verdi sollen die rund 160.000 Paketboten, Briefträger und anderen Beschäftigten der Deutschen Post, für die der Tarifvertrag gilt, im Inland 15 Prozent mehr Geld bekommen. Drei Tage verhandelten die Parteien, ohne Einigung.
Die Post hatte nach eigenen Angaben eine Erhöhung aller tariflichen Entgelte und Ausbildungsvergütungen um insgesamt 340 Euro pro Monat in zwei Stufen ab Anfang 2024 angeboten - bei einer Laufzeit des Tarifvertrags bis Ende 2024. Außerdem soll die steuerfreie Inflationsausgleichsprämie über insgesamt 3000 Euro fließen. Der Gewerkschaft Verdi war das zu wenig. Nun sollen ihre Mitglieder über einen möglichen unbefristeten Streik abstimmen. Insgesamt beschäftigt die Deutsche Post rund 230.000 Mitarbeiter, etwa 200.000 davon im Bereich Post und Paket.
Post-Streik: Das kann man bei verspäteter Zustellung tun:
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) sind die Gehälter in der Post- und Paketbranche seit 2011 deutlich weniger angestiegen als in der Gesamtwirtschaft. Vom Boom im Online- und Versandhandel der vergangenen Jahre haben die Postboten kaum profitiert.
So verdienten Destatis zufolge Vollzeitbeschäftigte bei Post-, Kurier- und Expressdiensten im Jahr 2021 mit durchschnittlich 3.022 Euro brutto im Monat (nicht preisbereinigt) 6 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. 2011 waren es im Schnitt 2.851 Euro brutto im Monat. Zum Vergleich: In der Wirtschaft insgesamt legten die Verdienste im selben Zeitraum nicht preisbereinigt um 23,8 Prozent zu und damit etwa viermal so stark.
Wie viel konkret Mitarbeiter bei der Deutschen Post verdienen, zeigt der Blick in den Tarifvertrag: Zusteller für Briefe und Pakete sowie LKW-Fahrer sind in der gleichen Entgeltgruppe 3 eingruppiert. Sie erhalten ein Einstiegsentgelt von 2.399,98 Euro monatlich beziehungsweise einen Stundenlohn in Höhe von mindestens 14,34 Euro sowie zusätzlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Mit zunehmender Betriebszugehörigkeit kann sich dann ihr Gehalt erhöhen.
Wer in Vollzeit arbeitet, hat dabei eine 38,5 Stundenwoche. Die Zusteller sind an fünf Tagen die Woche in der Regel von 7 bis 16 Uhr in Tagesschichten unterwegs – auch an Samstagen müssen sie regelmäßig arbeiten. Wie die Deutsche Post auf Anfrage mitteilt, stellt ein rollierender Dienstplan über sechs Wochen sicher, dass jeder Beschäftigter einen pro Woche wechselnden freien Tag neben dem Sonntag frei hat.
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LKW-Fahrer hingegen arbeiten häufig im Dreischichtbetrieb. Wer von ihnen von 20 bis 6 Uhr im Dienst ist, erhält überdies eine steuerfreie Nachtzulage in Höhe von 25 Prozent.
Einen solchen Nachtzuschlag in gleicher Höhe bekommen auch Lageristen. Gemäß Tarifvertrag sind sie allerdings der tieferen Entgeltgruppe 2 zugeordnet. Heißt: Ihr Einstiegsentgelt liegt bei 2.276,55 Euro monatlich beziehungsweise ihr Stundenlohn beträgt mindestens 12,60 Euro, zuzüglich Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Eine Fachkraft Technik wie beispielsweise ein Mechatroniker ist wiederum in der Technischen Entgeltgruppe 2 (TEG 2) eingruppiert und erhält ein Einstiegsentgelt von 2.979,85 Euro monatlich. Dazu gibt es Schichtzulagen, ein variables Entgelt in Form einer Gewinnbeteiligung sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem Förderanlagen und Paket- und Briefsortieranlagen instand zuhalten sowie zu warten.